Bildband
Geometrie der Schönheit
Der Fotograf Gerhard Trumler erkundet die Formen von "Provinzen und Metropolen". Wir zeigen eine Auswahl seiner Bilder in einer Galerie.
Der 1937 geborene Gerhard Trumler ist nicht nur einer der bekanntesten Fotografen Österreichs, sondern auch einer der klassischsten. Seine schwarz-weißen Bilder zeichnen sich durch präzise Komposition aus. Gerade Linien und elegant geschwungene Bögen, Kuppeln, Quader, Kreise, raue und glatte Flächen – das sind die Elemente, die Trumler in seinen Fotografien immer neu arrangiert. Aus einem Winteracker löst die Kamera rätselhafte dynamische Formen heraus. Scharfe Kontraste zerlegen die Architektur von Bahnhöfen, Bürobauten und ländlichen Arbeitsstuben in pure geometrische Schönheit. Ein Brennholzstapel kann sich ebenso in ein abstraktes Mosaik verwandeln wie ein Eimer Hühnermais. Jeder Schatten fällt perfekt.
Regalweise Kataloge hat Trumler schon veröffentlicht. Der schön ausgestattete Band
, den der Verlag Christian Brandstätter jetzt vorgelegt hat, ist eine Werkschau mit Arbeiten aus über 40 Jahren und zugleich ein Streifzug durch die Welt. Der Schwerpunkt liegt auf Trumlers Fotografien seit den neunziger Jahren. Allerdings geht es ohnehin nicht um eine chronologische Dokumentation seiner künstlerischen Entwicklung, sondern um die wiederkehrenden Formen, Motive und Arrangements. (Im Bild: eine Glasdecke in Brüssel.) Kompositionen, Motivvariationen und unerwartet verwandte Formen stehen nebeneinander und gegenüber und liefern so eine (nur gelegentlich etwas zu aufdringliche) Interpretation von Trumlers fotografischem Blick.
- Datum 22.12.2007 - 06:40 Uhr
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