Nordirak Kamera aus für die PKK
Warum die türkischen Luftangriffe im Nordirak kein Problem für den Westen sind
Nun bombardiert die türkische Luftwaffe also Grenzdörfer in den Kandil-Bergen im Nordirak. Die kurdische Terrortruppe PKK meldet den Tod einiger ihrer Kämpfer. Droht eine weitere Eskalation, an deren Ende Türken und Iraker und womöglich Türken und Amerikaner aufeinander schießen? Ist das Teil der lange umraunten Großoffensive, für die sich die türkische Regierung im Oktober carte blanche vom Parlament hat geben lassen? Ist es ein Völkerrechtsverstoß, ein Angriff auf ein fremdes Land? Indem wir hier alle diese Fragen beherzt mit Nein beantworten, wollen wir etwas Licht in die Sache bringen.
Die Amerikaner sagen, sie haben das Bombardement nicht erlaubt, wurden aber informiert und ließen es geschehen. Damit haben sie alles getan, was die Türken brauchten und was im Übrigen zwischen Präsident George W. Bush und Premier Tayyip Erdogan Anfang November in Washington abgesprochen wurde. US-Geheimdienste liefern den Türken Informationen über die Stellungen der PKK im Nordirak. Die US-Luftwaffe lässt ihre Abfangjäger im Irak am Boden. Die Türken bombardieren. Dafür fällt die im Herbst angedrohte Großoffensive der Armee mit Zehntausenden türkischer Soldaten im Nordirak aus.
Wenn es so bleibt, läuft alles genau nach Plan. Die Eskalation zeichnet sich nicht ab. Auch wenn die irakische Regierung pflichtgemäß protestiert, alldieweil ihr Territorium bombardiert wurde. Gegenangriffe wird sie nicht starten.
Denn es ist dem türkischen Premier Erdogan mit hohem politischen Geschick gelungen, den im Herbst aufgebauten Druck für eine Großoffensive entweichen zu lassen. Erdogan hatte zunächst rhetorisch eskaliert, um sich in Washington das Maximum an Unterstützung zu holen. Anschließend konnte er den Einmarsch gelassen abblasen und gemeinsam mit dem türkischen Militär die gezielten Angriffe auf die PKK-Terroristen und ihre Infrastruktur im Nordirak planen. Jetzt folgte einer von mehreren noch zu erwartenden Angriffen. In der Türkei steht Erdogan damit als patriotischer Held da, außenpolitisch aber hat er die Offensive und großen diplomatischen Schaden für die Türkei abgewendet.
Die Türkei verletzt mit dem Bombardement kein Völkerrecht. Denn schließlich sind die Angriffe auf die Türkei in den vergangenen zwei Jahren von PKK-Zellen in den nordirakischen Bergen geplant und geleitet worden, darunter nicht nur Angriffe auf die Armee, sondern auch auf Zivilisten. Wenn die türkische Luftwaffe nun dorthin schießt, wo die Bagdader Regierung seit Jahren eine rechtsfreie Zone geduldet hat, besser: erdulden musste, wird hier nur jene Grenze überschritten, die vom Irak aus ohnehin ständig verletzt wird. Es war schon grotesk, dass die irakisch-kurdische Autonomieregierung im Herbst gewissermaßen Touristenfahrten für Journalisten in PKK-Camps ermöglichte, damit sich die irreguläre Soldateska dort im romantischen Abendlicht der schroffen Berge vor den Kameras präsentieren konnten.
