Gesundheit "Fasten ist Humbug"
Sven-David Müller-Nothmann, 38, ist Ernährungsberater und Vorsitzender des Deutschen Kompetenzzentrums Gesundheitsförderung und Diätetik. Er hält Fasten nicht nur für wirkungslos, sondern sogar für gefährlich
ZEIT online: Kann man sich krank fasten?
Sven-David Müller-Nothmann: Krank und tot. Wir sind als Organismus geplant, der täglich, oder zumindest jeden zweiten oder dritten Tag, mit Nahrungsmitteln versorgt werden muss. Sonst kann er nicht überleben. Der Mensch macht keinen Winterschlaf und deswegen hat er keine Möglichkeit, Fastenphasen als etwas Positives anzusehen.
ZEIT online: Welche negativen Nebenwirkungen kann Fasten haben?
Müller-Nothmann: Fasten ist der direkte Weg, über den Jojo-Effekt dick zu werden und außerdem Cellulite zu bekommen. Kurzzeitige Nebenwirkungen sind Schwindelgefühl, Kreislaufprobleme, Zittern, Kopfschmerzen und psychische Probleme.
ZEIT online: Damit meinen Sie die so genannte Kurkrise.
Müller-Nothmann: Nein! Das ist keine Kurkrise, das ist die Reaktion des Körpers auf den vollständigen Nahrungsentzug: Fasten ist künstlich hervorgerufenes Verhungern. Der Organismus glaubt, es herrscht eine Hungersnot. Er aktiviert alle Notsysteme, die uns am Leben erhalten sollen, damit wir noch loslaufen und uns irgendwo Nahrung suchen können. Dafür wird Muskulatur abgebaut und das ist das Schlimmste, was überhaupt passieren kann. Wenn ich Muskeln und Körperzellen abbaue, fällt Harnsäure an, die beispielsweise einen Gichtanfall auslösen kann.
ZEIT online: Betrifft dieser Muskelabbau auch das Herz?
Müller-Nothmann: Natürlich wird auch Herzmuskel abgebaut. Deswegen gibt es auch regelmäßig Todesfälle. Die sind natürlich nicht direkt auf das Fasten zurückzuführen, das halte ich für selten, aber auch solche Fälle sind in der Literatur erfasst. Fasten kann durchaus tödlich enden für Menschen, die unter chronischen Krankheiten leiden.
ZEIT online: Aber gerade diesen Menschen wird doch empfohlen, zu fasten.
Müller-Nothmann: Um Gottes willen! Nur vollständig gesunde Menschen sollten fasten! Und für die ist es auch blödsinnig. Fasten ist Humbug. Hokus-Pokus. Zu sich selbst kommen kann man auch anders, indem man sich einfach mal ein Buch nimmt und in den Wald setzt. Das ist eine sehr viel gesündere Methode.
- Datum 30.01.2008 - 05:26 Uhr
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Herr Müller-Nothmann stellt in dem Interiew alte, durch langjährige Erfahungen und wissenschaftliche Studien widerlegte Behauptungen auf. Die Ärztgesellschaft Heilfasten und Ernährung e.V. hat in ihrer Website vor einigen Jahren Stellung bezogen. Ich hätte mir einen kompetenteren Interview-Partner gewünscht. Das ist verantwortungslose Panikmacherei.
Ich habe seit 1989 ca. 260 Fastenwochen geleitet. Sehr viele Teilnehmer fasten regelmäßig ein- oder zweimal im Jahr mit guten Erfahrungen. In keinem Fall sind die von Müller-Nothmann behaupteten Schädigungen aufgetreten.
Es ist schon lustig, wenn Menschen, die mit dem Fasten KOHLE machen, dafür eintreten. Ein Fasten-Ärzte-Verbund findet also Fasten gut - ach was. Peinlich, dass niemals irgendwelche Publikationen oder wissenschaftliche Arbeiten vorgelegt werden, die über das Niveau von Zeitschriften wie "Du und Dein Hund" hinausgehen. Aber die Kritiker sind in den Augen der Fastenmafia, die viele hundert Millionen mit dem künstlichen Verhungern von Menschen verdient, unwissenschaftlich. Peinlich!
Pünktlich vor Beginn der Fastenzeit findet ein gewisser Sven-David Müller-Nothmann wieder eine Plattform - diesmal gar "Die Zeit" -, um seine unsäglichen Tiraden gegen das Fasten abzuschießen. Ich wundre mich, dass ich nach rund 30-maligem Fasten immer noch einen Herzmuskel besitze, immer noch dasselbe Gewicht habe wie vor einigen Jahrzehnten und auf einen Gichtanfall, Cellulite und den Jo-Jo-Effekt immer noch vergeblich warte, so wie auch auf die von diesem Herrn Müller-Nothmann erwähnten Nebenwirkungen.
Ganz offensichtlich ist Fasten ein so toller Hokus-Pokus, dass ich und auch mein Mann deshalb einfach nicht krank werden, schlank und vergnügt und mit ausreichend Muskeln versehen viel Sport treiben können, und das sogar während der jährlich zweimaligen Fastenzeit.
