BMW Opfer des Renditewahns
BMW will im kommenden Jahr 8000 Stellen abbauen. Die wirklichen Verlierer werden die beim Autobauer beschäftigten Zeitarbeiter sein.
BMW sorgt für Verwirrung. Da wird soeben noch stolz verkündet, dass man bis Ende November gut acht Prozent mehr Autos verkauft habe als im Vorjahr, und fast zur gleichen Zeit sickert durch, dass im kommenden Jahr 8000 Stellen abgebaut werden sollen. Wie passt das zusammen?
Dem bayerischen Autobauer kann man keine wirkliche Krise nachsagen. Im Vergleich zu den meisten europäischen oder amerikanischen Konkurrenten stehen die Bayern vergleichsweise gut da. Dennoch liegt der Grund für diese wenig schöne Aktion auf der Hand. BMW ist im Renditewettlauf mit seinen unmittelbaren Konkurrenten im sogenannten Premiumsegment zurückgefallen. Musste bei dieser wichtigen Kennzahl auch noch den wiedererstarkten Erzrivalen Mercedes vorbeiziehen lassen und spürt dazu Audi im Nacken.
Offenbar reichen dem BMW-Vorstand und vielleicht auch den Großaktionären der Familie Quandt die beim Materialeinkauf schon vor Wochen angekündigten Einsparungen nicht, jetzt soll auch der Kostenblock Personal schrumpfen.
Da ist es für die Beschäftigten wenig tröstlich, dass auch bei den Konkurrenten von Opel über Mercedes bis hin zu Volkswagen in jüngster Zeit Personal abgebaut wurde. Bei BMW war man stolz darauf, dass es bei der Beschäftigung jahrzehntelang nur eine Richtung gab: aufwärts. Jetzt verliert BMW ein Stück seines Nimbus.
Die wirklichen Verlierer aber sind die bei BMW beschäftigten Zeitarbeiter. Vor allem diese Stellen werden wohl kräftig abgebaut. Glimpflicher kommt die Stammbelegschaft davon. Hier sorgen schon die Betriebsräte dafür, dass freiwillige Abgänger wenigstens eine anständige Abfindung mitnehmen dürfen.
- Datum 24.12.2007 - 02:49 Uhr
- Quelle ZEIT online
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Als BMW-Aktionaer kann ich den Stellenabbau nur begruessen. Denn um die Rendite zu steigern, war mehr als ueberfaellig. Es kann nicht angehen, dass die Rendite und somit der Aktienkurs seit langem auf der Stelle treten. Es ist zwar bedauerlich fuer die Mitarbeiter, die entlassen werden sollen, aber warum sollen fuer deren Wohlergehen die Aktionaere geradestehen.
...Menschen zweiten Ranges. Im Übrigen scheint diese Tendenz um sich zu greifen. Mein Bruder wohnt in München und bewirbt sich seit einiger Zeit auf verschiedene Stellen, da er von seinem jetzigen Arbeitsplatz gerne weg möchte.Obwohl er Facharbeiter im Elektronik-Bereich ist (und Facharbeiter ja angeblich händeringend gesucht werden) findet er nichts (in München!). Entweder er bekommt Zeitverträge angeboten (O-Ton "...ist das für Sie ein Problem? Das ist bei uns ganz normal!") oder Jobs von denen man in München kaum leben kann. Beides kommt nicht in Frage, da er eine Familie ernähren muss...
Aber nach der Entwicklung der letzten Jahre und der Sturheit der diversen Gewerkschaften ist Zeitarbeit das, was Deutschen , die zu dieser Zeit keine Festanstellung haben, und die keine spezifisch gesuchten Skills haben, das weitgehend einzige Angebot. Zu glauben, dass die Industrie aus dem erstarrten Arbeitsmarkt keinen Ausweg findet, war intensiv naiv. Ich erinner mich noch an die stolzen Worte der Gewerkschaften und der unterstuetzenden Bevoelkerung vor einiger Zeit. Well, Zeitarbeit ist die Industrie Antwort. Wenn die Festen dann mal in die Rente gehen, ist.... nur Zeitarbeit. .
vor dem hintergrund, daß ein institut, wie die deutsche bank, 25% rendite erwirtschaftet, was ja auch einen gesellschaftlichen machtfaktor darstellt,kann man bmw nicht verübeln, daß sie für hervorragende produkte,die einen richtigen nutzen haben, was man längst nicht von allen bankprodukten behaupten kann, mehr als 6% erlösen möchten.
allerdings in der tat ärgerlich für die vielen zeitarbeitskräfte.
"Zu glauben, dass die Industrie aus dem erstarrten Arbeitsmarkt keinen Ausweg findet, war intensiv naiv."Alle Auswege aus dem "erstarrten Arbeitsmarkt" hat die Politik erst geebnet.Im Übrigen hätte ich kein Problem auf den Kündigungsschutz ganz zu verzichten, wenn ich mir einer ordentlichen sozialen Absicherung sicher wäre. Derzeit kann ich mir aber vor allem des massiven sozialen Abstiegs sicher sein, falls ich nicht sofort was neues finde. Mit Druck auf die Bevölkerung lockert man den Arbeitsmarkt eben nicht, sondern verhärtet nur die Fronten.
Das Wesen des praktischen Lebens ist, aus den angebotenen Choices (Moeglichkeiten) das herauszuzuchen, was man fuer das Optimalste haelt, und dann diese Choice auch durchzuspielen. Was immer Zeitarbeit bietet, bietet es. Sie versuchen das Geschwaetz der sturen Gewerkschaften und der illusionaeren Beveolkerung in die Realitaet umzusetzen. That's an exercise in futility.
lieber gerddim,ist zu glauben, Sie und andere kämen ewig damit durch, die Profite auf Kosten der Mitbürger an sich zu reißen. Sie werden auch noch auf dem Boden der Realität ankommen. Hoffentlich landen Sie nicht in der Zeitarbeit, weil Ihre Qualifikationen doch nicht höher sind als die der Hunderttausenden Praktikanten z. B., die hochwertige Arbeit für 300 € liefern. Hochmut kommt vor dem Fall!
Verantwortlich für die bescheidene Kursentwicklung der BMW-Aktie sind nicht die überbezahlten Facharbeiter und Angestellten des Unternehmens.
In beinahe jedem Dax-Unternehmen sind die Anreize für Vorstände und sogenannte Führungskräfte falsch gesetzt. Die Vorstände und Aufsichtsräte werden ständig für ihr hohes Risiko und ihre hohe Leistungsbereitschaft gelobt. Die hohe Leistungsbereitschaft hat auch der 40-jährige Leiharbeiter, der eine Stunde zur Arbeit pendeln und mit seinen Einkäufen eine Familie versorgen muß. Das unternehmerische Risiko haben Vorstände und Aufsichtsräte in der Regel nicht. Denn bei Verlusten werden die Vorstände schlimmstenfalls in die vergoldete Abfindung entlassen.
Davon einmal abgesehen, angesichts der allgemeinen Einkommensentwicklung in Deutschland müssen die Aktionäre froh sein, daß BMW überhaupt noch Absatzmärkte findet.
Von einem Naturwissenschaftler ist eine tiefere Einsicht in die Aktienkultur zu erwarten.
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