Handywerk Tapfere TrotzköpfeSeite 2/2
Das bringt NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) im großen Sitzungssaal des Rathauses in Rage: "Worüber ich bei den Gesprächen mit Nokia diskutiere, bestimme immer noch ich." Thoben sitzt zwischen Bürgermeisterin Scholz und einer Nokia-Betriebsrätin. Die Frauen wissen: Sie sind in der Defensive, die Ansagen von Nokia klar und deutlich. Trotzdem poltern sie los: "Fassungslos", "entrüstet" und "zornig" zeigt sich Bürgermeisterin Scholz. Christa Thoben findet die Entscheidung von Nokia "brutal und nicht nachvollziehbar." Die Nokia-Beschäftigten im Zuschauerbereich klatschen, jubeln, rufen "Jawoll" in den Saal.
Dann gibt Thoben die Marschrichtung für den Kampf gegen Nokia vor: Die Landesregierung könne 40,8 Millionen Euro an Subventionen von Nokia zurückfordern. "Die Gelder waren an einen Beschäftigungsplan gebunden", sagt Thoben. Nokia habe zugesagt 2800 Menschen zu beschäftigen, dass sei bis heute nicht der Fall. Aus ihrer Sicht seien somit die Gelder "missbraucht" worden. Außerdem tischt die Ministerin neue Argumente zu der möglichen EU-Subventionierung des Werks in Rumänien auf: Zwar sei das Werk wohl nicht direkt gefördert worden - wohl aber die Infrastruktur und der anliegende Technologiepark.
Außerdem spricht Thoben über den möglichen Imageverlust für Nokia in Deutschland. "Noch liegt der Marktanteil bei 60 Prozent, doch das kann sich ändern." Von einem Nokia-Boykott, wie es SPD-Fraktionschef Peter Struck und Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) in Berlin vormachen, sei sie zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht überzeugt. Auch die Bochumer Betriebsratsvorsitzende Gisela Achenbach setzt ganz auf Angriff: "Wir sind keine Kälber, die selber zur Schlachtbank gehen", heizt sie die Stimmung an. Am Dienstag werde es einen Protestmarsch vom Werk bis zum Rathaus geben. Auf längere Streiks will sie jedoch vorerst verzichten: "Mit einem wilden Streik hätte die Konzernführung hinterher einen Grund, uns rauszuschmeißen." Aber kampfbereit sei die Belegschaft in jedem Fall.
Ob sich Nokia von den Attacken beeindrucken lässt, ist fraglich: Laut Nokia-Deutschlandchef Klaus Goll seien zum Beispiel die finanziellen Hilfen nur bis September 2006 an eine Jobsicherheit gebunden gewesen. Im Bochumer Rathaus spielt das keine Rolle: "Über Sozialpläne reden wir noch nicht", stellte Thoben klar und erntet zum wiederholten Mal Applaus von den Beschäftigten.
Die größte Frage in Bochum aber bleibt: Warum wusste niemand früher, was am Dienstag scheinbar so plötzlich die Region erschütterte? IG-Metall-Chefin Kleinebrahm erklärt das so: "Wir wurden im gesamten letzten Jahr belogen." Die Standortverlagerung müsse seit Längerem geplant gewesen sein. Aber auch sie hat scheinbar noch einen Trumpf im Ärmel: Es lohne sich zu kämpfen, denn der Aufsichtsrat habe die Schließung des Werkes noch gar nicht beschlossen. Dann sagt sie jedoch in einem Nebensatz, dass dies nur eine Formsache sei - denn der Nokia-Chef habe im Zweifel ein doppeltes Stimmrecht.
Doch am Ende gibt sie sich wieder betont kämpferisch, denn so lange ihr der Nokia-Chef nicht ins Gesicht sage, das alles vorbei ist, werde gekämpft. Die ungewisse Zukunft blendet sie aus - noch geht das. Auch ein Schild vor den Werkstoren in der Meesmannstraße zeigt, worauf jetzt gesetzt wird: "Wer nicht kämpft, hat schon verloren", steht dort auf einem durchnässten Plakat. Zwei Mitarbeiterinnen gehen daran vorbei. "Wenn ich nicht daran glauben würde, dass mein Job gerettet wird, wäre ich heute nicht aufgestanden", sagt eine der beiden.
- Datum 18.01.2008 - 06:04 Uhr
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als "ausgebeutet" zu werden, ist, wenn gar kein "Ausbeuter" mehr vorhanden ist, der einem "ausbeuten" könnte. Ist es nicht so?! ;o)
Ich hatte bereits einen Kommentar zu "Stille im Revier" von Philip Faigle geschrieben habe - ich kann mich nur wiederholen:
Die Mitarbeiter kaufen dieses Werk mit allem drum und dran, d.h. mit allen Rechten die notwendig sind, um "Handys" like Nokia zu produzieren.
