Kindeswohl Bei Streit kein Sorgerecht
Wer sich auch nach der Scheidung noch mit seinem Ex-Partner dauernd streitet, kann seinen Anspruch auf Sorgerecht verwirken. Das entschied jetzt ein Oberlandesgericht
Bei ständigem Streit auch noch nach einer Scheidung erhalten Eltern kein gemeinsames Sorgerecht für die Kinder. Maßgebend sei allein das Wohl des Kindes, entschied das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt. Das Wohl des Kindes erfordere für ein gemeinsames Sorgerecht, dass zwischen den Eltern eine «tragfähige, soziale Beziehung» bestehe.
Das Gericht wies mit seinem Beschluss die Beschwerde eines geschiedenen Vaters zurück. Der Mann hatte sich dagegen gewandt, dass das Familiengericht das elterliche Sorgerecht allein seiner Ex-Frau übertragen hatte. Die Begründung: Auch nach der Scheidung war es zwischen den Eltern regelmäßig zu Auseinandersetzungen gekommen.
Das OLG wertete die Entscheidung des Familiengerichts als rechtmäßig. Das in der Verfassung verankerte Sorgerecht der Eltern verlange nicht ausnahmslos, dass es nach einer Scheidung weiterhin von beiden Elternteilen ausgeübt werden müsse. Denn dem ebenfalls im Grundgesetz geschützten Persönlichkeitsrecht des Kindes komme keine geringere Bedeutung zu. Die Persönlichkeit eines Kindes nehme aber mit Sicherheit Schaden, wenn das Kind weiterhin den Streit der Eltern, gerade auch um seine Person, miterleben müsse.
- Datum 03.01.2008 - 12:41 Uhr
- Quelle ZEIT online
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Einmal mehr bewahrheitet sich: gegen die Willen der Mutter steht jede gemeinsame Sorge nur auf dem Papier.Das Gericht hat ja recht. Nur erleichtert das natürlich einmal mehr dem Elternteil, der das Aufenthaltsbestimmungsrecht hat, bei dem das Kind also lebt (zu 95% die Mutter), den anderen Elternteil vom Kind fernzuhalten. Sie muß nur ein wenig Streit mit dem Ex vom Zaune berechen, was - wenn Sie ihn fernhalben will - sicher nicht schwerfällt.
Deutschland - was bist Du nur für ein Land... So könnte man seuzen. Das gute deutsche Familienrecht, die heilige politische Kuh, eines der wohl politisch heikelsten Themen überhaupt, das selbst den Gutmütigsten irgendwann zu einem gnadenlosen Zyniker werden lässt.Zwar wird man politischerseits nicht müde, das Kindeswohl hervorzuheben, es ist ja alles allerbestens für die Kleinen - tatsächlich sind die Kinder innerhalb eines Scheidungsverfahrens nichts weiter als eine große Verschiebemasse auf dem Marktplatz der Eitelkeiten und der Machtspielchen. Und es zahlt sich aus - in klingender Münze, wollen doch zahlreiche Anwälte ebenso bezahlt werden.Und gelle - das Thema ist hochemotional, ich habe es oft genug in Foren erlebt, dass da Diskussionen schnell zu gnadenlosen Schlammschlachten verkamen; und sehr schnell wurde es deutlich, dass es nicht um das vorne weg getragene 'Kindeswohl' ging, sondern ganz banal um Kohle und darum, dem Expartner eines auszuwischen, ihn richtig tief zu treffen. Und da stellen die Kinder leider all zu oft die offene Flanke des Expartners dar. Ich habe es erlebt, wie Leute richtig fertig gemacht wurden und am Ende emotional, gesundheitlich und finanziell ruiniert waren - die Kinder waren egal.Die Zeiten haben sich dramatisch gewandelt - ebenso die zwischenmenschlichen Beziehungen. Früher gab es die Ehe fürs ganze Leben, heute die Lebensabschnittspartnerschaften. Das muss man so erst einmal feststellen, denn auch die Arbeitswelt ist heute auf Grund der immer weitergehenden Forderungen nach räumlicher und zeitlicher Flexibilität eine grundlegend andere. Fragt sich nun, was man für sich selbst daraus ableiten kann. M.E. gibt es hier eine ganz einfache Möglichkeit: eben keine Kinder zu bekommen - was dann wiederum in dser Zukunft dramatische demographische Folgen haben wird und zwangsläufig eine massive Zuwanderung mit sich bringt , die dann notwendig ist, um ein funktionierendes Gemeinwesen aufrecht zu erhalten. Nur das bringt dann wiederum Probleme mit der Integration der Zuwanderer mit sich. Ach herrje - die Katze beisst sich überall nur in den Schwanz :-(
Das Urteil klingt weise, ist aber so kaum hilfreich, denn im Endeffekt kommt es natürlich drauf an, von wem der Streit ausgeht. Und wieso sollte gerade der Mutter das alleinige Sorgerecht zugesprochen werden, wenn sich BEIDE Eltern streiten?Der Fall kommt mir ansonsten nur zu bekannt vor, denn ich habe ihn bereits durchlebt: ich bekam ein ähnliches Urteil, da ich mich angeblich immer mit der Mutter meines Sohnes stritt. Allerdings hat sich das Gericht nicht die Bohne dafür interessiert, dass mich meine Ex bis aufs Blut mit unwahren Behauptungen provozierte (in einem Brief ans zuständige Gericht habe ich in 26 Punkten ihre Aussagen widerlegt, einschliesslich zahlreicher objektiver Falschaussagen wie mein Alter, meine Anwesenheitszeiten etc.).
