Handywerk Tapfere Trotzköpfe

Nokia will über den Standort in Bochum nicht verhandeln. Doch genau das wollen Mitarbeiter, Politiker und Gewerkschaften nicht akzeptieren. Ein Bericht aus der Kampfzentrale

"Erst abkassieren und sich dann der Verantwortung entziehen", steht auf einem Plakat. Ein anderes macht sich den Werbeslogan des Mobilfunkanbieters zu Eigen: "Nokia - verarsching people". Die Stimmung ist gereizt im Innenhof des Bochumer Rathauses. "Schweinerei" skandieren einige Männer mit roten Fahnen. Es dröhnen Trillerpfeifen, Rasseln und Hupen über den Hof. Alle sind sie gekommen: Nokia-Mitarbeiter, Verdi, die Jungsozialisten der SPD, die Linkspartei. Sogar streikerprobte Opel-Angestellte aus Rüsselsheim stehen vor dem Bochumer Rathaus.

Knapp 200 Menschen wollen vor einem Spitzentreffen der Bochumer Bürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD) mit der NRW-Wirtschaftministerin Christa Thoben (CDU) und den Gewerkschaften zeigen, dass sie nicht akzeptieren, was fast unausweichlich scheint: Das Streichen des Standortes Bochum von der Nokia-Weltkarte. Der finnische Mobilfunkkonzern hatte am Dienstag bekannt gegeben, bis zur Jahresmitte alle 2300 Arbeitsplätze in Bochum abzubauen und die Produktion nach Rumänien zu verlagern. Große Aufruhr gab es vor allem, weil Nokia bis vor Kurzem über 80 Millionen Euro an Subventionen aus Bundes- und Landesmitteln erhalten hatte.

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Vor allem über diese abkassierten Subventionen sind die Nokia-Mitarbeiter vor dem Rathaus sauer. Dazu kommt die Angst, den Job zu verlieren. So wie bei Christina Hetfeld, die sich nicht geschlagen geben will. "Das kann es einfach nicht gewesen sein", sagt sie. Die 42-jährige Nokia-Mitarbeiterin kann noch immer nicht fassen, was sie da vor wenigen Tagen aus dem Radio erfuhr. "Das kam völlig unerwartet." Zum einen, weil das Unternehmen schwarze Zahlen schreibe. Andererseits war sie bereits mit der weiteren Jahresplanung beschäftigt: "Es wurde schon diskutiert, welche Handy-Modelle demnächst in Bochum produziert werden", sagt Hetfeld und blickt ins Leere.

Immer wieder muss sie an den vergangen Sommer denken: Im August hatte Christina Hetfeld ihr 25-jähriges Betriebsjubiläum. Als Lehrling hatte sie bei Nokia in Bochum angefangen, später wurde sie Radio- und Fernsehtechnikerin. Zum Jubiläum gab es von Nokia einen Strauß Blumen und eine kleine Summe Geld. "Bis vor wenigen Tagen war ich stolz auf meine Firma", sagt sie mit leiser Stimme. "Jetzt fühle ich mich abserviert." Ihr halbes Leben hat sie sich für Nokia eingesetzt, sich immer flexibleren Arbeitszeiten angepasst und auch in der Weihnachtszeit Schichten geschoben. Jetzt zieht Nokia nach Rumänien und lässt sie zurück.

Dass man daran noch etwas ändern kann, glauben viele in Bochum. Im Innenhof ergreift Ulrike Kleinebrahm, die für die IG Metall im Aufsichtsrat von Nokia sitzt, das Mikrofon. "Wir geben die Hoffnung nicht auf", sagt sie und spricht über E-Mails an den Nokia-Chef und mögliche Verhandlungen über die Sicherung des Standorts. Doch eigentlich sprechen die Fakten gegen sie: Nokia-Sprecherin Arja Suominen stellte am Vortag klar, dass der Konzern zwar zu Gesprächen bereit ist - aber nur über einen Sozialplan, der die Beschäftigten entschädigen soll. Geschlossen werde das Werk in Bochum auf jeden Fall.

