US-Vorwahlen Kriegsheld kontra Clinton?Seite 2/2
Warum der kleine Comeback von Clinton, der große von McCain?
" It ain't over till it's over ", lautet der in diesen Tagen häufig zitierte Satz des einstigen Baseball-Stars und Alltagsphilosophen Yogi Berra – "gelaufen ist die Sache erst, wenn sie gelaufen ist". Die Volksbefrager merken Folgendes an:
Bei McCain kommt die Außenpolitik zum Tragen. In der Kompetenzfrage – zur Außenpolitik allgemein, zum Irakkrieg und zum Terrorismus – hält der Senator einen doppelstelligen Vorsprung vor seinen Rivalen unter den Republikanern. Möglich, dass die guten Nachrichten aus dem Irak – der drastische Rückgang der Gewalt – ihn nunmehr bestätigen. Unter den Parteimitgliedern gilt er plötzlich auch als "Mr Republican" – als der Kandidat, der am besten die Werte der Partei verkörpert. Auf dieser Skala verzeichnet McCain ein Plus von 9 Punkten in einem Monat.
Hillary Clinton: Obama wurde in New Hampshire ernüchtert, geschlagen ist er bestimmt noch nicht. Bei Clinton schält sich allerdings ein Vorteil in der anderen Schicksalsfrage heraus: der Wirtschaftspolitik eines Landes am Rande der Rezession. Da vertraut ihr fast die Hälfte des Parteivolks am meisten. Obama kriegt nur ein Drittel.
Wirtschafts- und Außenpolitik – da zählen Erfahrung und des Volkes Vertrautheit mit zwei Politikern, die seit Jahrzehnten im Geschäft sind, womöglich mehr als jugendliche Frische – Obama ist erst seit 2005 im Senat.
Aber " it ain't over till it's over ". In dieser Woche stimmen die Republikaner in Michigan, Nevada und South Carolina ab, die Demokraten nur in den beiden letzteren Staaten. In Michigan (wo Mitt Romneys Vater im Vietnamkrieg Gouverneur war) liegt McCain in einer Umfrage vor Romney, in einer anderen hinter ihm. In South Carolina liegt Huckabee mit 5 Punkten vor McCain, und Obama mit 13 vor Clinton.
Siegt McCain in Michigan am kommenden Dienstag und in South Carolina (19. Januar), ist er der Frontrunner. Bei Clinton und Obama müssen wir warten – bis zum "Super Tuesday" am 5. Februar (Vorwahlen in 22 Staaten). Aber nicht vergessen, was in New Hampshire geschah: die schlimmste Niederlage überhaupt – die der Meinungsforscher.
- Datum 15.01.2008 - 04:02 Uhr
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- Quelle ZEIT online, 14.1.2008
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ist alles voellig offen. Da aber, wie angesprochen, die USA Wirtschaft im Sinkflug ist, erhoehen sich die Chancen von Clinton erheblich. Nach den vorliegenden Daten ist auch in diesem Jahr noch keine Erholung in Sicht. McCain ist moeglicherweise gut fuer die Psyche der angeschlagenen Rechten in den Staaten, der Rest der Welt benoetigt allerdings keinen neuerlichen Kriegs"helden".
...halte ich fuer gewagt, zumindest ist er nicht der typische amerikanische Bomber Hero - immerhin war er jahrelang Gefangener der VietKong und kann sich moeglicherweise recht gut in die Lage der Abu Ghraib Insassen hineinversetzen.
@ Karmi: Sie vergessen, dass schon seit der Wahl von 2006 die US-Regierung in den Händen der Demokratischen Mehrheit im Kongress liegt. Wenn die offenbar ziemlich inkompetente Frau Pelosi das immer wieder verzögerte Programm zur Stimulierung der Wirtschaft jetzt nicht zustande bringt, und die USA sinken in eine Rezession, dann werden die Demokraten die kommende Wahl verlieren.
Lieber dunnhaupt,
so schwarz würde ich das nicht sehen: Ein konjunkturell schwaches Jahr 2008 könnte zwar den Demokraten im Herbst wieder ein paar Sitze im Repräsentantenhaus kosten, aber ob damit auch gleich die Präsidentschaft verloren wäre, wage ich zu bestreiten.
Es würde auch - noch einmal - dem Präsidenten angelastet werden, und das gibt den Kräften Auftrieb, die den Wandel versprechen; also innerhalb der eigenen Partei McCain, auf der anderen Seite wiederum Obama.
Und Hillary, wenn sie erfolgreich aus den Vorwahlen am 5. Februar hervorgeht, wüsste bestimmt ein paar gute Rezepte, wie die Wirtschaft für die Amerikaner über die (Wahl-)Runde zu bringen wäre.
Alles in Allem: Enttäuschung über den Verlauf der Konjunktur müsste sich diesmal nicht unbedingt nur zum Schaden der demokratischen Partei auswirken. Silky.
wird die wirtschaftliche Situation nicht der Frau Pelosi anlasten, dafuer ist er en masse zu wenig informiert. Die Schuld wird immer bei den Regierenden gesucht und zumeist gefunden.
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