Nahost Kein Strom in Gaza-Stadt
Hamas hat das einzige Kraftwerk des Gazastreifens abgeschaltet. Grund sei, dass Israel keinen Treibstoff mehr liefere. Israel spricht von einer vorgetäuschten Krise
Nach der Abriegelung des Gazastreifens durch Israel am Freitag hat die dort regierende Hamas das einzige Elektrizitätswerk in dem Autonomiegebiet abgeschaltet. Sie begründet dies mit mangelnden Treibstofflieferungen aus Israel. Nach Angaben der Energiebehörde sind etwa zwei Drittel der 1,5 Millionen Einwohner des Gazastreifens betroffen. Die Hauptstadt Gaza mit 400.000 Einwohnern sowie die Flüchtlingslager im Süden lagen am Sonntagabend im Dunkeln.
Die israelische Regierung wirft der radikalislamischen Hamas vor, künstlich eine Krise in dem von ihr kontrollierten Gebiet schaffen zu wollen, um sich die Unterstützung der eigenen Bevölkerung zu sichern. Drei Viertel des Gesamtstrombedarfs seien durch direkte Lieferungen aus israelischen Kraftwerken gedeckt, sagte ein Sprecher des israelischen Außenministeriums. Nach Berichten israelischer Medien wurden Teile des südlichen Gazastreifens bereits in der Nacht zum Montag mit Strom aus Ägypten versorgt.
Aus palästinensischer Sicht stellt sich die Situation vollkommen anders dar: Kraftwerksleiter Rafik Maliha sagte, wegen der Schließung des Übergangs Nahal Os sei kein neuer Treibstoff aus Israel geliefert worden, und das Werk verfüge über so gut wie keine Vorräte. Hamas machte die Stromabschaltung für den Tod von fünf Krankenhauspatienten verantwortlich. Vertreter der Gesundheitsbehörden, die namentlich nicht genannt werden wollten, widersprachen dem aber. Es sei niemand gestorben, hieß es.
Angesichts der sich zuspitzenden Krise im Gazastreifen hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Telegrammen an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, an das sogenannte Nahostquartett aus EU, USA, UN und Russland sowie an die Arabische Liga appelliert, sich dafür einzusetzen, dass Israel die Abriegelung des Gazastreifens aufhebt.
Das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) sagte, die Grenzschließungen zum Gazastreifen hätten dramatische Auswirkungen auf Krankenhäuser, die Trinkwasserversorgung und die Entsorgung von Abwässern. Die Logik der israelischen Entscheidung "widersetzt sich grundlegenden humanitären Standards", sagte UNRWA-Sprecher Christopher Gunness.
Israel hatte als Antwort auf den Beschuss seines Territoriums am Freitag den Gazastreifen abgeriegelt. Seit Sonntag der vergangenen Woche wurden nach Angaben der israelischen Tageszeitung
Jerusalem Post
etwa 165 palästinensische Kassam-Raketen auf Ziele in Israel abgefeuert. Zudem seien etwa 70 Mörsergranaten eingeschlagen.
Bereits am vergangenen Freitag hatten die Vereinten Nationen Israel aufgefordert, die Grenze wieder zu öffnen. Die palästinensische Bevölkerung in dem von der radikal-islamischen Hamas kontrollierten Küstengebiet dürfe nicht kollektiv für die Taten von Extremisten bestraft werden, sagte UN-Nothilfekoordinator John Holmes in New York. Die Raketenangriffe radikaler Palästinenser rechtfertigten diese Reaktion Israels nicht. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kritisierte, Israel schneide die 1,5 Millionen Menschen im Gazastreifen von der Energie- und Wasserversorgung sowie der Lieferung dringend benötigter Lebensmittel und Hilfsgüter ab. Er forderte beide Seiten zum Stopp der Gewalt auf.
Israel hat unterdessen seine Militäroperationen gegen Extremisten im Gazastreifen fortgesetzt. Am Sonntagabend tötete die israelische Luftwaffe bei zwei Angriffen zwei Palästinenser, wie die Zeitung
Jerusalem Post
in der Nacht zum Montag auf ihrer Internetseite unter Berufung auf die israelischen Streitkräfte berichtete.
Eines der Opfer sei ein führendes Mitglied der Al-Aksa-Brigaden gewesen, des bewaffneten Arms der Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Der Extremist wurde dafür verantwortlich gemacht, palästinensische Kassam-Raketen auf Israel abgeschossen zu haben. Zuvor war ein Palästinenser getötet worden, als er mit einem Karren voller Raketen in der Nähe des Grenzzauns zu Israel unterwegs war. Eine israelische Rakete habe den Karren getroffen. Dabei sei der Mann ums Leben gekommen und mehrere andere seien verletzt worden.
- Datum 21.01.2008 - 02:10 Uhr
- Quelle ZEIT online, dpa
- Kommentare 5
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Sicher ist es, dass Europa Israel weiterhin jede Unterstützung gewähren wird, um permanent Völkerrecht zu brechen und nach belieben Palästinenser zu töten. Das Menschen als "Radikal" und "Terrorist" deklariert werden, wenn sie um ihr Existenzrecht gegen Israel kämpfen, täuscht zwar die wenig intelligenten, mach aber letztendlich die Autoren mit solcher Sprachanwendung zu Mittätern bei Israels Verbrechen.Sicher ist es auch, dass hier wieder jede Menge Kommentare auftauchen werden, die die rassistische Apartheid in Israel zu verteidigen versuchen werden, letzendlich aber nur Zeugnis ihres eigenen Rassismus ablegen werden.
