Als Antwort auf den Beschuss Israels mit palästinensischen Raketen hat der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak am Donnerstag die erneute Abriegelung des Gazastreifens angeordnet. Die Maßnahme gelte für alle Grenzübergänge, berichtete der israelische Rundfunk. Betroffen seien auch die Übergänge, die für die Belieferung mit Treibstoff und Hilfsgütern genutzt werden.

Seit Dienstag sind nach israelischen Armeeangaben über 110 Kassam-Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert worden. Nach einer längeren Feuerpause setzten militante Hamas-Kämpfer damit den Beschuss Israels wieder fort. Die militanten Flügel der radikal-islamischen Palästinensergruppe Hamas sowie der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas übernahmen die Verantwortung für die Raketenangriffe. Zuvor war bei einem israelischen Militäreinsatz der Sohn des radikalen Hamas-Führers Mahmud al-Sahar getötet worden.

Eine Beruhigung der Lage ist nicht in Sicht. Barak wies die israelischen Streitkräfte an, weiter eine größere Militäroperation in Gazastreifen vorzubereiten. Nach Angaben der Zeitung Haaretz versprach Barak bei einen Besuch im Negev, dass das Militär alles unternehmen werde, um den Beschuss mit selbst gebauten Kassam-Raketen endgültig zu stoppen.

Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert sagte am Donnerstag in Tel Aviv, Israel werde die Hamas und den Islamischen Dschihad weiter "ohne Kompromisse, ohne Nachgeben und ohne Mitleid bekämpfen". Israel könne "den andauernden Beschuss seiner Bürger nicht akzeptieren". Man werde sich dabei bemühen, palästinensische Zivilisten zu verschonen.

Seit Dienstag sind bei israelischen Militäreinsätzen, die nach Angaben der Armee gegen den Raketenbeschuss gerichtet waren, 25 Palästinenser, darunter auch mehrere Zivilisten, ums Leben gekommen.