In dem Trubel um Obama und Clinton, um den aufhaltsamen Jung-Star der Demokraten und der Come-Back-Artististin der Partei, ist die erstaunlichste Lazarus-Nummer in den Schatten gerutscht: Der Aufsteiger des noch jungen Jahres ist der Republikaner John McCain, der nicht mehr ganz so junge Senator aus Arizona.

Im Sommer schien McCain noch erledigt zu sein: kein Geld, kein Dampf, keine Fortune. Zu alt und zu stur in seiner Rechtfertigung des Irakkriegs. Der Mann musste im Bus durch die Gegend tändeln. In Iowa ging er bloß als Vierter durchs Ziel – hinter dem populistischen Baptisten-Prediger Mike Huckabee, dem Zick-Zack-Künstler Mitt Romney und dem TV-Schauspieler und Ex-Senator Fred Thompson.

Dann, fünf Tage später, New Hampshire. Da lag John McCain plötzlich vorn mit 37 Prozent – vor Romney, dem Ex-Gouverneur aus dem Nachbarstaat Massachusetts, vor Huckabee (11 Prozent) und dem früheren Bürgermeister von New York, Rudy Giuliani (9 Prozent). Hier, in diesem 1,5-Millionen-Bundesstaat, hatten die Wahlforscher ihr Armageddon erlebt, hatten sie doch Barack Obama zum Triumphator ausgerufen. Es siegte indes Hillary Clinton mit drei Punkten Vorsprung.

Mag sein, dass New Hampshire geradezu darauf ausgelegt ist, die Auguren in den Staub zu werfen. Denn: In diesem Staat darf jeder in jeder Urwahl mitmischen, egal, ob er zu dieser, jener oder gar keiner Partei gehört. Die neuesten nationalen Umfragen (richtig, mit Vorsicht zu genießen) scheinen aber aus der örtlichen Besonderheit einen landesweiten Trend zu machen.

Die Frage lautete: "Für wen würden Sie stimmen, wenn in Ihrem Bundesstaat heute Vorwahlen stattfänden?"

Für McCain sind es 28 Prozent – das ist ein Auftrieb von 16 Punkten seit Dezember. Huckabee und Romney kriegen um die 20 Prozent. Giuliani bleibt mit 15 noch irgendwie im Rennen, Thompson scheint abgeschmiert zu sein mit 8 Punkten.

Und nun zu Hillary, die in Iowa scheinbar tödlich verwundet worden war. Sie hat zwar seit Dezember national 11 Punkte verloren, führt aber nun, nach ihrem Comeback im "Granit-Staat", mit fünf Punkten vor Obama.