Hi @ll
Wer wie die *Hamas* Terror verbreitet und seinen Nachbarstaat permanent angreift, der hat kein Recht auf irgendwas.
Und schon gar nicht das Recht von seinem Terroropfer auch noch Treibstoff zu verlangen.
Israel handelt richtig und kosequent, es geht nicht an die Schlange die einen beissen will auch noch zu füttern.
Gruss
Rene
Hi @ll
Sauberer Rundumschlag den Sie da austeilen.
Jeder der nicht ihrer Meinung ist unterstützt also automatisch
*rassistische Apartheit*, die es Ihrer Meinung nach natürlich nur in
Israel geben kann.
Es gibt übrigends in der israelischen Regierung einen muslimischen Minister.
Soviel zum Thema Apartheid.
Wer Raketen in ein Nachbarland abfeuert, der ist RADIKAL und damit ein
TERRORIST der gestoppt werden muss, wenn nötig auch mit Gewalt.
Ich empfehle Ihnen übrigends folgende Webseite
www.al-islam.com
Deutsch/Hadith 1660
Der Inhalt dieses Hadithes findet sich wortwörtlich in der Charta der *Hamas* wieder.
Gruss
Rene
Sure Al-Baqara>Vers 221Und heiratet nicht heidnische Frauen, solange sie
nicht gläubig werden! Eine gläubige Sklavin ist besser als eine
heidnische Frau, auch wenn diese euch gefallen sollte. Und gebt nicht
(gläubige Frauen) an heidnische Männer in die Ehe, solange diese nicht
gläubig werden! Ein gläubiger Sklave ist besser als ein heidnischer
Mann, auch wenn dieser euch gefallen sollte. Jene (Heiden) rufen zum
Höllenfeuer (indem sie zum Unglauben und zu sündigen Handlungen
auffordern). Allah aber ruft zum Paradies und zur Vergebung durch seine
Gnade. Und er macht den Menschen seine Verse klar. Vielleicht würden
sie sich mahnen lassen.[entfernt, bitte diskutieren Sie sachlich/ Redaktion; svb]
Wenn - 'Wer wie die *Hamas* Terror verbreitet und seinen Nachbarstaat permanent angreift' - kein recht auf irgendwas hat, stellt sich einem doch die frage: was hat das mehrheit der menschen im gazstreifen zu tun? oder glauben sie wirklich, dass die ALLE hamasmitglieder sind? wussten sie übrigens, dass kollektivbetstrafung bereit zum ende des mittelalters hin abgeschafft wurde? haben sie diesen schritt intellektuell noch nicht geschafft?mit hinblick auf absprache jedweder rechte für die menschen im gazastreifen sollten mal ernsthaft darüber nachdenken: WAS bedeutet ihre krude rechtsauffassung für die menschen im gazastreifen und wen trifft die aushungerungsstrategie israels am ersten? wirklich die hamasmitglieder? oder doch eher frauen, kinder, alte und kranke?aber vielleicht sind sie ja auch der meinung, dass die menschen im gazasteifen ihr schicksal verdient haben, weil sie sich nicht gegen die hamas wehren. doch was bedeutet das: sie fordern ernsthaft, dass die menschen für wasser, brot und strom zur waffe greifen, andere palästinenser töten und so einen bürgerkrieg vom zaume brechen. israels ziel scheint das ja offenkundig zu sein.
mich würde allerdings mal interessieren, inwiefern die hamas ihren 'nachbarstaat' permanent angreift? vielleicht hab ich ja irgendetwas überlesen, aber ist es nicht israel, dass die palästinensergebiete besetzt oder eingekesselt hält? ist es nicht israel, dass seit jahrzehnten ein apartheitssystem in den palästinensergebieten aufrecht erhält? ist es nicht israel, das siedlungen auf fremdem boden errichtet? das soll nicht als angriff gelten, sondern allein die aus hilflosigkeit und verzweifelung entstandene gewalt einiger extremisten?
übrigens - den treibstoff, den sie ansprechen, bezahlen die EU, die UNO und die usa ... und auch den strom, das wasser und viele lebensmittel und medikamente. und wenn die hamas kein recht auf treibstoff hat, warum haben es all die menschen im gazastreifen, die keine raketen abschiessen, denn dann auch nicht? wann und wodurch haben sie dieses recht denn verloren?
'es geht nicht an die Schlange die einen beissen will auch noch zu füttern' und ein weil israel von ein paar tausend schlangen, die es SELBST GEZÜCHTET hat, gebissen werden könnte ist es richtig, auch all die anderen 1,5 MILLIONEN lebenwesen in der umgebung mit auszurotten? nur zur erinnerung, im gleichen zeitraum, in dem 7 israelis den kassamraketen zum opfer vielen, hat israel weit über 1.000 palästinenser ermordet. ob das wohl auch eine ursache für den fortdauernden kassamraketenbeschuss sein könnte?
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