Meinung Gutes Geld für gute Leistung?
Uwe Jean Heuser streitet mit seinem Alter Ego über die Bezahlung der deutschen Manager
Alter Ego: Die Manager halten uns mit ihren Millionengehältern zum Narren.
Ego: Warum uns?
Alter Ego: Ja, ja, ich weiß, sie verprassen ja nur das Geld ihrer eigenen Aktionäre. Das stimmt aber nicht. Sie tun noch viel mehr: Sie werden ihrer Vorbildfunktion nicht gerecht und verstärken das Gefühl der Ungerechtigkeit im Volk. Und damit zerstören sie am Ende die Akzeptanz der Marktwirtschaft, die Du doch stets verteidigst.
Ego: Marktwirtschaft heißt auch, unterschiedliche Entlohnungen zu akzeptieren. Und wenn es auf der Welt eben nur eine Handvoll Spitzenleute gibt, die eine Deutsche Bank erfolgreich leiten können, dann muss man eben auch einiges an Gehalt hinlegen.
Alter Ego: Mag sein, dass dieses Argument für die Deutsche Bank stimmt. Wer weiß, vielleicht ist der Schweizer Josef Ackermann sein Geld im Weltmaßstab wert. Wichtiger ist aber: Ackermann ist eine Ausnahme. Die allermeisten Konzernchefs kommen aus der deutschen Wirtschaft und werden auch vom Ausland nicht umworben.
Ego: Gute Leistung muss gut bezahlt werden. Und gemessen an den Gewinnen, haben die meisten deutschen Konzernchefs in den vergangenen Jahren glänzende Arbeit geleistet.
Alter Ego: Glänzende Arbeit? Das Gegenteil wird sich noch erweisen, wenn die Weltwirtschaft nicht mehr brummt. Viele Manager haben einfach gespart bis zum Umfallen. Sie haben Löhne gedrückt und Leute hinausgeworfen, die sie heute dringend brauchen. Sie haben die Preise der Lieferanten gedrückt. All das bedeutet, sie haben Motivation und Kooperationsbereitschaft zerstört und damit ihren Unternehmen auf lange Sicht nicht geholfen, sondern geschadet.
Ego: Hinter diesen Äußerungen steckt ja eine merkwürdige Idee von Marktwirtschaft. Natürlich muss ein Unternehmen nicht bloß neue Produkte entwickeln, sondern auch sparen, wo es kann. Es muss effizient sein. Und sein Management muss darauf achten, dass es an der Börse hoch bewertet wird nicht bloß den Aktionären zuliebe, sondern auch, damit es nicht übernommen und zerschlagen wird.
Alter Ego: Dieses Argument ist doch in den meisten Fällen nur vorgeschoben. Die Chefs folgen dem Druck der Börse doch gerne. Dann steigen die Kurse, und sie können abkassieren.
Ego: Schon wieder so ein Ausdruck: Die Chefs! Der rasante Anstieg der Gehälter beschränkt sich auf die großen Publikumskonzerne in Deutschland ...
- Datum 04.01.2008 - 13:09 Uhr
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- Quelle ZEIT online, 4.1.2008
- Kommentare 13
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... und das noch in der ZEIT veröffentlichen darf.
Im Ernst, der "Unterhaltungswert" geht gegen Null, kritische Gedanken kommen gar nicht erst auf und wirklich erhellendes findet sich auch nicht.
Wozu diser Artikel denn dienen soll, weiss sicherlich nicht einmal der Autor.
soll sicher dazu dienen, dem einfältigen Volk durch ständiges Wiederholen klarzumachen, daß die sogenannten Manager eigentlich noch viel mehr Geld Wert sind und diese aufgrund ihrer Bescheidenheit z u n ä c h s t damit zufrieden sind; ...bis zur nächsten Erhöhung.
080104fr11439Aber Hallo, liebe Mit-Leut.Bier-Humpen zu stemmen ist ja schließlich auch eine Leistung.Allerdings bin ich zu der festen Überzeugung gelangt, daß gerade das am höchsten materiell "honoriert" wird, was nicht wirklich wichtig ist.Mit herzlichem Gruß und kühl-rauchendem Kopfe
Ihr Mit-Leid -äh- Mit-Leut
klaus w.
