Teilchenphysik: Die Gemeinde vibriertSeite 4/5
ZEIT: Kriegen Sie dafür künftig ein Managergehalt?
Heuer: Wenn ich die Diskussion hier im Lande höre, dann kann ich sagen: bei Weitem nicht. Aber die Vergütung ist besser als im öffentlichen Dienst in Deutschland, sie ist sehr gut.
ZEIT: Ihren Job gibt es natürlich nur einmal auf der Welt, so ein Weltprojekt wie der LHC ist ja auch einmalig.
Heuer: Ich glaube, es ist der beste Job, den man kriegen kann als Teilchenphysiker. Es ist auch ein sehr angesehener Job. Ich kriege schon die ersten Meldungen von Freunden: Bleib wie Du bist.
ZEIT:Hans-Magnus Enzensberger hat ja das CERN mal eine unterirdische Kathedrale der Physik genannt. Demnach wären Sie jetzt der neue Bischof und ein bisschen sehen Sie ja auch so aus.
Heuer: Das hat mir noch niemand gesagt! Als Bischof fühle ich mich sicher nicht. Eher als primus inter pares. Alles andere ist nicht meine Art. Ich setze auf die Zusammenarbeit mit den vielen Forschern am CERN insgesamt gibt es dort über 8000 hochkompetente Wissenschaftler und wissenschaftliche Nutzer. Die meisten der Arbeitsgruppenleiter sind gestandene Professoren. Die lassen sich ohnehin nichts sagen.
ZEIT: Sie sind also nicht so der autoritäre Typ.
Heuer: Das ist auch besser für die Mitarbeiter. Den meisten Physikern liegt Autorität ohnehin eher fern und mir persönlich ganz extrem. Ich bin auch keiner, der im stillen Kämmerlein sitzt und seine Entscheidung trifft. Das mache ich zusammen mit Leuten, von denen ich weiß, dass sie in diesem Bereich Kompetenz haben.
ZEIT: Gehen Sie eigentlich noch auf Partys, auf denen auch Nicht-Physiker sind?
Heuer: Ich bin nicht so der Partymensch. Aber ich bevorzuge doch häufig die Gesellschaft von Nicht-Physikern. Man muss ja mal ein bisschen raus. Darum bin ich auch froh, dass meine Frau Biologin ist und nicht Physikerin.






Unheimlich interessant - ich bin gespannt, was für Ergebnisse herauskommen werden. Wenn man bedenkt, wie viele Milliarden für Rüstung, Waffen und Militär weltweit verschwendet werden - wie weit könnte die Naturwissenschaft schon sein.. *träum*
Die Ausgaben für den Militärhaushalt bewegen sich leider in ganz anderen Dimensionen. Hab deren Höhe aus aktuellem Anlass zu Vergleichszwecken mit dem CERN-Kosten mal fix zusammengesucht:
http://sysout.twoday.net/...
Sehr traurig dieser Zustand, in der Tat.
Die Ausgaben für den Militärhaushalt bewegen sich leider in ganz anderen Dimensionen. Hab deren Höhe aus aktuellem Anlass zu Vergleichszwecken mit dem CERN-Kosten mal fix zusammengesucht:
http://sysout.twoday.net/...
Sehr traurig dieser Zustand, in der Tat.
Wie kommen Sie auf die Idee, dass geld fuer Verteidigung verschwendet sei?
Gegen wen sollte sich die Menschheit verteidigen?
Wenn man so die Zahlen liest, wieviel Geld da investiert wird - wofür?Für wen ist es wirklich so wichtig, mit einem solchen ungeheuren Aufwand herauszufinden, ob dieses oder jenes Teilchen diese oder jene Eigenschaften hat? Die Selbstverliebtheit der sog. Wissenschaftler in ihre Theorien scheint ein starker Trieb zu sein. Warum müssen wir alle dies bezahlen?Und keiner kann sich dagegen wehren, kann sagen - mich interessiert das alles nicht, ich will dafür mein Geld nicht geben.Für mich gibt es viel wichtigere Dinge als diesen Teilchenbeschleuniger, für die ich möchte, daß mein Geld ausgegeben wird.Und manchmal, wenn ich so sehe, wie bei den Banken Entscheidungen über einen popeligen Kredit von 100.000 Euro an einen Mittelständler gefällt werden, dann frage ich mich, ob bei Leuten, die solche Summen bewilligen, noch alle Tassen im Schrank haben. Aber es ist ja auch bei den Banken so: je größer die Summe, desto leichter kommt man an das Geld - schönen Gruß vom Herrn Schneider.
Ich wüsste nicht, was es noch bedeutenderes gibt, als zu forschen, zu erfahren, was die Welt im Kleinsten, Innersten zusammenhält, neue Erkenntnisse über den Aufbau des Universums zu gewinnen...Ich spreche natürlich von einer idealen Welt, in der die Leute weder Lust haben, sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen, noch religiös-dogmatischen Wahnvorstellungen anhängen, sondern nur an Kunst, Kultur und eben wissenschaftlicher Erkenntnis interessiert sind: eine Utopie.
Gegen solche, die Dir und deinen Lieben an den Kragen wollen. Und von denen gibt es eine ganze Menge.Die Menschehit unsgesamt braucht sich erst zu verteidigen, wenn das Raumschiff Enterprise landet, das ist noch nicht passsiert. Es ist merh ein Intra-Menschheit Problem.
Auch in einer nicht-idealen Welt ist Grundlagenforschung von grosser Wichtigkeit. Ohne die Grundlagenforschung kein technischer Fortschritt.Und ohne technischen Fortschritt geht's zurueck auf die Baeume.Schwebt Ihnen das vor?
Die Inbetriebnahme des LHC wird tatsächlich ein äusserst spannendes Ereignis für Physiker auf der ganzen Welt. Es wird sehr interessant werden, die Ergebnisse mit den theoretischen Konstrukten der letzten Jahre abzugleichen. Ob ein Treffer dabei ist oder nicht, wir haben in den kommenden paar Jahren einen wesentlichen Erkenntniszuwachs zu erwarten. :)Wer meint, den finanziellen Preis dieses Unternehmens kritisieren zu müssen, sollte sich doch mal den langfristigen Nutzen der Teilchenphysik für die Menschheit bewusst machen.
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