Hat der Mitarbeiter kein Geld, stellen die Banken das Geld zur Verfügung. NRW übernimmt die Bürgschaft gegenüber den Banken.
Sämtliche "Öffentlichen Institutionen" und Fans dieser Lösung kaufen dann Handys Marke "BOCHUM-like". Gleichzeitig wird Forschung und Entwicklung an dieses Unternehmen "Neu" angedockt.
Eigentlich könnte man dieses Handy Marke "BOCHUM-like" dann Deutschlandweit bei "Öffentlichen Insitutionen" einsetzen.
Vielleicht sind weitere Schritte notwendig zur Modernisierung des Werkes, doch das wäre bestimmt finanzierbar.
Denn vertragliche Mackos bei Vertragsschließung können schlecht korrigiert werden. Man sollte die Subventitionsverträge genauer prüfen. [Einen Schwachpunkt hat man anscheined gefunden: Statt ausgelobter 2800 Mitarbeiter waren nur 2300 beschäftigt. {ist aber mit Vorsicht zu bewerten, da dies auf die Formulierung ankommt.}]
Porzellan zu zerschlagen bringt nichts.
Die Wut in positive Energie umzuwandeln, sollte Ziel sein.
...kauft das Werk und stellt die besten Handys her!
Eine nette Idee, aber wieso sollte Nokia die Rechte zur Lizenzproduktion an eine solche Fremdfirma geben?Man hat ja genug eigene Produktionsstätten, jetzt sogar eine hochmoderne in Rumänien.Zum "Kaufen" braucht man eben auch einen Verkäufer.Ernsthaft: dieses Modell "fliegt" nicht - einmal, weil Nokia die Rechte nicht abgeben wird, und zum anderen, weil die Kunden die Produkte nicht abnehmen werden. Von mir persönlich mal abgesehen - ich habe seit 12 Jahren nur Ericsson-, später Sony-Ericsson-Mobiles,weil mir diese Nokia-Dinger nie gefallen haben. Aber warum sollte selbst ein überzeugter Nokia-Kunde sein Nokia-Handy, mit dem er zufrieden ist, durch ein solches "Fair-Trade"-Handy ersetzen, hinter dem eben nicht der Weltkonzern, sondern eine kleine Klitsche in Bochum steht?- die vielleicht Handies produzieren, sie aber nicht liefern, geschweige denn reparieren kann. Die Produktion alleine reicht eben nicht - die ganze Logistik gehört dazu. Solche hochoptimierten Teile repariert man nicht mal eben in der Dorfschmiede - und jedes defekte Handy einfach durch ein neues ersetzen wird auf die Dauer auch unprofitabel.Also: nette Idee, aber leider in der Praxis nicht umsetzbar.- arthur
So ärgerlich selbstverständlich der Arbeitsplatzverlust für die Betroffenen ist, man hat den Eindruck, weder der "Arbeiterführer" Rüttgers, noch die bochumer IG-Metall, interessanterweise auch Frau Merkel und von Struck ganz zu schweigen, haben auch nur ansatzweise Ahnung, wie der Kapitalismus und damit die Marktwirtschaft funktioniert.
Halten wir einmal fest: Die Firma Graetz hatte den Trend im Bereich der Unterhaltungselektronik verpennt, als Retter in der Not übernahm Nokia den maroden Betrieb, struktuierte ihn den Gegebenheiten entsprechend um und produzierte mit stark reduzierter Belegschaft und dem Markt angepaßten Produkten weiter. Selbstverständlich wurden sämtliche Subventionen, sämtliche Steuerschlupflöcher und natürlich auch die Reserven vom Zeitarbeits-Strich ausgeschöpft - so reagiert jeder Unternehmer, es sei denn, er riskiert die Pleite. Die Möglichkeiten der legalen Steuerhinterziehung wurden nie angetastet, die freie Verfügbarkeit über die Zeitarbeit verdanken wir Rot-Grün.
Was nun in D. funktioniert, warum sollte es nicht auch in anderen EU-Ländern funktionieren? Und warum sollte nun in Rumänien die gesellschaftliche Solidarität nicht auf einem noch niedrigeren Level angesiedelt sein, als in D.?
Erinnert sei, mit welch rüden Methoden BMW die Rover-Werke in GB aufmischte, erinnert sei des weiteren an die Pleite, die Daimler-Benz den Chrisler-Kollegen in den USA bescherte. Vergessen seien nicht so traditionsreiche Werke wie die DEMAG oder Mannesmann, die wiederum von reinrassig deutschen Unternehmen aufgemischt wurden, aufgemischt, weil Mißmangement sie zuvor in den Ruin trieben - keine Sau interessierte es.