Leser-Kommentare
    • Medley
    • 18.01.2008 um 17:33 Uhr

    als "ausgebeutet" zu werden, ist, wenn gar kein "Ausbeuter" mehr vorhanden ist, der einem "ausbeuten" könnte. Ist es nicht so?! ;o)

  1. Ich hatte bereits einen Kommentar zu "Stille im Revier" von Philip Faigle geschrieben habe - ich kann mich nur wiederholen:
    Die Mitarbeiter kaufen dieses Werk mit allem drum und dran, d.h. mit allen Rechten die notwendig sind, um "Handys" like Nokia zu produzieren.
    Hat der Mitarbeiter kein Geld, stellen die Banken das Geld zur Verfügung. NRW übernimmt die Bürgschaft gegenüber den Banken.
    Sämtliche "Öffentlichen Institutionen" und Fans dieser Lösung kaufen dann Handys Marke "BOCHUM-like".  Gleichzeitig wird Forschung und Entwicklung an dieses Unternehmen "Neu" angedockt.
    Eigentlich könnte man dieses Handy Marke "BOCHUM-like" dann Deutschlandweit bei "Öffentlichen Insitutionen" einsetzen.  
    Vielleicht sind weitere Schritte notwendig zur Modernisierung des Werkes, doch das wäre bestimmt finanzierbar.
     
    Denn vertragliche Mackos bei Vertragsschließung können schlecht korrigiert werden. Man sollte die Subventitionsverträge genauer prüfen. [Einen Schwachpunkt hat man anscheined gefunden: Statt ausgelobter 2800 Mitarbeiter waren nur 2300 beschäftigt. {ist aber mit Vorsicht zu bewerten, da dies auf die Formulierung ankommt.}]
    Porzellan zu zerschlagen bringt nichts.
    Die Wut in positive Energie umzuwandeln, sollte Ziel sein.
    ...kauft das Werk und stellt die besten Handys her!

  2. Eine nette Idee, aber wieso sollte Nokia die Rechte zur Lizenzproduktion an eine solche Fremdfirma geben?Man hat ja genug eigene Produktionsstätten, jetzt sogar eine hochmoderne in Rumänien.Zum "Kaufen" braucht man eben auch einen Verkäufer.Ernsthaft: dieses Modell "fliegt" nicht - einmal, weil Nokia die Rechte nicht abgeben wird, und zum anderen, weil die Kunden die Produkte nicht abnehmen werden. Von mir persönlich mal abgesehen - ich habe seit 12 Jahren nur Ericsson-, später Sony-Ericsson-Mobiles,weil mir diese Nokia-Dinger nie gefallen haben. Aber warum sollte selbst ein überzeugter Nokia-Kunde sein Nokia-Handy, mit dem er zufrieden ist, durch ein solches "Fair-Trade"-Handy ersetzen, hinter dem eben nicht der Weltkonzern, sondern eine kleine Klitsche in Bochum steht?- die vielleicht Handies produzieren, sie aber nicht liefern, geschweige denn reparieren kann. Die Produktion alleine reicht eben nicht - die ganze Logistik gehört dazu. Solche hochoptimierten Teile repariert man nicht mal eben in der Dorfschmiede - und jedes defekte Handy einfach durch ein neues ersetzen wird auf die Dauer auch unprofitabel.Also: nette Idee, aber leider in der Praxis nicht umsetzbar.- arthur