Dat KlaKoWa
Mit Glied der MU - materiellen UnterschichtSuchwort "KlaKoWa"
Mit den sattsam bekannten Argumenten zur "Leistungs-Debatte" kann Klarsichtigen kein Sand mehr in die
Augen gestreut werden. Folgende Überlegungen bringen das "Leistungs"-Argumentationsgebäude wie ein Kartenhaus zum Einsturz:Wenn
Albert Einstein heute leben und - wie 1905 - jedes Jahr drei nobelpreisverdächtige Arbeiten produzieren würde, dann erhielte er als
ordentlicher Professor ein Gehalt von ca. 80 000 € , mehr als 100 000 € jährlich aber wirklich nicht. Also
definieren wir eine neue Leistungs (!!) - Vergütungseinheit: 1
€instein = 100 000 € pro Jahr Mit
dieser entlarvenden neuen Einheit wird sofort deutlich, dass im Sport, im
Showgeschäft, in der Wirtschaft, im Bankenwesen oder wo auch immer nicht
"Leistung" vergütet wird, sondern nur die Fähigkeit, von riesigen
Finanzströmen, einen "kleinen" Teil (Prozentsatz) für die angeblichen
"Leistungsträger" abzuzweigen. Wenn Herr Ackermann mindestens
12 Millionen € pro Jahr = 120 €insteins verdient, dann wird doch Klarsichtigen
kein noch so gescheiter - und hochbezahlter -Wortverdreher aus keinem
"Think Tank" der Welt begreiflich machen können, dass Herr Ackermann
die Leistung von 120 Albert Einsteins inkarniert. Auch die altbewährten Totschlaginstrumente:
"Sozialneid", "Neidhammel" usw. verblassen vor der globalen, schmerzhaften Betrachtung, dass die Leistung von ca. 3 Milliarden Erdbewohner -
wie Albert Einstein sie liebevoll nannte - mit 2 Dollar pro Tag, also weit unter
1 000 € pro Jahr vergütet wird. Ackermann und co. "verdienen (?)" 12 000 Mal soviel: Das ist
"globale soziale Apartheid". Kanzlerin Merkel hat darauf hingewiesen, dass
in Japan die Spitzenführungskräfte ein Vielfaches weniger verdienen als in den
USA und in Europa - bei gleicher oder gar besserer Leistung. Jenseits des
Kriteriums "leistungsgerechte Entlohnung" scheinen Kriterien wie
"Ehre", "Ruhm", "Ansehen", "Würde",
"Verantwortungsbereitschaft" und andere moralische Qualitäten in der "Leistungsdebatte" höchstens nur noch eine manipulierende, suggestive Rolle zu spielen. Wieviel verdient eigentlich Altbundeskanzler Helmut Schmidt ?: Die ZEIT könnte statt der Einheit 1 €instein auch die neue Einheit 1 Schmidt einführen, an der sich die "Leistungsträger" der Wirtschaft, des Bankwesens usw. dann mit den selbstgewählten Kriterien ("Leistung", "Arbeit", "Verantwortung" usw. ) messen können: Dies könnte so unterhaltsam werden, dass durch solche Vergleiche eine Fernsehunterhaltungsshow mit großen Einschaltquoten gestaltet werden könnte, ohne dass der Fernsehmoderator gleich wieder - aufgrund seiner "Leistung" - das Vielfache von dem verdienen müsste wie Albert Einstein oder Helmut Schmidt.
Ein argument fehlt mir allerdings in der debatte, nämlich dass die wirtschaft auch einen teil ihrer kosten auf den staat abwälzen darf, es also durchaus ein "UNS" gibt: erhalt von infrastruktur (z.b. wer braucht strassen am nötigsten und macht sie am meisten kaputt, in form von lkws? ), kaum lerhlingsausbildung, bankenspekulationen (wer zahlt schlussendlich die milliarden, die "verspielt" wurden? Wer haftet?)