Das Kapital ist neutral, es paßt sich den Gegebenheiten an. Ist die Gesellschaft solidarisch, wie es in den skandinavischen Ländern der Fall ist, winkt der Profit, so werden Steuern gezahlt, so ist man Anteil des sozialen Gefüges. Das scheint in Finnland nicht schlecht zu funktionieren, wie aber in D.? Zahlen z.B. deutsche Sportler ihre Steuern im eigenen Land, so wie es für die Skandinavier selbstverständlich ist? Selbstverständlich, weil sie Schulen, Krankenhäuser und Altenversorgung als Bestandteil ihrer Kultur ansehen. Und wenn Sportler die soziokulturellen Einrichtungen nicht als ihren eigenen Bestandteil ansehen, warum sollten es nun Investoren?
"Undeutsch" nannte ein einzelner Vertreter der Nazi-NPD das Gebaren von Nokia. Und hätte er sich nicht als Nazi geoutet, er wäre nicht vom Rathausplatz gejagt worden. Genau in diese Richtung aber läuft die Argumentation der Demokraten, vergessend dabei, welche Zugeständnisse sie den "Heurschrecken" machten. Vergessend auch, wie BMW, wie Daimler-Benz sich in GB bzw. den USA verhielten.
2000 Menschen werden arbeitslos. Vergessen werden dabei ca. 500 Arbeiter aus dem Clement-Bereich, dem Zeitarbeits-Strich. Bekommen Erstere noch halbwegs anständige Abfindungen, reicht ihr AlG 1 noch halbwegs zum Leben, so sitzen die 500 binnen 14 Tagen auf der Straße - ganz ohne Sozialplan. Und bedingt durch den Niedriglohn im Clement-Bereich, sind sie trotz AlG 1 auf ergänzendes AlG 2 angewiesen. Wen interessierte das?
Daß Müntefering keine Ahnung hatte, als er Investoren zu Heurschrecken ernannte, in welch übler Tradition er sich befand, in der Tradition des "Raffenden und schaffenden Kapitals" nämlich, das kann man noch hinnehmen, Geschichtskenntnisse, Solidarität sind in D. nur marginal vertreten. Soll aber vergessen werden, daß Rot-Grün nichts gegen die weitere Entsolidarisierung dieses Landes unternahm, sie regelrecht förderte. Denn wer fuhr dem Medienkanzler übers Maul, als er den "Sozialschmarotzer" kreiierte, wer Clement, als er, analog zu den "Heuschrecken" den "Parasiten" und wer trat Müntefering auf die Füße, als er den "Parasiten" das Lebensrecht absprach ("Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen")? Sie hatten kein Konzept, sie haben keins. Dem, vermeintlich, guten Onkel Kapital in den Hintern kriechen, die Schwachen denunzieren, das kann es nicht sein. Das Ding heißt Solidarität.
Burkard Schulte-Vogelheim
Herr Schulte-Vogelheim, unklar bleibt, für wen Sie eigentlich Solidarität fordern. Wäre es nicht solidarisch, dass durch die Globalisierung denjenigen eine Chance gegeben wird, aus ihrer unzumutbaren Lage herauszukommen, welche diese Chance bisher nicht hatten. Konsequent im vorliegenden Fall gedacht: Sind das nicht auch die Arbeitsplätz aus Bochum?
Oder endet Ihre Solidarität und Ihr Sinn für Gerechtigkeit an den Grenzen Deutschlands? Wenn man Ihre Beiträge und Forderungen liest, kommt man in der Tat zu dem Schluss, dass "Solidarität in D. nur marginal vertreten" ist, jedenfalls was die Menschen außerhalb von Deutschland angeht. Solidarität heißt aber, und dass übersehen viele der angeblich so sozialen Demokraten gerne im eigenen Interesse, Teilhabe für die ärmeren Länder (etwa Rumänien)! Mit Verlaub, irgendwie denkt man an Heuchelei!
Nun, da werfen Sie zwei Begriffe durcheinander, Solidarität und Gerechtigkeit. Hat die Solidarität ihren Ursprung in der Aufklärung, das heißt in der Erkenntnes, alle Menschen sind gleich, jeder Mensch hat ein Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, es gibt keine menschlichen Rassen und daraus folgernd, das Land der Geburt, nicht das "Blut" bestimmt die Staatsangehörigkeit, so ist ist Gerechtigkeit eher ein religiöser Begriff.
