Kenia Regierung wirft Opposition "ethnische Säuberungen" vor
Nach der umstrittenen Wahlsieg des Präsidenten Kibaki setzen sich die USA und Großbritannien für eine unabhängige Stimmenauszählung ein. Nach Protesten gegen die Abstimmung kamen bislang 200 Menschen ums Leben, Zehntausende sind auf der Flucht
Nach der Eskalation der Gewalt in Kenia hat die Regierung der Opposition vorgeworfen, "ethnische Säuberungen" zu betreiben. Die Kampagne werde von Oppositionschef Raila Odinga gesteuert und richte sich gegen den Volksstamm der Kikuyu, zu dem auch Präsident Mwai Kibaki gehört, sagte Regierungssprecher Alfred Matua am Mittwoch der britischen BBC . Anhänger von Oppositionsführer Odinga werfen ihrerseits Kibaki eine Politik von Vertreibungen und Gewalt vor. Odinga gehört zum Volk der Luo.
Unter dem Eindruck der blutigen Unruhen nach der umstrittenen Präsidentenwahl haben die USA, die die Wahl Kibakis zunächst akzeptiert hatten, und Großbritannien die rivalisierenden politischen Führer in Kenia zur Verständigung aufgerufen. In der am frühen Mittwochmorgen vom Außenministerium in London veröffentlichten gemeinsamen Erklärung verlangten Amerikas Außenministerin Condoleezza Rice und ihr britischer Kollege David Miliband ein Ende der Gewalt.
Vorrangig sei, dass sich die politischen Führer des Landes zu einem "nachhaltigen Aufruf" an ihre Anhänger entschlössen. Rice und Miliband appellierten an den "Geist des Kompromisses". Die demokratischen Interessen Kenias müssten im Vordergrund stehen.
Washington und London begrüßten ausdrücklich den Aufruf der Afrikanischen Union an die Konfliktparteien, die Gewalt zu beenden, sowie das Engagement der Europäischen Union und des Commonwealth. Die Afrikanische Union hatte am Dienstag mitgeteilt, ihr Präsident John Kufuor werde am Mittwoch in Kenia Staatschef Mwai Kibaki treffen. Auch der Commonwealth hat Großbritannien zufolge zugesagt, sich für die Aussöhnung zwischen Kibaki und seinem Rivalen Raila Odinga einsetzen.
Die Wahlkommission hatte Kibaki am Sonntagabend mit 230.000 Stimmen Vorsprung vor Odinga zum Wahlsieger erklärt. Nach Auszählung der Stimmen in 90 Prozent der Wahlkreise hatte noch Odinga in Führung gelegen. Nach Bekanntgabe der Ergebnisse brachen in Teilen des ostafrikanischen Landes blutige Unruhen aus.
Oppositionskandidat Raila Odinga akzeptiert das Wahlergebnis nicht und spricht von Manipulation. Er rief für Donnerstag zu Massendemonstrationen im ganzen Land auf. Den Wahlsieg Kibakis bezeichnete er als "zivilen Putsch". Der 76-Jährige könne nur mit Unterstützung des Militärs regieren.
Augenzeugen berichten von heftigen Zusammenstößen zwischen dem Volk der Kikuyu und der Luo. Kibaki gehört den Kikuyu an, Odinga den Luo. Inzwischen haben sich die Unruhen zu einer humanitären Katastrophe ausgeweitet. Nach Angaben des kenianischen Roten Kreuzes sind 75.000 Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht vor der Gewalt. Der britische Fernsehsender
BBC
berichtete, dass bislang etwa 250 Menschen ums Leben kamen.
In einer Kirche verbrannten Dutzende Frauen und Kinder. Nach Medienberichten suchten sie Zuflucht vor einem gewalttätigen Mob, der das Gotteshaus jedoch in Brand steckte. Das
kenianische Rote Kreuz bestätigte am Dienstag den Vorfall und sprach von etwa 50 Toten.
- Datum 02.01.2008 - 09:53 Uhr
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- Quelle ZEIT online, dpa, Reuters
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Da fühlt man sich versucht, den Advocatus diavoli zu spielen und eine steile These aufzustellen: Nein, in Kenia ist alles in Ordnung, das gehört so...http://myblog.de/nichtide...
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