Mobilfunk Handy-wechsel-dichSeite 2/2
Dennoch muss die Aktion des AK nicht wirkungslos bleiben. „Es geht hier um den Schutz der Kundendaten“, erklärt Breyer. „Strafbehörden greifen zehn Mal so oft auf die Kundendaten zu als auf die Verbindungsdaten.“ In der Tat sind die rechtlichen Voraussetzungen für eine solche Abfrage viel niedriger. Die Ermittler brauchen keinen Richterbeschluss: Die Anfrage wird automatisch über die Bundesnetzagentur weitergeleitet. Die Ermittler erhalten problemlos Daten wie Name und Anschrift eines Anschlussinhabers. Laut Tätigkeitsbericht der Behörde geschah das im Jahr 2006 insgesamt 3,6 Millionen Mal. Fünf Jahre zuvor waren es gerade mal 1,5 Millionen Abfragen. Will die Polizei hingegen wissen, wer von wo mit einer bestimmten Karte telefoniert hat, muss sie einen richterlichen Beschluss vorlegen.
Der Erfolg der Kartentauschbörse wird sich nicht an der Zahl der eingetauschten Karten messen lassen. Breyer erwartet, dass in den nächsten Monaten maximal einige hundert Handy-Karten ihren Besitzer wechseln. Denn bereits registrierte Karten kann man sich schon lange an zahlreichen Stellen besorgen – sei es auf dem Flohmarkt, bei eBay oder über Mittelsmänner im Bekanntenkreis. Einige Mobilfunkbetreiber, etwa Aldi Talk, lassen auch eine Registrierung über das Internet zu – gibt man im Online-Formular irgendeine existierende Adresse an, gibt es meist keine Probleme.
Der tiefere Sinn der Aktion ist politisch. Für den Netzaktivisten Padeluun, ebenfalls im Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung engagiert, gehört das Projekt zur „Politik der kleinen Nadelstiche“. Mit einer ähnlichen Aktion hatte der Netzkünstler bereits vor einigen Jahren für Aufsehen gesorgt: Der Verein FoeBuD kopierte eine Rabattkarte des Anbieters Payback – Hunderte von Sympathisanten konnten daraufhin unter einer gemeinsamen Identität einkaufen.
„Wir haben das System nicht boykottiert, sondern gezeigt, was man damit machen kann“, sagt Padeluun heute. Mit der Aktion konnte der Verein die Verbreitung der Rabattkarten zwar nicht verhindern; er sorgte jedoch für etwas mehr Bewusstsein hinsichtlich der Daten, die tagtäglich von den Kunden gesammelt werden.
Ähnlich ist die Motivation für das Projekt Kartentausch. Denn obwohl gegen das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung längst eine Verfassungsklage läuft, setzen die Bürgerrechtler lieber auf Einsicht als auf Zwang. „Wenn die Vorratsdatenspeicherung durch einen politischen Beschluss zu Fall käme, wäre uns das lieber als ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts“, sagt Padeluun.
- Datum 25.04.2008 - 04:52 Uhr
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- Quelle ZEIT online
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erzählte man mir: der liebe Gott sieht alles.Das war eine furchtbare Vorstellung, unabhängig davon, daß ich als Erstklässler ganz gewiss keine schwerwiegenden Sünden oder gar Verbrechen aufzuweisen hatte, die mir die Hölle garantierten.Heute würde ich sagen, ich haßte die Vorstellung, ein Insekt unter einer übergroßen Lupe zu sein, damals war es eher die Verzweiflung - egal was ich machte - nie für mich allein sein zu können.Langsam fange ich an, mich für Schäbles Kindheit zu interessieren.Denn, auch wenn die Interessen dahinter klar sind, es kann schon dauern, den passenden Handlanger zu finden.
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