Eins unterscheidet uns allerdings grundlegend von Herrn Müller-Nothmann: Während er auf seiner Website ungeniert Reklame für Nestle macht und Nahrungsergänzungsmittel propagiert (pfui, nicht einmal die schlucken wir!), genießen wir das frisch zubereitete Essen von überwiegend biologisch erzeugten Lebensmitteln. Es gelingt uns also nicht einmal, uns mit Gemüse zu kasteien ...
Schade, dass Herr Müller-Nothmann solch einen Humbug verzapft. Wenn er wissenschaftlich arbeiten würde, müsste er sich nämlich mit den Ärzten der Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung und vielen wissenschaftlichen Studien auseinandersetzen. Ich nenne hier nur Namen wie Dr. Wilhelmi de Toledo, Drs. Eva und Norbert Lischka, Dr. Hölz, Dr. A. Buchinger, Dr. Kuhn, ... und nicht zu vergessen den Arzt, der vor über 30 Jahren den Klassiker "Wie neugeboren durch Fasten" geschrieben hat und damit das "Fasten für Gesunde" als beste Prävention überhaupt propagierte, Dr. Hellmut Lützner. Als Folge davon hat er vor über 20 Jahren den Grundstein gelegt für die Deutsche Fastenakademie dfa, an der seither kompetente FastenleiterInnen ausgebildet und von Ärzten geprüft werden, um Gesunde richtig durchs Fasten führen zu können.
Herr Müller-Nothmann - Ihre Ausführungen, nicht das Fasten, sind schlicht Humbug, zeugen von großer Ignoranz und lassen vermuten, dass Sie von der Nahrungsmittelindustrie bezahlt werden.
Es grenzt an die Unglaublichkeit, dass Herr Müller-Nothmann "schon wieder" eine Plattform für seine Verschleierungs- und Nebeltaktiken, sowie für seine "Unwissenheit" geboten wird.
Herr Müller-Nothmann ignoriert seit Jahren sämtliche Hinweise auf entsprechende Studien, die selbstverständlich zum Heilfasten vorliegen.
Das in anderen Kulturen Fasten "völlig unbekannt sei" zeugt ebenso von Ignoranz, weil sich Herr Müller-Nothmann damit ebenfalls anscheinend nicht beschäftigt hat.
Auch die Unter-Überschrift des Artikels "Über die Wirkungen des Fastens herrscht unter Experten ein Glaubenskrieg." ist vielleicht zutreffend, aber keineswegs stimmig.
Es handelt sich beim Fasten um physiologische Tatsachen, die absolut hinreichend untersucht sind. Es geht hier also nicht um Glauben, sondern um Tatsachen.
Und genau diese Tatsachen werden durch Herrn Müller-Nothmann nach belieben verdreht - verzerrt und verleugnet: sehr geschickt mischt er wahre physiologische Tatsachen mit anderen Unwahrheiten.
Beispiel: "Deswegen gibt es auch regelmäßig Todesfälle."
Die Dokumentationen zu Todesfällen, die direkt auf Heilfasten zurückzuführen sind, sind von ihm nicht beizubringen. Dazu hatte ich Herrn Müller-Nothmann schon früher aufgefordert.
Hier wird geschickt versucht Todesangst vor einem sicheren und bewährten Naturheilverfahren zu verbreiten.
Da stellt Frau Nehmitz zu Recht die Frage (siehe Kommentar oben):
"Warum stellt Herr Müller-Nothmann solche Behauptungen auf?"
Von wem wird Her Müller-Nothmann bezahlt?
Jedenfalls sind seine eigenen Vorwürfe bezüglich:
"Fasten wird nur von denen befürwortet, die damit Geld verdienen" absolut unter der Gürtellinie.
Ist die Verkäuferin an der Wursttheke bei Edeka eine "Geschäftemacherin"?
Ist der Tischler, Elekriker, Friseurin, Physiotherapeutin, Sekretärin eine Geschäftemacherin, wenn diese von den Produkten und Dienstleistungen überzeugt sind, die sie Ihren Kunden anbieten?
Ich persönlich verdanke dem Heilfasten den größten Teil meiner wiedergewonnen Gesundheit. Heilfasten befreite mich von zahlreichen Leiden: Allergien, Haarausfall, Migräne, Ekzeme, versch. Darmerkramkungen, Gelenkschmerzen...
All dies wurde durch Heilfasten möglich, nachdem man mich bis in die Uni-Klinik geschickt hatte und man mir auch dort nur mit "noch mehr" Tabletten und Salben helfen wollte.
