Internetradio John Peels Erben
Deutschlands Hörfunkmoderatoren vereinigen sich: Auf ByteFM gestalten sie ein engagiertes Musikprogramm alter Schule und schicken es durch neue Kanäle. Ein Interview mit dem Initiator Ruben Jonas Schnell
Seit einigen Jahren wohnt die Musik in Hamburgs großem, grauen Bunker an der Feldstraße. Es gibt dort eine Tontechnikerschule, einen Instrumentenhandel und einen Club. Jetzt zieht die Musik aus, geht von hier ins Netz. Der freie Hörfunkmoderator Ruben Jonas Schnell hat eine Redaktion aus 40 namhaften Musikautoren um sich versammelt und ein Internetradio gegründet. Am 11. Januar um 12 Uhr geht Byte.fm "on air" – oder besser "on wire".
ZEIT ONLINE: Herr Schnell, braucht es wirklich noch ein Internetradio?
Ruben Jonas Schnell: Es gibt allein in Deutschland 3.000 Webradios. Aber es gibt bisher kein Programm, das sich gezielt an ein Publikum im deutschsprachigen Raum richtet und von so vielen kompetenten Moderatoren gestaltet wird. Klaus Fiehe, Jonathan Fischer, Sandra Zettpunkt, Christoph Twickel – die sind einfach gut. Ich würde mir die Finger danach lecken, nachmittags um fünf Klaus Walter zu hören. Ich frage mich natürlich auch: Bin ich da allein mit meinem Musikwahnsinn? Nein, denn ein liebevoll gemachtes, gutes Musikprogramm erwischt ganz viele Leute.
ZEIT ONLINE: Wer soll Byte.fm hören?
Schnell: Ich stelle mir einerseits die 69-jährige Freundin meiner Mutter vor, die mit den Beatles und Aretha Franklin sozialisiert ist. Andererseits jemanden, den ich abends im Club treffe. Ich habe keine konkrete Vorstellung von unserem Idealhörer. Das ist betriebswirtschaftlich sehr unprofessionell, habe ich gelernt. Meine Zielgruppe liegt zwischen 25 und 49 Jahren und ist offen für Neues. Unsere Moderatoren schlagen einen sehr weiten Bogen, eben von Aretha Franklin bis beispielsweise zu Missy Elliot.
ZEIT ONLINE: Wie wird das Programm aussehen?
Schnell: Wir haben keine Rotation. Alle Sendungen werden nach musikalischen Gesichtspunkten gestaltet. Unser Programm beginnt täglich um 16 Uhr. Dann gibt es eine Stunde mit dem Tourkalender, da weisen wir auf deutschlandweite Konzerte hin und laden Bands ins Studio ein. Danach kommt Mixtape, eine Sendung, gemacht von Journalisten, Kneipen, Plattenläden oder Clubs. Danach beginnen die Autorensendungen, die am folgenden Tag bis 16 Uhr wiederholt werden.
ZEIT ONLINE: Und welche Schwerpunkte gibt es da?
Schnell: Wir haben das Tropeninstitut mit lateinamerikanischer Musik. Eine Sendung heißt Was ist Musik?, die öffnet das Blickfeld ganz weit. Meine Sendung heißt Zimmer 436, da spiele ich alles Mögliche. Um 23 Uhr gibt es täglich Live-Bytes, ein Konzertmitschnitt. Und von 24 Uhr bis 6 Uhr haben wir DJ-Sets, zum Teil sogar live gemischt im Studio. Unsere 25 Moderatoren und 15 DJs machen 24 Stunden Programm, 7 Tage die Woche. Manche Sendungen sind kleine Fenster, manche sind so vielseitig wie das gesamte Programm.
ZZEIT ONLINE: Geht es allein um populäre Musik? Die Frage „Was ist Musik?“ kann sich ja auch auf Noise und Avantgarde beziehen.
- Datum 18.09.2008 - 11:52 Uhr
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eine tolle initiative - freue mich schon - redaktioneles radio war ja fast tot - neue visionen entstehen aus dem mangel . viel erfolg und meine besten wuensche an das projekt mit biss.
Die Idee, Radio wieder zu einer festen Größe im Leben zu machen hört sich sehr spannend an. Das übliche Programm hört man nicht wirklich aktiv, sondern nebenher. Interessante Beiträge und abwechslungsreiche Musik werden in die Zeiten verbannt, an denen der normale Mensch im Bett liegt. Wenn sich das jetzt mit Byte.fm ändert wäre das eine Bereicherung. Aber, dazu müßte man auch die Gewohnheiten der Zuhörer ändern, oder sie wirklich begeistern und fesseln.
Die Technologie erlaubt es heute zeitunabhängig Radio und TV zu konsumieren. Ich bin auch der Meinung, dass man Podcasts nicht benötig, aber dafür eine Möglichkeit, das Programm aufzuzeichnen und sich dann die Sendungen anzuhören, wenn man die Zeit dazu hat.
kann man natuerlich jeden musik straem , der per net reinkommt. einfach per passendem programm auf systemebene abgeifen.
Winamp und Streamripper-plugin. Das funzt.
Und Byte.Fm via "m3u"- oder "pls"-Stream im Winamp-player zu hören, sollte ein Leichtes sein (Bem.: meines Wissens kann Winamp beide Playlists verwurschteln).
Tsss......
Gruß
Bernhard
Damit der Traffic sich nicht verdoppelt (!!!) - einmal winamp und dann noch streamripper - sollte man erst mit Winamp die Station hören, dann Streamripper incl. Relay-Funktion aktivieren und dann Winamp auf das Relay einstellen: Streamripper-Hilfe.
Manchem Stationsbetreiber läuft nämlich die Galle über, wenn der Stream doppelt - also einmal unnötig - abgegriffen wird.
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