Klimagipfel auf Bali Beinahe gescheitert
Nach zähem Ringen einigen sich die Klimadiplomaten aus 180 Ländern auf einen Kompromiss. In den Verhandlungen ging es um vieles - aber nicht ernsthaft um Klimaschutz
Die Weltklimakonferenz ist gescheitert beinahe. Das wichtigste Ergebnis der zweiwöchigen Verhandlungen lässt sich fast mit einem einzigen Satz zusammen fassen: Der Prozess, wie die Klimadiplomaten ihren Verhandlungsmarathon nennen, ist gerettet. Die Substanz, nämlich halbwegs präzise Verabredungen darüber, welchen Inhaltes der Prozess sein soll, ist diesem vermeintlichen Erfolg allerdings weit gehend geopfert worden. Soll das der Durchbruch von Bali gewesen sein?
Die Erwartungen an das Treffen auf Bali waren hoch. Manch einer weckte die Hoffnung, es würden hier, Ende 2007 schon Entscheidungen getroffen, um die Erderwärmung zu bremsen. Das war nie geplant. Geplant war, eine Tagesordnung, neudeutsch roadmap zu entwerfen, um in zwei Jahren, bei der übernächsten Klimakonferenz in Kopenhagen, diese überfälligen Beschlüsse zu treffen. Nur, eine Straßenkarte ist im Grunde eine ungeordnete Ansammlung von Punkten, Strichen und Farben; damit sie Orientierung bietet muss ihr Betrachter wissen, wo er steht und wohin er will.
Die bisherigen Bemühungen der Menschheit, die Erderwärmung zu bekämpfen, verdienen die Note sechs: ungenügend, die Erderwärmung verlangsamt sich schließlich nicht, sie beschleunigt sich. Die Konsequenz daraus kann nur lauten, Geschwindigkeit und Entschlossenheit der Klimapolitik zu steigern. Das hätte die Verabredung von Bali sein müssen.
Statt dessen haben sich die Vertreter von rund 190 Staaten darauf verständigt, binnen zwei Jahren eine Vision für langfristiges gemeinsames Handeln zu entwickeln. Einen ähnlichen Beschluss brachte schon die erste Weltklimakonferenz zustande, 1995 in Berlin. Dieser Beschluss war die Grundlage für das Kyoto-Protokoll, das sich längst als vollkommen unzureichend erwiesen hat. In der Entscheidung von Bali heißt es zwar, es seien tiefe Einschnitte bei den globalen Emissionen nötig. Wer allerdings nicht verrät, an welche Größenordnung dabei gedacht, wer statt dessen in einer Fußnote auf eine nur Spezialisten zugänglichen Studie verweist, der meint es nicht wirklich ernst. Der hat bestenfalls Angst vor der eigenen Courage.
Die Konferenz auf Bali hat mehrere Erkenntnisse über den Zustand der internationalen Klimapolitik zu Tage gefördert.
Erstens: Jahrelang wurde verdrängt, wie groß die durch global warming herauf beschworene Gefahr ist. In Bali hat die Verdrängungsleistung eine neue Qualität erreicht: Allgemein anerkannt ist jetzt zwar, dass die Menschen die Erde aufheizen. Längst noch nicht konsensfähig ist dagegen, was daraus folgt, dass nämlich nur eine neue industrielle Revolution die Menschheit noch vor dem Klimakollaps bewahren kann. Diese Wahrheit empfinden die meisten Regierungsabgesandten als unangenehm.
Zweitens: In Bali ist aber auch der Streit über die Gerechtigkeit in der Klimapolitik erneut und mit voller Wucht ausgebrochen. Verursacht haben die Erderwärmung die Industrieländer, die armen Länder sollen deshalb auf ihre Entwicklung verzichten so jedenfalls sehen es viele Nationen aus dem Süden. Deshalb verlangen sie von Europa und Nordamerika Entschlossenheit bei der Bekämpfung des Klimawandels, Entschlossenheit, zu der vor allem die USA nicht bereit sind.
Drittens: Die Konferenz auf Bali hat schließlich gezeigt, dass die Klimapolitik institutionell und prozedural überkomplex geworden ist. Das ist womöglich die größte Gefahr. Die Zahl der Menschen schrumpft, die noch verstehen, worüber in welchen Gremien und mit welchem Ziel eigentlich verhandelt wird. Nicht einmal alle Delegierten bei Weltklimakonferenzen blicken noch durch; wie soll da erst die Menschheit bei der Bewältigung der Menschheitsherrausforderung mitgenommen werden? Gut möglich, dass sie staunend am Rande stehen bleibt und irgendwann ihren Klimadiplomaten die Unterstützung versagt. Vielleicht ist das sogar kurfzfristig die größte Gefahr.
- Datum 01.12.2008 - 09:56 Uhr
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Katholisch erzogen und schon seit 30 Jahren der Kirche abgewandt, bekenne ich:
Es gibt doch den Teufel. Der Teufel heißt G. W. Bush. Er verdirbt die Erde durch global waming.
