Grippeimpfung Es war einmal ein AntikörperSeite 2/2

Und das ist leider der Haken an der Sache: Wo Antikörper sind, muss die Schlacht noch lange nicht geschlagen sein. Viren vermehren sich im Inneren von Zellen, ihre wichtigsten Gegner im menschlichen Körper sind sogenannte T-Lymphozyten - Abwehrzellen des Immunsystems, die selbst gar keine Antikörper produzieren. Letztere spielen zwar trotzdem eine wichtige Rolle, auch in der Bekämpfung von Grippeviren. Die bloße Existenz von spezifischen, gegen ein bestimmtes Ziel gerichteten Antikörpern sagt aber noch nichts darüber aus, ob die körpereigene Abwehr auch wirklich mit der zugehörigen Infektion fertig würde.

Nun sind Phase-1-Studien ohnehin nicht dazu da, die Wirksamkeit eines Medikaments oder eines Impfstoffs zu beweisen. Ihr Zweck ist einzig und allein, die Sicherheit medizinischer Neuentwicklungen zu belegen, sprich: dass es keine toxischen Nebenwirkungen oder andere schlimme Komplikationen gibt. Schließlich finden alle vorherigen Versuche an Tieren statt. Und vieles, was die Laborratte locker wegsteckt, bekommt dem menschlichen Organismus eher nicht so gut. Also fühlt man in Phase 1 erstmal vorsichtig an kleinen Teilnehmergruppen vor. Fällt einer tot um, kann man sich die folgenden Tests sparen.

Ebenso sparen könnte man sich die teuren Folgestudien, wenn die menschlichen Versuchskaninchen nach einer Impfung in Phase 1 zwar quietschfidel bleiben, aber überhaupt keine Immunantwort fabrizieren. Also werden die Antikörper bestimmt - sie liefern in jedem Fall Hinweise, welche Formulierung am vielversprechendsten ist. Alles Weitere müssen aber die klinischen Phasen zwei und drei zeigen, in denen es wirklich um die Wirksamkeit des neuen Präparats geht. Die meisten Impfstoffe scheitern hier.

Dass es auch der potenziellen Supergrippevakzine von Acambis so geht, ist fast wahrscheinlich. Denn so vielversprechend der Ansatz mit der Achillesferse ist: Es könnte einen Grund haben, warum das wandelbare Influenza A-Virus sich an diesem Punkt niemals um Veränderung bemühen musste. Nämlich den, dass die Achillesferse gar keine ist.

 
Leser-Kommentare
  1. Manche Impfschäden treten erst Wochen, Monate und manchmal erst Jahre nach der Impfung auf. Langzeitstudien zu Impfungen gibt es leider nicht. Solche Studien wären aber zum Schutz der Bevölkerung unbedingt notwendig und sollten von staatlicher Seite initiiert werden, ohne Beteiligung der Pharmaindustrie. Für einen Antrag auf Entschädigung ist es also wichtig, dass der Schaden innerhalb einer gewissen Frist entstanden ist und dass ferner es als Impfschadensfolge anerkannt ist. Hierzu zählt man heute vor allem Hirnschäden, Lähmungen, Krampfanfälle, Epilepsie. Gerade aber Krampfanfälle treten aber oft  erst Monate nach einer Impfung auf und werden dann häufig nicht mehr als Impfschaden anerkannt, da ja ein Zusammenhang nicht bewiesen werden kann.

  2. Krampfanfälle, astra1971, ist das Stichwort! Zählen dazu eigentlich auch Lachkrämpfe? Über Argumente, wie von Ihnen in Ihrem Kommentar vorgebracht, kann ich mittlerweile nämlich nicht anders als lachen (sorry). Es gab einmal eine Zeit, da war ich ähnlich drauf wie Sie, da habe ich mich von irgendwelchen selbsternannten Heilspropheten, die übrigens auch nichts anderes wollen als z.B. ihre Bücher oder teuren Seminare und Vorträge an den Mann bringen, gründlich auf's Glatteis führen lassen.Nach 4 Jahren Studium der wissenschaftlichen Grundlagen (Biologie) und ausführlicher Auseinandersetzung mit den Mechanismen und Pathomechanismen unseres Immunsystems (Literaturtipp: Janeway's Immunobiology sowie diverse Lehrbücher der Mikrobiologie) denke ich ganz anders. Mir wurde sozusagen der Kopf gewaschen. Ich empfehle auch Ihnen dringend, sich erst einmal mit den Basics auseinanderzusetzen, bevor Sie solche abgegriffenen Schlagworte wie in Ihrem Kommentar unreflektiert auf die Menschheit loslassen.

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