  3. So ärgerlich selbstverständlich der Arbeitsplatzverlust für die Betroffenen ist, man hat den Eindruck, weder der "Arbeiterführer" Rüttgers, noch die bochumer IG-Metall, interessanterweise auch Frau Merkel und von Struck ganz zu schweigen, haben auch nur ansatzweise Ahnung, wie der Kapitalismus und damit die Marktwirtschaft funktioniert.
    Halten wir einmal fest: Die Firma Graetz hatte den Trend im Bereich der Unterhaltungselektronik verpennt, als Retter in der Not übernahm Nokia den maroden Betrieb, struktuierte ihn den Gegebenheiten entsprechend um und produzierte mit stark reduzierter Belegschaft und dem Markt angepaßten Produkten weiter. Selbstverständlich wurden sämtliche Subventionen, sämtliche Steuerschlupflöcher und natürlich auch die Reserven vom Zeitarbeits-Strich ausgeschöpft - so reagiert jeder Unternehmer, es sei denn, er riskiert die Pleite. Die Möglichkeiten der legalen Steuerhinterziehung wurden nie angetastet, die freie Verfügbarkeit über die Zeitarbeit verdanken wir Rot-Grün.
    Was nun in D. funktioniert, warum sollte es nicht auch in anderen EU-Ländern funktionieren? Und warum sollte nun in Rumänien die gesellschaftliche Solidarität nicht auf einem noch niedrigeren Level angesiedelt sein, als in D.?
    Erinnert sei, mit welch rüden Methoden BMW die Rover-Werke in GB aufmischte, erinnert sei des weiteren an die Pleite, die Daimler-Benz den Chrisler-Kollegen in den USA bescherte. Vergessen seien nicht so traditionsreiche Werke wie die DEMAG oder Mannesmann, die wiederum von reinrassig deutschen Unternehmen aufgemischt wurden, aufgemischt, weil Mißmangement sie zuvor in den Ruin trieben - keine Sau interessierte es.
    Das Kapital ist neutral, es paßt sich den Gegebenheiten an. Ist die Gesellschaft solidarisch, wie es in den skandinavischen Ländern der Fall ist, winkt der Profit, so werden Steuern gezahlt, so ist man Anteil des sozialen Gefüges. Das scheint in Finnland nicht schlecht zu funktionieren, wie aber in D.? Zahlen z.B. deutsche Sportler ihre Steuern im eigenen Land, so wie es für die Skandinavier selbstverständlich ist? Selbstverständlich, weil sie Schulen, Krankenhäuser und Altenversorgung als Bestandteil ihrer Kultur ansehen. Und wenn Sportler die soziokulturellen Einrichtungen nicht als ihren eigenen Bestandteil ansehen, warum sollten es nun Investoren?
    "Undeutsch" nannte ein einzelner Vertreter der Nazi-NPD das Gebaren von Nokia. Und hätte er sich nicht als Nazi geoutet, er wäre nicht vom Rathausplatz gejagt worden. Genau in diese Richtung aber läuft die Argumentation der Demokraten, vergessend dabei, welche Zugeständnisse sie den "Heurschrecken" machten. Vergessend auch, wie BMW, wie Daimler-Benz sich in GB bzw. den USA verhielten.
    2000 Menschen werden arbeitslos. Vergessen werden dabei ca. 500 Arbeiter aus dem Clement-Bereich, dem Zeitarbeits-Strich. Bekommen Erstere noch halbwegs anständige Abfindungen, reicht ihr AlG 1 noch halbwegs zum Leben, so sitzen die 500 binnen 14 Tagen auf der Straße - ganz ohne Sozialplan. Und bedingt durch den Niedriglohn im Clement-Bereich, sind sie trotz AlG 1 auf ergänzendes AlG 2 angewiesen. Wen interessierte das?
    Daß Müntefering keine Ahnung hatte, als er Investoren zu Heurschrecken ernannte, in welch übler Tradition er sich befand, in der Tradition des "Raffenden und schaffenden Kapitals" nämlich, das kann man noch hinnehmen, Geschichtskenntnisse, Solidarität sind in D. nur marginal vertreten.  Soll aber vergessen werden, daß Rot-Grün nichts gegen die weitere Entsolidarisierung dieses Landes unternahm, sie regelrecht förderte. Denn wer fuhr dem Medienkanzler übers Maul, als er den "Sozialschmarotzer" kreiierte, wer Clement, als er, analog zu den "Heuschrecken" den "Parasiten" und wer trat Müntefering auf die Füße, als er den "Parasiten" das Lebensrecht absprach ("Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen")? Sie hatten kein Konzept, sie haben keins. Dem, vermeintlich, guten Onkel Kapital in den Hintern kriechen, die Schwachen denunzieren, das kann es nicht sein. Das Ding heißt Solidarität.
    Burkard Schulte-Vogelheim

  4. Herr Schulte-Vogelheim, unklar bleibt, für wen Sie eigentlich Solidarität  fordern. Wäre es nicht solidarisch, dass durch die Globalisierung denjenigen eine Chance gegeben wird, aus ihrer unzumutbaren Lage herauszukommen, welche diese Chance bisher nicht hatten. Konsequent im vorliegenden Fall gedacht: Sind das nicht auch die Arbeitsplätz aus Bochum? 

