Waldschlösschenbrücke Polizei räumt besetzte Buche

Mehr als einem Monat hatten Umweltschützer auf einem Baum ausgeharrt und so gegen den Bau der Elbbrücke protestiert. In der Nacht rückte ein Einsatzkommando an

Acht Umweltschützer hatten in Dresden seit mehreren Wochen eine Buche besetzt. Mit ihrer Aktion wollten sie den Bau der umstrittenen Waldschlösschenbrücke über die Elbe verhindern. Doch sie konnten ihn nur aufhalten. In der Nacht zum Dienstag rückte ein Einsatzkommando an – und räumte die Umweltschützer von der besetzten Rotbuche. Der Baum steht einer Zufahrtsstraße für die umstrittene Brücke im Dresdner Elbtal im Weg, deshalb soll sie gefällt werden. Das gleiche Schicksal erlitten schon mehrere Bäume und Sträucher.

Die Polizei hatte kurz vor ein Uhr damit begonnen, die insgesamt acht Umweltschützer von dem Baum zu holen. Mehrere Dutzend Beamte waren im Einsatz. Die Räumung, die von zahlreichen Schaulustigen verfolgt wurde, verlief den Angaben zufolge gewaltfrei und ohne Zwischenfälle. Die Bautzner Straße am Elbufer wurde komplett gesperrt.

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Die Aktivisten der Umweltorganisation Robin Wood hatten die rund 300 Jahre alte Rotbuche seit dem 12. Dezember besetzt gehalten. Unterstützt wurden sie von zahlreichen Sympathisanten, die am Fuße des Baumes ausharrten.

Am frühen Dienstagmorgen ist dann mit der Fällung der rund 300 Jahre alten Rotbuche begonnen worden. Die Arbeiten wurden unter Polizeischutz ausgeführt. Etwa 100 Menschen protestieren mit Pfiffen und Buh-Rufen. Die umliegenden Straßen wurden weiträumig gesperrt. Der Baum soll in einzelne Teile zerlegt werden. Die Arbeiten könnten bis zu acht Stunden dauern, hieß es.

Der Bau der Waldschlößchenbrücke ist nicht nur aus Naturschutzgründen heftig umstritten. Wenn sie gebaut wird, droht dem Elbtal der Verlust des Unesco-Welterbetitels.

 
Leser-Kommentare
  1. Trauriger Moment in der Geschichte der
    Stadt. Traurig auch die Ignoranz der Brückenbefürworter.
    Aber die geistige Größe zeigt sich im Falle eines
    vermeintlichen Siegs im Umgang mit dem Unterlegenen. Also Ihr seid
    ganz groß! Wann merkt Ihr, dass Ihr auch verliert?

    • ofv
    • 15.01.2008 um 15:56 Uhr

    Dem ist nichts hinzuzufügen.

  2.  Schade, dass selbst die Zeit die dpa-Formulierung übernommen hat und von Schaulustigen spricht. Nur zum Schauen steht wohl niemand mitten in der Nacht auf! 

  3. ... da ist es wieder: das gefühl der ohnmacht. das gefühl von hass, das wie eine ratte unter dem zwerchfell sitzt. und frisst und frisst. das gefühl von wut, das sich in der tasche in das taschentuch krallt, als sei es ein stein oder eine handgranate. www.amokwriter.com

  4. Das Tal der Ahnungslosen bleibt (gefährlich) ahnungslos. Sächsische (deutsche) Arroganz ohne gleichen. Ohnmacht, Hilflosigkeit. Machtbesessener, narzisstischer   Missbrauch derr Demokratie durch "Christen". Ekel! Ekel! Ekel! Angst. Wer keine Demut vor einem zweihundertjährigem Baum hat, hat auch keine Demut vor den Menschen. Seelenlosigkeit des Kapitals. Selbstzerstörerischer Fortschritt im Namen der totalitären Macht des Kapitals. Ihr gefährlichen Ahnungslosen hättet Marx wirklich lesen und verstehen sollen. Das Westfernsehen hat Euch nicht klug gemacht, im Gegenteil!

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  • Quelle ZEIT online, 15.01.2008
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  • Schlagworte Polizei | Waldschlösschenbrücke | Elbe | Dresden
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