Mit den besten Wünschen
René Gräber
www.gesund-heilfasten.de
Das was Herr Müller-Nothmann schreibt ist absoluter Quatsch. Ich faste einmal jährlich für ca. 10-14 Tage. Bei einer Größe von 1,76m wiege ich im Schnitt immer 59kg. Natürlich nimmt man während dieser Zeit ab und nach Ende der Fastenzeit meistens dann auch wieder zu. Aber ich habe nach Beendigung noch nie mehr gewogen, als vor der Fastenkur. Wer richtig fastet hungert auch nicht im üblichen Sinne. Dem Körper werden sehr viele Nährstoffe (Rote-Beete-Saft/Sauerkrautsaft usw.) täglich zugeführt. Hinzu kommt eine sämige Gemüsesuppe einmal täglich. Wenn man sich an die Anleitung hält und dem Körper mit Wechselduschen und Bürstenmassagen hilft die Schadstoffe mal auszuschwemmen, dann wird jeder feststellen, wie gut er sich fühlt. Das Hautbild verjüngt sich und ich habe eine Energie, wie sonst nie. Wenn es also so schlecht ist zu fasten, frage ich mich doch, warum der Körper so positiv darauf reagiert.....Na Herr Müller-Nothmann wie erklären Sie das????? Viele Grüße an dieser Stelle an Herrn Graeber - machen Sie weiter so. Sie haben wenigstens Ahnung von dem was Sie im Leben tun. Herr Müller-Nothmann kann noch eine Menge von Ihnen lernen......
Herr Müller-Nothmann weiss NICHT, wovon er spricht. Dass eine seriöse Zeitung wie "Die Zeit" die unqualifizierten Aussagen ohne Kommentar abdruckt, ist ein Skandal. Er behauptet: "Das Fasten wurde nämlich von Deutschen erfunden." Fest steht: Viele Religionen kennen seit Urzeiten Fastenzeiten: das Christentum vornehmlich die vierzig Tage im Frühjahr, die der Vorbereitung auf Ostern dienen und an die 40 WüstentageJesu oder die 40 Wanderjahre der Israeliten erinnern.( aus Wikipedia); allein das WORT "FASTEN" ist gotisch/althochdt. Ursprungs (dort nachzulesen).Nach 5 maligem Fasten (unter ärztlicher Aufsicht/Anleitung) bin ich seit 5 Jahren weiter davon entfernt eine Krankheit zu bekommen, die mich zum lebenslangen regelmäßigen Spritzen von körperidentischen Stoffen verurteilt hätte. Einen Jojo-Effekt kenne ich nicht (wenn man von dem Gewicht normaler Nahrungsaufnahme absieht), sondern erfreue mich guter Gesundheit.Goslar, den 31. Januar 2008, Peter L. Menzel
Die Waffen des Krieges.Zwei Lager stehen sich wieder einmal gegenüber. Stellen wir einmal anheim, dass die Kämpfer beider Lager „Überzeugungstäter“ sind. So hat sich jeder auf Grund seines (unvollkommen?) Wissens oder auch seiner Erfahrung eine Meinung gebildet, welche er vehement vertritt. Leider werden, wie in einem Krieg üblich, unsaubere Waffen eingesetzt.Waffen wie Fastenmafia oder bezahlter „Söldner“ der Nahrungsmittelindustrie bezeichne ich als solche Waffen. Und wie in einem Krieg üblich, gibt es dabei keine Gewinner nur Verlierer. Wenn wenigstens die Verursacher des Krieges zu den Verlierern gehören würden, dann wäre ein derartiges Gefecht schnell beendet. In Wirklichkeit gewinnen aber immer beide Parteien.Beide Seiten gewinnen an Popularität und damit sicher auch weitere Anhänger, die letztlich auch bereit sind, in irgendeiner Form ihren Obolus zu leisten.Verlierer sind die Unbeteiligten. Auf der Seite von Herrn Müller-Nothmann verlieren alle Suchenden, die durch eine überwachte Fastenzeit Ihre Gesundheit wieder erlangen könnten.Die Verlierer der anderen Seite, sind diejenigen, die glauben könnten eine Fastenkur wäre in jedem Fall unbedenklich, und sich deshalb möglicherweise gesundheitlich schädigen.Es wäre zu wünschen, wenn der Absolutismus beider Seiten sich in eine kritische Diskussion mit, für beide Seiten, neuen Erkenntnissen wandeln würde.Siegfried Müller Heilpraktiker[Bitte keine werblichen Links. / Die Redaktion; ew]
Ich habe ehrlich gesagt bzw geschrieben nicht viel Ahnung vom Fasten, aber als eigenständig denkender und hinterfragender Mensch fehlt mir in diesem Artikel die Kompetenz und sachliche Professionalität wissenschaftlichen Arbeitens, um mir eine unabhängige Meinung bilden zu können. Allein die Überschrift läßt mich schmunzeln und ich denke da an die Bildzeitung :-D.Dass die Zeit eine so vorgefertigte Meinung ohne Kommentar druckt, ist nicht nur unverantwortlich und unmoralisch, sondern regelrecht gefährlich! Da kann man nur lachen oder weinen...in jedem Fall beeinflußt ein so peinlicher und niveauloser Artikel meine Meinung über die Seriosität dieser Zeitung.((-:ml:-))
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