- Datum 18.12.2007 - 08:36 Uhr
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Thumann hat mal einen halbwegs fundierten Bericht verfasst, in dem beide Seiten des Konflikts gleichermaßen beleuchtet werden ! Es geschehen noch Zeichen und Wunder... Gabs einen kostenlosen Fortbildungskurs in Sachen "unhabhängiger Journalismus" als verfrühtes Weihnachtsgeschenk von der ZEIT ? :-)
auch wenn ich den von Ihnen in diesem Artikel gezogenen Schlüssen nicht in vollem Umfang zustimmen kann, so respektiere ich dennoch Ihre Meinung und verspüre jetzt nicht das Bedürfnis einen Bericht ala Elysium zu schreiben und Ihnen eine "Manipulation von Meinungen durch Medien" vorzuwerfen.Eine Frage hätte ich aber dennoch und ich bitte Sie sich darüber Gedanken zu machen.Sie schreiben:"Es gäbe nur eine Wendung der Dinge, welche die Türkei sogleich
international in die Ecke drängen würde: wenn die Luftangriffe sich
gegen die kurdische Autonomieregierung oder gegen die nicht der PKK
nahestehenden Kurden im Nordirak richten würde."Glauben Sie wirklich, dass sich diese Luftangriffe nur gegen die PKK richten? Militärisch könnte man das vielleicht so sehen (das bei diesen Angriffen auch die dort lebende Zivilbevölkerung zu Schaden gekommen ist, lass ich mal bewusst außen vor), es besteht aber meines Erachtens kein Zweifel daran, dass sich die Angriffe mittelbar gegen die kurdische Autonomieregierung richten. In der Gesamtschau der ganzen Ereignisse wird dies mehr als deutlich und ich denke das Sie, der Sie sich mit diesem Thema nicht erst seit Gestern beschäftigen, sich dessen auch bewusst sind. Das Thema ist natürlich äußerst Komplex und es ist mir auch bewusst, dass es nicht möglich ist in einem kurzen Artikel alle Einzelheiten und Hintergründe dieses Themas zu behandeln. Daher mach ich Ihnen deswegen keinen Vorwurf, zumal es mir auch nicht zusteht Ihnen irgendwelche Vorwürfe zu machen, wie gesagt ich respektiere Ihre Meinung, so wie ich jede Meinung respektiere die nicht menschenverachtend ist.Ja es stimmt, Herr Erdogan ist ein kluger und sehr gerissener Politiker und er hat sich aus dem Dilemma in dem er sich befand gut befreien können, aber wichtiger erscheint mir die Frage, ob er darüber hinaus auch gewillt ist den demokratischen Prozess in Gang zu setzten, um unter anderem auch die Kurden-Frage zu lösen, oder ob er nicht auch diesbezüglich nur versuchen wird sich, diesmal aus dem Demokratie-Dilemma, irgendwie zu befreien. Ist es Abwegig zu denken, dass er genau so wie er jetzt die aufgewühlten nationalistischen Gemüter besänftigt hat ohne wirklich etwas zu machen, er versuchen wird durch einen gerissenen Schachzug die demokratischen Gemüter zu besänftigen, ohne jedoch wirklich etwas zu verändern? Ich denke nicht. Bin ich sehr pessimistisch? Ich weiß es nicht. Aber wenn wie vor kurzem geschehen, die Mörder von Semdinli auf freien Fuß gesetzt werden, dann stimmt mich dies nun mal nicht sehr positiv für der Zukunft. We will have to wait and see.
der kurde an sich ist angehöriger eines über drei willkürlich gezogenen staatsgrenzen beheimatetes volk, dem die identität verweigert wird.so ist dem staatstragenden türken der kurden ein feind.der kurde soll kein kurde sein sondern türke, iraker, iraner.der kurde der anderer ansicht ist, ist ein terrorist.sagen die machthabenden.die "klugheit erdogans" reflektiert doch nur die verkommenheit des westens: "gut ist, was uns nützt".und es gibt niemanden in dieser ZEIT, der für die Kurden spricht.das echo auf diese stille heißt PKK
