Integration Zwischen den Fronten?
Wie fühlen sich muslimische Soldaten bei der Bundeswehr? Iris Menke leitet die erste Studie zu diesem Thema. Ein Gespräch
ZEIT online: Ihr Institut forscht über muslimische Soldaten bei der Bundeswehr. Was erhoffen Sie sich von den Ergebnissen?
Iris Menke: Uns ging es erstmal darum, überhaupt festzustellen, ob Handlungsbedarf geboten ist und wie eventuelle Defizite behoben werden können. Unsere Ergebnisse werden die Grundlage für ein langfristiges Projekt bilden, das sich mit interkultureller Kompetenz in der Bundeswehr befasst. Angesichts der zunehmenden Auslandseinsätze wird dieses Thema immer wichtiger.
ZEIT online: Wie viele Soldaten bei der Bundeswehr sind denn muslimischen Glaubens?
Menke: Das ist schwer zu ermitteln. In den Personalakten wird die Religionszugehörigkeit nur im Zusammenhang mit der Kirchensteuer erfasst, das heißt, es werden nur evangelische und katholische Soldaten und Soldatinnen erfasst, alle anderen nur, wenn sie eine freiwillige Angabe machen. Aber wir dürfen auf diese Zahlen nicht zugreifen, weil sie dem Datenschutz unterliegen. So können wir leider keine Anzahl ermitteln und auch unsere Schlüsse sind dadurch nicht unbedingt repräsentativ.
ZEIT online: Auf welcher Grundlage haben Sie denn Ihre Studie geführt?
Menke: Wir haben in der Truppe einen Aufruf per Rundmail gestartet mit der Bitte um Rückmeldung. Im vergangenen Jahr habe ich dann qualitative Interviews mit 18 Muslimen und Musliminnen in der Bundeswehr geführt. Bis auf zwei waren alles Zeitsoldaten, zum überwiegenden Teil Soldaten, die schon länger dabei waren. Mir ging es vor allem darum, herauszufinden, welche Themen für sie überhaupt wichtig sind.
ZEIT online: Und welche waren das?
Menke: Ein Dauerthema ist die Ernährung. Das hängt natürlich sehr stark davon ab, wie religiös jemand ist - da gibt es ein sehr weites Spektrum. Für einige etwa ist es problematisch, wenn Schweinegelatine verwendet wird oder Gerichte in einer Pfanne mit Schweinefett gebraten werden. Anderen wiederum ist das egal, die essen vielleicht sogar mal ein Gericht mit Schweinefleisch.
ZEIT online: Reagieren die Kantinen auf die entsprechenden Anforderungen?
Menke:
Viele Truppenküchen bieten ohnehin schon vegetarische Gerichte an. Außerdem haben mir die meisten Interviewpartner erzählt, dass sie gleich zu Beginn ihres Bundeswehrdienstes von ihren Vorgesetzten danach gefragt wurden, ob sie bestimmte Speisevorschriften einhalten. Das wurde grundsätzlich auch gleich weitergeleitet und es funktioniert in den meisten Fällen.
Problematischer ist die Lage allerdings auf Schiffen und bei Geländeübungen, wenn die Soldaten ein Verpflegungspaket mitbekommen. Da hat man als Muslim tatsächlich nur die Wahl, das Schweinefleischgericht zu essen oder im Zweifel zu verzichten.
ZEIT online: Wie gehen denn gläubige Muslime beim Bund mit der Einhaltung des Ramadan um?
Menke: Der islamische Glaube weist die Möglichkeit auf, diese Fastentage nachzuholen, insbesondere wenn man unter körperlichen Anstrengungen steht. Darauf berufen sich auch viele Befragte. Aber auch hier gibt es etliche, die den Ramadan ohnehin nicht praktizieren.
ZEIT online: Hatten die Befragten das Gefühl, dass man ihnen bei diesen Fragen entgegenkommt oder mussten sie ihre Rechte erst erkämpfen?
Menke: Anhand der Aussagen, die ich gehört habe, hatte ich den Eindruck, dass die Vorgesetzten damit sehr sensibel umgehen.
- Datum 28.01.2008 - 13:29 Uhr
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Hi @ll
gibt es.
Ein Soldat ist seinem Dienstherrn verpflichtet und das ohne wenn und aber.
Wenn er damit nicht klarkommt, dann ist er am falschen Platz und
"Forschungsbedarf" gibt es da auch nicht. Wenn er sich danebenbenimt,
dann ist das ein Fall für den Militärstaatsanwalt.
Gruss
Rene
einer solchen Studie und wer gibt so was in Auftrag?
zu 1) Erkenntnisgewinn
zu 2) der Bund
ausser Muslimen .Ich denke da an Juden,Buddhisten usw., gibt es fuer solche Gruppen aehnliche Studien?
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