Das US-amerikanische Soziale Netzwerk Facebook startet bald mit einer deutschsprachigen Version seines Angebots. Der für Strategie zuständige Vorstand Matt Cohler sagte am Sonntagabend zu ZEIT online, das Unternehmen arbeite dafür „nicht nur mit professionellen Übersetzern zusammen“. Zusätzlich habe man vor einigen Tagen die ersten Nutzer aus Deutschland und anderen Ländern gebeten, sich an der Übersetzung zu beteiligen. „Wir wollen die wirklich richtige Ansprache finden“, sagt der fürs Auslandsgeschäft zuständige Manager Javier Olivan: „Am Ende lassen wir abstimmen, welche Formulierung am besten ist.“

Facebook, das ursprünglich an der amerikanischen Universität Harvard entstand und sich dann unter allen Studenten im Land verbreitete, hat inzwischen mehr Nutzer im Ausland als in den USA. Insgesamt sind es 60 Millionen Aktive. Unter ihnen stammen 13 Prozent aus Großbritannien, vier Prozent aus der Türkei – und bisher ein Prozent aus Deutschland.

Zu wirtschaftlichen Perspektiven wollte sich Matt Cohler nicht äußern. Während Analysten erwarten, dass Facebook in diesem Jahr bis zu 500 Millionen Dollar Umsatz machen wird, sprach Cohler nur davon, dass man wisse, dass einige große Werbekunden deutlich mehr Werbung in Facebook machen wollten als im vergangenen Jahr. Man spreche direkt mit den Marketing-Verantwortlichen der 200 größten Markenhersteller. Normalerweise gibt es für solche Geschäfte Zwischenhändler. Aber viele Werbeformen in Sozialen Netzwerken sind noch nicht etabliert genug, weshalb die Manager von Facebook die Werbungtreibenden direkt überzeugen müssen.

Immerhin sichert eine Vereinbarung mit dem Software-Konzern Microsoft stetige Einnahmen. Microsoft ist vor einigen Jahren ins Geschäft mit Internet-Werbung eingestiegen und vermarktet diverse Internet-Angebote . Seit dem vergangenen Oktober nun gibt es eine lang laufende Vereinbarung mit Facebook, dass die Werbevermarkter von Microsoft auch die grafischen Anzeigenplätze des Netzwerks, die sogenannten Werbebanner, verkaufen.