    Oder endet Ihre Solidarität und Ihr Sinn für Gerechtigkeit an den Grenzen Deutschlands? Wenn man Ihre Beiträge und Forderungen liest, kommt man in der Tat zu dem Schluss, dass "Solidarität in D. nur marginal vertreten" ist, jedenfalls was die Menschen außerhalb von Deutschland angeht. Solidarität heißt aber, und dass übersehen viele der angeblich so sozialen Demokraten gerne im eigenen Interesse,  Teilhabe für die ärmeren Länder (etwa Rumänien)! Mit Verlaub, irgendwie denkt man an Heuchelei! 

  5. Nun, da werfen Sie zwei Begriffe durcheinander, Solidarität und Gerechtigkeit. Hat die Solidarität ihren Ursprung in der Aufklärung, das heißt in der Erkenntnes,  alle Menschen sind gleich, jeder Mensch hat ein Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, es gibt keine menschlichen Rassen und daraus folgernd, das Land der Geburt, nicht das "Blut" bestimmt die Staatsangehörigkeit, so ist ist Gerechtigkeit eher ein religiöser Begriff.
    Dem kleinen Spießer, der sich jeden Tag an den ungeliebten Arbeitsplatz schleppt und voller Neid auf den Arbeitslosen schaut, der die Muße genießt, durchaus die Vorteile einer alimentierten Verfügbarkeit seiner Zeit erkennt, also nicht "vorschriftsmäßig" genervt ist, wie es bei dem überwiegenden Teil der Erwerbslosen der Fall ist, dem spricht ein Clement aus der Seele. Wird nun der glückliche Erwerbslose schikaniert, denunziert oder gar durch Kürzungen der Unterhaltsgelder zum Hungern gezwungen, so entspricht dies durchaus dem Gerechtigkeitsgefühl des Kleinbürgers. Und bekommt diese kleine Spießerseele gar einen 1-Euro-Jobber oder auch einen Wehrdienstverweigerer unter seine Knute, dann läuft ihm die Seele über vor lauter Gerechtigkeit, dem "Parasiten", dem "Drückeberger" werden die Hammelbeine langgezogen.
    Nur am Rande erwähnt sei, daß auf diese Weise sich nichts an dem Phänomen Massenarbeitslosigkeit ändert, bestenfalls ändern sich die Statistiken.
    Zutiefst unsolidarisch aber war es zu verkünden, die Einheit kostet nichts und dann, als die Lüge nicht mehr haltbar war, die Sozialkassen hemmungslos zu plündern und die Staatsverschuldung bis in die Nähne des Bankrotts zu treiben. Zur Lüge gehören bekanntlicherweise aber zwei.  Unsolidarisch auch die Verkündung, die Arbeitslosenzahlen könnten halbiert werden.
    Solidarisch wäre die Frage gewesen, wie tragen wir die Einheitskosten, wie gehen wir in Anstand mit der Massenarbeitslosigkeit um. Dabei nicht vergessend die Kräfteverhältnisse zwischen Kapital und Arbeit. In jedem zivilisierten Land gibt es Dummköpfe, Reaktionäre und Denunzianten. Und anteilmäßig sind sie selbstverstndlich auch in den Parlamenten vertreten. Dort sitzen sie in der Regel, das macht den Unterschied zu D. aus, auf der Hinterbank.
    Zieht also die "Heuschrecke" in ein anders Land, so ist daran nichts Verwerfliches, so und nicht anderes funktioniert die Marktwirtschaft. Es liegt an dem jeweiligen Land, sich den Erkenntnissen der Aufklärung entsprechend sich zu entwickeln, solidarisch zu sein. Und schaut man in die skandinavischen Länder, so schlecht fahren sie nicht dabei.
    Zusammenfassend: Soldarität kann nicht verordnet werden, sie wächst mit der Gesellschaft. Deren Entstehen und Wachsen kann aber durchaus blockiert werden, fühlen sich Parlamentarier nicht den Werten der Aufklärung der Aufklärung verpflichtet,  sondern der dumpfen Spießerseele.
    Burkard Schulte-Vogelheim

