Integrationsdebatte Das Aussehen zähltSeite 2/2

Ich will es genau wissen. Gibt es eine eindeutige wissenschaftliche Definition des Begriffs? Der Blick ins Internet hilft nicht weiter. In Wikipedia hat jemand dazu geschrieben: "Migrationshintergrund ist ein Ordnungskriterium der bundesdeutschen amtlichen Statistik zur Beschreibung einer Bevölkerungsgruppe mit einem Syndrom an Merkmalen." Hilfe, ein Syndrom! Das klingt bedrohlich. Sollte ich den Arzt aufsuchen? Ist es ansteckend? Gibt es eine Therapie?

Der Mikrozensus 2005 des Statistischen Bundesamts, der im vergangenen Jahr erschienen ist, gibt Entwarnung. Danach litten im Jahre 2005 15,3 Millionen Menschen in Deutschland an demselben Syndrom, was bedeutet, dass etwa ein Fünftel der bundesrepublikanischen Bevölkerung einen Migrationshintergrund hat. Mehr noch, man unterteilt nach Migrationshintergrund und Migrations erfahrung . Laut Definition gehöre ich zu den "Personen mit Migrationshintergrund im weiteren Sinn (i. w. S.)", da "dieser Migrationshintergrund sich dann ausschließlich aus den Eigenschaften der Eltern ableitet. Die Betroffenen können diesen Migrationshintergrund aber nicht an ihre Nachkommen ‚vererben’" . Gott sei Dank, es ist nicht vererbbar! Das bedeutet, dass meine Kinder statistisch keinen Migrationshintergrund mehr haben. Warum werden sie dann noch immer nach ihrer Herkunft gefragt?

Ich will auch gar nicht, dass sie ihre afrikanischen Wurzel vergessen, sondern stolz darauf sind. Wenigstens können sie dabei auf die Migrationserfahrung ihres Großvaters zurückgreifen.

 
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