Nagut, wir müssen uns selbst an die Nase fassen, und uns eingestehen, dass wir hätten auf die Straße gehen müssen. Auf die Straße gehen, um in Scharen von Millionen konkrete Klimaschutzziele zu verlangen. Oder hätt man erwarten können, dass ohne solch eine Aktion, der Geist einer weltweiten Revolution, welche in anbetracht der uns drohenden Konsequenzen des Treibhauseffektes, nötig ist.
Jaja, in Rage.Also, es sollte heißen:Oder hätte man erwarten können, dass ohne solch eine Aktion der Geist einer weltweiten Revolution, welche in anbetracht der uns drohenden Konsequenzen des Treibhauseffektes nötig ist, in den Köpfen der Entscheidungsträger ankommt.
Die Umwelt muss geschützt werden -- aber wenn mir mit dieser Begründung der [Schornsteinfeger/ Heizungsbauer/ sonstige Handwerker/ das Finanzamt etc.] noch mehr Geld aus der Tasche ziehen will als bisher, kommt mir das ungemein verdächtig vor.Der Umweltschutz wurde erfunden, damit es den Menschen besser geht, und nicht schlechter.
Aber der Teufel wird doch in einem Jahr in Crawford sein, und sich mit echten Longhorn-Rindviechern beschaeftigen. Ist das, weil Sie katholisch erzogen sind?Also, nach dem 20. Januar 2009 ist die Welt wieder in Ordnung. Kein Teufel mehr in Sicht. Halleluja.
Sieh es als Investition in deine eigene Zukunft.Du lebst im Moment ein Leben, dass dir so günstig wie es war durch die Nutzung der Ressource Umwelt, welche keine Entlohnung für ihre Nutzung verlangt hat, ermöglicht wurde. Wenn du z.B. nicht für deine Umwelt bezahlst, wirds für dich und jeden anderen, auch keine mehr geben. Ganz simpel: Thema Umweltökonomie. Externe Kosten (also Schäden an der Umwelt), müssen internalisiert (also in unsere Kostenberechnung fürs tägliche Leben einbezogen) werden. Anders wird es kein Leben geben. Natürlich wird es Leute geben, die sich diese vorerst Mehrkosten in die eigene Tasche stecken werden, ohne dass sie eine Nachhaltige Leistung erbringen, doch da ist jeder einzelne Verantwortlich, nur ehrliche Leistungen entgegen zu nehmen.
Das was ich schreibe hört sich so fürchterlich populistisch an. Jeder Beitrag, der zu einer Trendwende aufruft, wird als populistisch angesehen. Jedoch wenn man wirklich akzeptiert, dass der Klimawandel Menschengemacht ist, und keine Zweifel an der Echtheit des Klimawandels hegt, ist es meines erachtens legitim, seinen Ansichten Ausdruck zu verleihen.
Die Gelder, wie ich anzudeuten versuchte, werden umgeleitet an die üblichen Verdächtigen, und kommen nicht etwa der Umwelt zu Gute.Die Handwerkerlobby wittert z.B. Geschäfte durch neue Gesetze (bessere Heizung etc.muss eingebaut werden usw.), die zu ZwangsAufträgen führen, welche bspw. die Handwerker in D nicht mit anderen Berufsgruppen zu teilen brauchen, da sie die einzigen Ausführungsberechtigten sind. (Seit Hans Sachs (im Mittelalter)).Guckst Du mal in den gelben Seiten unter Heizung/Sanitär, wie viele Handwerker es in Deiner Stadt gibt. Diese wenigen bekommen _alle_ Aufträge, wenn ein Gesetz zu ihren Gunsten erlassen wird. CDU bedankt sich immer bei ihren Wählern auf diese Weise (die anderen sind auch nicht besser). Das Geld bekommt der Handwerker, und nicht die Umwelt. Und zwar nimmt der Handwerker seinen Wuchertarif (verdient oft mehr als die meisten Politiker).Also: Die am lautesten zum Thema Umwelt schreien sind mittlerweile z.T. diejenigen, die damit Geld verdienen wollen.Das ist auf Dauer aber eher schlecht, auch für die Umwelt, u.a.weilkeine Ruhe ins Geschehen kommt, sondern nach 5 bis 15 Jahren wieder neue derartige Gesetze erlassen werden. Von InvestitionsSicherheit keine Spur. Heute was bezahlen,das sich schon nach 16 Jahren "rechnet", aber nach 10 Jahren gilt das schon als veraltet und soll bald wieder ersetzt werden.Meine Konsequenz: Ich heize mit Kohlen. Für das Geld, welches 1 moderne Gas/Oel/etc.-Heizung kostet, kann ich 20 Jahre lang Kohlen bestellen. CO2-Bilanz genauso gut, aber EnergieAufwand zur Herstellung der neuen Heizung fällt weg, weil der Heizkessel gebraucht war (150 EUR) und schon 10 Jahre in Betreib. _Das_ nenne ich Umweltschutz und nachhaltig. Sorry für die Handwerker, sollen mal ihre Ansprüche den Gegebenheiten anpassen, dann reden wir weiter.
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