Ich grusse alle;erstens mochte ich sagen dass Sie in einer anderen Welt leben sollen, um solche Kommentaren zu geben. Ich entschuldige mich sehr, aber alle andere Zeitungen [von verschiedenen Laendern] scheiben das Problem ganz anderes und die Menschen diskutieren das gleiche Probleme mit verschiedenen Winkeln. Obwohl ich [auch] fur einige Sache die Turkei kritisieren mochte, muss ich sagen, dass Sie [sorry nochmal] anscheinend uber die Sache nicht genug Information haben.Sie sollen erstmal das Problem verstehen, danach die Partei kritisieren.Wenn Sie jemanden kritisieren mochten, bitte schreiben den Grund dafur. Wenn Sie sagen; "ich bin einer Kurde und ich glaube dass PKK nicht eine terroristische Gruppe ist, und dass die Turkei uberhaupt keinen Grund hat um die Menschen zu toten." dann kann ich sagen ob Sie recht haben oder nicht. Aber, wenn Sie sagen; "klugger Erdogan, poor Kurde, god damn Turke, usw." dann, die sind nur Gefuhle und jeder Mensch kann solche Gefuhle haben... Nur, das bedeutet nicht dass Sie einfach diese Gefuhle nutzen um gegen milionen menschen zu argumentiren. Das bringt nur Hass mit.Wir [Menschen] sollen erst miteinender Verstehen. Danke fur lesen... [ich glaube, ich muss erst mein Deutsch verbessern : ))]
Warum die Luftangriffe für den Westen kein Problem sind?Vielleicht gibt es ja immer noch hysterische Gutmenschen, die glauben, Luftangriffe seien ein Problem. Haben halt schon 10 Jahre nicht mehr die ZEIT gelesen, sonst wüssten sie:1. Kurdistan ist nicht der Westen2. Es trifft dort schon die Richtigen3. Bush findet das auch okay4. Dafür lassen wir die Türken dann auch nicht in die EU.5. Wir haben keine echten Probleme und können uns ein wenig Spaß erlauben6. Hat jemand einen besseren Vorschlag? Na also!7. Luftangriffe sind prinzipiell kein Problem, sondern die Lösung.[Bitte versuchen Sie in künftigen Kommentaren sachlich zu argumentieren. Danke. Redaktion, svb]
Solange Zivilisten sterben, gibt es für moralisch denkende Menschen immer ein Problem. Moralische Bewertung hängt davon ab, wer wofür kämpft. Solange die Möglichkeit besteht, mit dem Wahlzettell zu kämpfen, ist ein Kampf mit Waffen kaum zu rechtfertigen, auch wenn Kurden in der Türkei ein gewisses Maß an Repression ertragen müssen. Wollen wir hoffen, dass die türkische Armee nicht aus den Augen verliert, dass sie nicht gegen Kurden Kämpft, sondern gegen die Terroristen der PKK.
ich glaub sie haben übersehen das in den 90er jahren die türkische armee und die peschmergas gemeinsam gegen die pkk vorgegangen sind. das die türkei den kurden im irak immer hilfe geleistet hat, türkei hat zehntausende kurden schutz vor saddams tyrannei gegeben, sogar erdogan hat in der zeit aus menschlichkeitsgründen damals hilfe geleistet.das bedeutet zudem dass dieser konflikt kein ethnischer konflikt ist. wenn man die pkk besser studiert erkennt man sofort, dass diese nicht für ein "freies" kurdenland sondern für einen stalinistisch geprägten land kämpfen, sprich kommuistisches land, weshalb sie lange von russland unterstützt worden ist. viele pkkterroristen haben sich der armee ergeben weil sie sehr enttäuscht waren. betende menschen wurden verpönnt und als verräter angesehen.und es ist fakt, das in diesem konflikt sunnitische kurden am meisten leid getragen haben, alevitisch,yezidische dörfer sind kaum angegriffen worden. diese wurden wiederum von der armee aufgelöst und die bevölkerung in der türkei verteilt weil diese dörfer die hauptnester für terroristen waren. und das ist die" menschenverachtende handlung" der türkei.Die allermeisten kurden, und da bin ich mir sicher, sind protürken
Selbst den Peschmergas ist die PKK ein Dorn im Auge. Sie schließt Ihre Büros, weist Ihre Anwerber aus den Nordirakischen Städten usw... Ist ja auch kein Wunder: Die Peschmergas wollen keine Konkurrenz zu Ihrer Macht im Nordirak. Unter Ihnen leben die Kurden dort einigermaßen in Frieden (mal davon abgesehen das die Araber und Turkmenen unterdrückt werden) und diesen Frieden wollen Sie erhalten.Insofern ist es im Interesse von allen Beteiligten, egal ob Türkei, kurdische Peschmerga, irakische Regierung oder USA, das die PKK endlich verschwindet und der Weg frei wird für diplomatische Lösungen. Deshalb ist ein schneller, effektiver und militärischer Einsatz gegen die PKK ein gutes Mittel den Weg für den Frieden zu ebnen.
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