Klima Es wird ernstSeite 2/2
Wahr ist: Der Kompromiss trifft die deutschen Autobauer härter als französische und italienische. Das liegt vor allem daran, dass sich Mercedes, BMW, Audi und VW auf leistungsstarke Fahrzeuge der Mittel- und Oberklasse konzentriert haben. Vor allem die Ausrüstung und der zunehmende Komfort machte die Autos schwerer. Deshalb verbrauchen sie trotz effizienterer Motoren mehr.
Dazu ist die Motorleistung regelrecht explodiert. Schon lange stehen die Konzerne damit im Kreuzfeuer von Umweltaktivisten. Deutschlands Autobauer hätten ein "
big car problem
", titelte der britische
Economist
. Doch solange es noch ein gutes Geschäft mit den
big cars
zu machen gab, bewegten sich die Autobauer nur wenig. Das rächt sich jetzt.
Es wundert nicht, dass die deutsche Autolobby bis zuletzt darauf gedrängt und gehofft hat, verschont zu werden. Ein Streitpunkt war dabei, wie Autos verschiedener Klassen behandelt werden sollen. Das ist deshalb nötig, weil die Bandbreite der Modelle groß ist. Ein Smart CDI etwa verbraucht 90 Gramm CO2, ein Ferarri 599 GTB 490 Gramm. Der Kompromiss sieht nun eine Differenzierung nach Gewichtsklassen vor. Dabei wird der Emissionsausstoß in Relation zum Gewicht gesetzt. Autos, die leicht sind, aber mehr verbrauchen, werden härter bestraft als schwere Autos, die weniger verbrauchen. So darf ein Fahrzeug mit dem doppelten Gewicht eines Kleinwagens rund 60 Prozent mehr CO2 ausstoßen.
Dadurch geht die Welt nicht unter. Denn bereits jetzt ist die Technik vorhanden, um die deutschen Autos sparsamer und umweltfreundlicher zu machen. Der VW Polo Blue Motion etwa schafft jetzt schon einen Wert von 102 Gramm. Auch Mercedes hat zuletzt eine neue S-Klasse vorgestellt, die im Jahr 2010 trotz hoher Leistung mit rund 5,5 Litern auskommen soll. Die deutschen Autobauer sollten sich daher nun darauf konzentrieren, ihren Vorsprung in Technik und Entwicklung konsequent für Effizienzgewinne einzusetzen. Spritarmen Autos gehört die Zukunft. Jetzt erst recht.
- Datum 20.12.2007 - 06:07 Uhr
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Mir hängen diese öko-totalitären Themen zum Hals raus. Auch die Autoren der Zeit sollten mal zur Kenntnis nehmen, dass die Belastungsgrenzen von Otto Normalverbraucher durch Reallohnverzicht, Mehrwertsteuer-Erhöhung Gesundheitsreform, exorbitant gestiegene Energiepreise etc. pp. schon lange überschritten sind. Jeder Arbeitnehmer wird in Zukunft ganz genau rechnen müssen, wie er seine monatlichen Einkünfte einsetzt. Und da geht dann ein Autor der Zeit hin und tut so, als sei eine Preiserhöhung von 1300 Eur für die in der BRD ohnehin schon exorbitant teuren Neuwagen nicht der Rede wert. Wer so leichtfertig mit dem Geld kleiner Leute argumentiert, hat diese Not offenbar noch nicht realisiert. Er darf sich dann allerdings auch nicht wundern, wenn diejenigen, die dringend auf ein Auto angewiesen sind, zukünftig auf Dinge, die man am leichtesten entbehren kann - zum Beispiel auf ein Abo der Zeit - verzichten werden, um die gnadenlos gestiegenen Preise irgendwie in den Griff zu bekommen.
Ich kann dem Kommentar nur beipflichten. Leider hat die deutsche Autoindustrie gar nichts begriffen und wird sich wohl weiter lächerlich machen. Einen wie Wissmann rekrutiert man ja nicht einfach so.
@WillyF: Umweltfreundliche Autos werden billiger. Sie haben die Sachlage nicht verstanden. Ansonsten gilt: Je ärmer jemand ist, desto weniger kann er sich den Konsequenzen unserer Umweltsünden entziehen. Warum argumentieren die "kleinen Leute" eigentlich immer für die Interessen der Reichen?