  6. Die gesamte Wirtschaft Finnlands ist von Subventionen abhängig.Ohne EU-Subventionen für deren Landwirtschaft sähe es für Finnland düster aus. Der ganze Stolz ist Nokia. Auch das vielgelobte Schulsystem sehen die Finnen vor allem im ländlichen Bereich bei weitem nicht so possitiv. Nokia kann gar nicht anders als alle angebotene Subventionen anzunehmen um wirtschaftlich zu bleiben. Aus Lohngründen alleine ist die Verlagerung unsinnig. Dies kann die Leitung jedoch nicht zugeben. Deshalb nützen da auch keine Proteste mehr um an der Sache noch etwas zu ändern. Jukundus

  7. Langsam aber sicher werden wir alle begreifen müssen, dass die Verlagerung der Arbeitsplätze in die neuen EU-Partnerländer eine Konsequenz der aktuellen EU-Subventionspolitik ist. Deutschland als Nettozahler subventioniert den Arbeitsplatzabbau im eigenen Land und den Aufbau von Arbeitsplätzen in neueren EU-Ländern. Das Schlimme ist nicht die Tatsache an sich, sondern der scheinheilige Aufschrei derjenigen, die den Arbeitsplatz-Exodus seit Jahren mit Inbrunst und Überzeugung betreiben.Rüttgers, der Ex-Zukunftsminister, empört sich über die Konsequenzen der eigenen Parteipolitik. Lauthals lachen möchte man, wenn es nicht so tragisch wäre.Als Motorola im Mai einen Arbeitsplatzabbau von 1000 Arbeitsplätzen in Flensburg ankündigte, gab es beim gleichen Problem keinen Aufschrei. Wohl deshalb, weil keine Wahlen ins Haus standen. Das Einstampfen von NOKIA Telefonen ist als bloße Effekthascherei von publicitygeilen Hinterbänklern zu werten. Helfen tut's den Mitarbeitern, die demnächst auf der Straße stehen, rein gar nichts.Sämtliche Hersteller von Mobiltelefonen wie Motorola, Toshiba, NEC oder Sony Ericsson minimieren ihre Aktivitäten auf Forschung/Entwicklung und Marketing/Vertrieb, produziert wird dann von Unternehmen, die das kostengünstiger erledigen, und zwar im asiatischen und indischen Raum wie flextronics, hotop technologies und viele andere, einige davon produzieren unter Bedingungen, die wir uns in unserer Arbeitswelt schon nicht mehr vorstellen können. Wenn es danach geht, dürften wir aus Gewissensgründen gar nicht mehr mobil telefonieren. Die Zeiten der zweistelligen Zuwachsraten bei Mobiltelephonen sind in Europa und USA vorbei. Das Ende vom Lied ist die Marktkonsolidierung, die schon heftig im Gange ist. Übrig werden die bleiben, die ihre Kostenstrukturen am besten im Griff haben.Dass wir selbst - immer auf der Suche nach dem Schnäppchen - die Haupttreiber dieser Kostenminimierung sind, scheint nicht zwischen die Hirnschalen zu passen. Das Elend ist ja weit genug weg. Wenn es dann in Deutschland ein Unternehmen trifft und zufällig in die Wahlkampfzeit passt, wird öffentlichkeitswirksames Trara gemacht und wieder einmal unnötig Hoffnung genährt.Und danach, wenn sich die ganze politische Empörung gelegt hat?Vorhang. Achselzucken und betretenes Schweigen.Nächstes Thema.

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