So etwas, DAS sind die Probleme der "modernen" Ausprägung des Kapitalismus und zwar weltweit: "Während sich für den Kunden herzlich wenig ändert, hat die
Konzernleitung die Aufsplittung zum Grund genommen, die bisherigen
Pensionen seiner Mitarbeiter mit Verweis auf die neue Struktur auf Null
zu setzen. Damit begeht ein jeder Asus-Mitarbeiter mit
Pensionsanspruch, egal mit welcher Länge an Betriebszugehörigkeit, seit
dem 1. Januar seine Arbeit so, als wäre er eben eingestellt worden." (Quelle)
fallen Ihnen keine neuen Gesichtspunkte ein, oder stünde eine ernshafte Auseinandersetzung mit dem Thema im Konflikt mit ...? Hier ein paar Anregungen:- Warum gibt es eigentlich so wenige, die einen internationalen Konzern leiten können? Ist die zweite und dritte Management-Riege in diesen Konzernen völlig unfähig oder lässt man einfach nur ungern neue Kandidaten nach oben?- Wenn es wirklich so wenige Geeignete gibt, geben die Top-Manager ihr Wissen und Know-How bewusst nicht weiter, oder sind die Untergebenen alle lernunfähig und beratungsresistent? Oder sind Top-Manager-Fähigkeiten genetisch veranlagt?- Wie stark hängt denn eigentlich die Leistung eines internationalen Konzerns von den Top-Managern ab? Gibt es hier irgendwelche belastbaren Daten, die einen Zusammenhang von deren Entscheidungen und dem Konzernergebnis nachweisen?- Wie verteilen sich eigentlich die das Ergebnis bestimmenden Entscheidungen auf die Entscheidungsträger der ersten, zweiten und dritten Hierarchie-Stufe?- Welchen Anteil am Unternehmenserfolg haben die Topmanager, welchen die Leistungserbringer?- Wenn Leistung belohnt werden soll, wieso haben die Topmanager schon ein so hohes Grundgehalt? Dann würde doch auch ein Professorengehalt + x Millionen gestaffelte Leistungszulage ausreichen.- Was macht denn eigentlich überhaupt so eine Lichtgestalt aus, von denen es so wenige zu geben scheint?Jedem, der sich wirklich kritisch mit dem Thema beschäftigen möchte, fallen sicher noch jede Menge weitere Fragen ein. Etwas Neues hätte ich interessant gefunden. Aber einfach nur widerkäuen? Und das in der Zeit? Mann, die Zeitung hatte doch mal Anspruch. Oder kam mir das nur im Studium so vor, als ich mich noch von hochgestochener Sprache habe beeindrucken lassen?
Ich versteh das Problem nicht ganz: Wieso dürfen sich Aktionäre nicht einen Mitarbeiter einkaufen zu dem Preis den er ihnen wert ist? Wenn ich schlechte Arbeit liefer ist das doch das Problem meines Arbeitgebers und nicht der Öffentlichkeit. Ist ja schließlich das Geld meines Arbeitgebers das er falsch investiert. Wenn ich mir ein Notebook für 2.000 Euro kauf das letztlich nur 1.000 Wert ist streitet sich auch keiner drüber dass es verwerflich wäre mehr dafür zu bezahlen.Bei der Frage nach der Bezahlung eines Topmanagers geht es ja nicht darum was seine Arbeit wert ist, sondern wie er seine Arbeit verkauft. Und wenn jemand ihm 12 Mio. im Jahr dafür zahlt ist demjenigen die Arbeit wohl viel wert.Das eigentliche Problem ist meiner Meinung nach nicht, dass jemand mehrere Mio im Jahr verdient, sondern dass manche Manager nur eine kurzzeitige Kurssteigerung erreichen wollen die dem Unternehmen auf lange Sicht eher schadet.@zeitz:- Warum gibt es eigentlich so wenige, die einen internationalen Konzern
leiten können? Ist die zweite und dritte Management-Riege in diesen
Konzernen völlig unfähig oder lässt man einfach nur ungern neue
Kandidaten nach oben?- Wenn es wirklich so wenige Geeignete gibt, geben die Top-Manager ihr
Wissen und Know-How bewusst nicht weiter, oder sind die Untergebenen
alle lernunfähig und beratungsresistent? Oder sind
Top-Manager-Fähigkeiten genetisch veranlagt?Es gibt sicherlich viel mehr die einen großen Konzern leiten können als die, die es tatsächlich tun, nur leisten sich große Konzerne eben nur die allerbesten, denn der Unterschied zwischen "gut", "sehr gut" und "am besten" wirkt sich auf einen Konzern, der Milliardenumsätze macht, stärker aus als ein Gehalt von ein paar Mio.Im Übrigen würde ich, wäre ich Topmanager, mein Knowhow auch nicht weitergeben, denn schließlich würde ich damit meine Konkurrenz stärken und letztendlich meine Verhandlungsposition schwächen. Das ist das marktwirtschaftliche Prinzip, mag egoistisch sein, aber wenigstens funktionierts.
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