Es wird immer so getan, als wäre diese ganze Klimageschichte absolut unumstößlich und Konsens in der Wissenschaft. Man muß wohl schon kanadische Zeitungen verfolgen um zu lesen, daß eine durchaus illustre Gruppe diese moderne Allmachts-Phantasie, der Mensch könne tatsächlich das Klima der Welt zum besseren wenden (und was ist eigentlich besser für uns?) für groben Unfug hält. Was habe ich schon als einfacher Bürger für eine Ahnung von Dingen, die selbst Wissenschaftler offenbar nichtmal ansatzweise schlüssig erklären können? Aber das Maß der Einschnitte, die aufgrund dieser völlig unbewiesenen Vermutungen über das Klima nun getroffen werden, lassen doch jegliche Mäßigung vermissen.
Wieder ein schönes Beispiel für die Macht, die mit dem Klima-CO2-Dogma erreichbar ist. Wann merken eigentlich Merkel, Gabriel & Co., dass sie die Geister, die sie riefen, nicht mehr los werden. Sie waren es doch, die auf politischer Bühne den Vorreiter und Weltretter spielten. Nun protestieren sie gegen die eigentlich nur für sich gedachten, aber von anderen Institutionen erlangte Klima-Macht. Für uns Wähler wird es höchste Zeit, mit diesem Wahnsinn ein Ende zu machen und dafür zu sorgen, dass unser schönes Geld nicht für nutzlose Dinge verbraten wird. Gerne notwendige Milliarden für den Umweltschutz , für die Entwicklung von wirklich alternativen Energien und für die Maßnahmen gegen die Auswirkungen des natürlichen Klimawandels, aber nicht für die Reduzierung der auch wissenschaftlich mehr als fragwürdigen Ursache CO2.
Aus der Seele gesprochen. So langsam bin ich wirklich überzeugt, daß man mit etwas Beharrlichkeit fast jeden Unsinn implementieren könnte
Vielleicht dämmert es langsam, warum D unbedingt Vorreiter im "Kampf gegen den Klimawandel" spielen muss...Was EU und EURO noch nicht ganz geschafft haben, wird CO2 vollenden?Immer drauf, das Land kann noch was schultern. Mindestens noch mal 10 Mio Arbeitslose (das ist die richtige Statistik), noch mal 15 Mio Migranten, Hartz V und CO2 für die ganze Welt einsparen...Vae victis...
Na dann werden sich die "Ärmsten der Armen" ja freuen, wenn Sie dann z.B. mit reichlich Bioenergie die Welt der Zukunft angeblich durch weniger CO2 retten, die "Ärmsten der Armen" dies leider nicht mehr erleben werden, weil ihnen vorher leider das Essen ausging...Dieses "Ärmste der Armen"-Argument ist nicht nur billig, sondern von einer Scheinheiligkeit oder Gedankenlosigkeit, dass man sich die Haare raufen könnte...
Der Aufschrei der geballten deutschen Politik ist nur auf den ersten Blick verständlich. Bei genauerem Hinsehen stellt man fest, dass es kaum einen besseren Schutz der Otto- (kraftstoff)normalverbraucher vor steigenden Ölpreisen gibt, als sparsame Autos.
Auch exportieren wollen die deutschen Hersteller weiter, unter anderem auch in Wachstumsmärkte wie Indien, China und Lateinamerika. Regionen in denenen viele Regierungen die Nase voll davon haben, immer mehr Devisen für Öl auszugeben. In diesen Zukunftsmärkten kann nur der gewinnen, der die Sorge um steigende Ölpreise ernst nimmt.
Die Innovationskraft der deutschen Autobauer ist enorm, leider verzettelten sich die Ingenieure in der Entwicklung immer sinnloserer Acessoirs. Dabei wurden sie von der Hoffnung angetrieben, den Wettbewerben Marktanteile abzutrotzen. Wenn ein Teil dieser immensenen Entwicklungsanstrengungen nun dem verstärkten Kampf gegen die CO2-Emissionen zugute kommt, darf man insbesondere von deutschen Autobauern erstaunliche positive Ergebnisse erwarten.
Schade das man die deutsche Autoindustrie zu ihrem (mittelfristigen) Glück zwingen muss - gut dass die EU es nun enddlich vorhat.
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