Es wäre hilfreicher, die Entscheidung davon abhängig zu machen, wo ein Kind besser aufgehoben ist, denn wenn beide Eltern getrennt leben, können sie sich auch nicht streiten, zumindest solange sie sich nicht in die Quere kommen.
Nachtrag: da lese ich gerade den ZEIT-Artikel "Schwerer Weg nach oben", wo wieder einmal gezeigt wird, dass das Elternhaus einen grösseren Einfluss auf die Laufbahn eines Kindes hat als die Schule.Was lernen wir daraus? Dass unsere Familiengerichte sich doch bitteschön am Kindeswohl (und hier wiederum vor allem am schulischen Erfolg) der Kinder orientieren sollten und nicht daran, ob sich deren Eltern streiten.
Das heisst aber wiederum, dass insbesondere derjenige Elternteil das Aufenthaltsbestimmungsrecht bekommen sollte, der einem Kind die beste intellektuelle Förderung angedeihen lassen kann - und nicht derjenige, der vermeintlich weniger streitet. Letzteres ist in den allermeisten Fällen eine temporäre Erscheinung und vor allem situationsgebunden, der weitere Lebensweg eines Kindes per definitionem aber nicht.
Gibt es Statistiken, die ein Mitwirken von Männern in der Familienplanung erfassen? Im Jahr 2008? Wie war das mit der Biene und dem Blümchen?Gibt es Statistiken, die Fachkenntnisse in der Küche erfassen?Der Unterschied von zehn Kräutern oder Gewürzen?Salz und Pfeffer zu unterscheiden klappt noch, aber leckere Bratkatoffeln? Eine Hürde, die in viele Ehen nicht mehr genommen wird.Montags Nudeln, Dienstags eine Pizza aus dem Pappkarton, usw.,auf der anderen Seite Männer, die in einem 12 Stundentag das Konto füllen und nur mit wirtschaftlichen Interessen konfrontiert werden.Im Logo des Familienministeriums kommen Männer nicht vor.In den Medien nur Frau TV, Mona Lisa usw.,in den wenigen Männersendungen geht es nur um Felgenbreiten.Frauen spielen in Punkto Rhetorik in einer anderen Liga als Männer,aber Wissen, Können und Emphatie?Gefühle werden mit hormonellen Erregungszuständen verwechselt.Und unsere Gerichte? Herr vergib Ihnen, denn sie wissen nicht...Ein sicherlich einseitiger Blickwinkel
wollen.Nach dieser Regelung wird hoechstens einer Partei,die moeglicher Weise recht hat,ein Maulkorb verpasst weil sie sonst fuerchten muss das Sorgerecht zu verlieren.Allerdiings finde ich traurig dass Eltern den Streit miteinander auf dem Buckel der Kinder austragen.
Wenn die Person mit dem Aufenthaltsbestimmungsrecht nicht kooperativ ist, kann "Mann "sich das gemeinsame Sorgerecht an die Bürotür nageln. Es ist ein Betrug der feminin dominierten Familienpolitik. Mit Geld junge Menschen zum Kinderkriegen zu animieren ist oft zweischneidig. Hilfe sollte langfristig sein und nicht nur ein Anschub. Wenn die Kinder erst einmal da sind, dann ... Und genauso ist die Rechtssituation der Eltern zu betrachten. Schutz der Familie? Ja, aber später nach einer Trennung - in der Regel - dem Mann jede Chance zu nehmen seine eigene Auffassung über Erziehung ohne das Absegnen durch den Expartner einbringen zu können ist unredlich. Heute sehen die jungen Männer, wie ihre Freunde, älteren Kollegen und auch ihre Väter behandelt werden/wurden und das führt nicht zur Steigerung der Fortpflanzungswünsche. Ein Beispiel: ein normalverdienender Mann, geschieden mit 2-3 Kindern, die bei der Ex leben. Er kann keine neue Familie gründen. Hier fehlt Männerpolitik im Sinne der noch ungeborenen Kinder dieser Männer. Wir finanzieren die kinderlose Ehefrau mit Milliarden im Steuerrecht und der geschiedene Vater wird als defacto rechtloser Single behandelt. In fast allen Staaten Welt kann der Mann seine Unterhaltsleistungen an die Kinder steuermindern ansetzen und somit Luft für eine neue Partnerschaft mit Kindern schaffen - den diese Männer sind in der Regel nachgewiesenermaßen kinder- und familienorientiert. Wenn es der Familienpolitik wirklich um mehr Kinder ginge, dann ...
Gegen den Willen einer Mutter ist ein Vater machtlos. Beim Streit wird dann aller Wahrscheinlichkeit ohne Untersuchung der Gründe die Mutter das Sorgerecht „gewinnen“.
Unter solchen Bedingungen sollte man nicht Vater werden. Man seinen Kindern und sich diese schmerzen ersparen.
Ein Kinderboykott seitens der Väter könnte die Situation unserer Kinder verbessern.
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