Dem kleinen Spießer, der sich jeden Tag an den ungeliebten Arbeitsplatz schleppt und voller Neid auf den Arbeitslosen schaut, der die Muße genießt, durchaus die Vorteile einer alimentierten Verfügbarkeit seiner Zeit erkennt, also nicht "vorschriftsmäßig" genervt ist, wie es bei dem überwiegenden Teil der Erwerbslosen der Fall ist, dem spricht ein Clement aus der Seele. Wird nun der glückliche Erwerbslose schikaniert, denunziert oder gar durch Kürzungen der Unterhaltsgelder zum Hungern gezwungen, so entspricht dies durchaus dem Gerechtigkeitsgefühl des Kleinbürgers. Und bekommt diese kleine Spießerseele gar einen 1-Euro-Jobber oder auch einen Wehrdienstverweigerer unter seine Knute, dann läuft ihm die Seele über vor lauter Gerechtigkeit, dem "Parasiten", dem "Drückeberger" werden die Hammelbeine langgezogen.
Nur am Rande erwähnt sei, daß auf diese Weise sich nichts an dem Phänomen Massenarbeitslosigkeit ändert, bestenfalls ändern sich die Statistiken.
Zutiefst unsolidarisch aber war es zu verkünden, die Einheit kostet nichts und dann, als die Lüge nicht mehr haltbar war, die Sozialkassen hemmungslos zu plündern und die Staatsverschuldung bis in die Nähne des Bankrotts zu treiben. Zur Lüge gehören bekanntlicherweise aber zwei. Unsolidarisch auch die Verkündung, die Arbeitslosenzahlen könnten halbiert werden.
Solidarisch wäre die Frage gewesen, wie tragen wir die Einheitskosten, wie gehen wir in Anstand mit der Massenarbeitslosigkeit um. Dabei nicht vergessend die Kräfteverhältnisse zwischen Kapital und Arbeit. In jedem zivilisierten Land gibt es Dummköpfe, Reaktionäre und Denunzianten. Und anteilmäßig sind sie selbstverstndlich auch in den Parlamenten vertreten. Dort sitzen sie in der Regel, das macht den Unterschied zu D. aus, auf der Hinterbank.
Zieht also die "Heuschrecke" in ein anders Land, so ist daran nichts Verwerfliches, so und nicht anderes funktioniert die Marktwirtschaft. Es liegt an dem jeweiligen Land, sich den Erkenntnissen der Aufklärung entsprechend sich zu entwickeln, solidarisch zu sein. Und schaut man in die skandinavischen Länder, so schlecht fahren sie nicht dabei.
Zusammenfassend: Soldarität kann nicht verordnet werden, sie wächst mit der Gesellschaft. Deren Entstehen und Wachsen kann aber durchaus blockiert werden, fühlen sich Parlamentarier nicht den Werten der Aufklärung der Aufklärung verpflichtet, sondern der dumpfen Spießerseele.
Burkard Schulte-Vogelheim
Die gesamte Wirtschaft Finnlands ist von Subventionen abhängig.Ohne EU-Subventionen für deren Landwirtschaft sähe es für Finnland düster aus. Der ganze Stolz ist Nokia. Auch das vielgelobte Schulsystem sehen die Finnen vor allem im ländlichen Bereich bei weitem nicht so possitiv. Nokia kann gar nicht anders als alle angebotene Subventionen anzunehmen um wirtschaftlich zu bleiben. Aus Lohngründen alleine ist die Verlagerung unsinnig. Dies kann die Leitung jedoch nicht zugeben. Deshalb nützen da auch keine Proteste mehr um an der Sache noch etwas zu ändern. Jukundus
Langsam aber sicher werden wir alle begreifen müssen, dass die Verlagerung der Arbeitsplätze in die neuen EU-Partnerländer eine Konsequenz der aktuellen EU-Subventionspolitik ist. Deutschland als Nettozahler subventioniert den Arbeitsplatzabbau im eigenen Land und den Aufbau von Arbeitsplätzen in neueren EU-Ländern. Das Schlimme ist nicht die Tatsache an sich, sondern der scheinheilige Aufschrei derjenigen, die den Arbeitsplatz-Exodus seit Jahren mit Inbrunst und Überzeugung betreiben.Rüttgers, der Ex-Zukunftsminister, empört sich über die Konsequenzen der eigenen Parteipolitik. Lauthals lachen möchte man, wenn es nicht so tragisch wäre.Als Motorola im Mai einen Arbeitsplatzabbau von 1000 Arbeitsplätzen in Flensburg ankündigte, gab es beim gleichen Problem keinen Aufschrei. Wohl deshalb, weil keine Wahlen ins Haus standen. Das Einstampfen von NOKIA Telefonen ist als bloße Effekthascherei von publicitygeilen Hinterbänklern zu werten. Helfen tut's den Mitarbeitern, die demnächst auf der Straße stehen, rein gar nichts.Sämtliche Hersteller von Mobiltelefonen wie Motorola, Toshiba, NEC oder Sony Ericsson minimieren ihre Aktivitäten auf Forschung/Entwicklung und Marketing/Vertrieb, produziert wird dann von Unternehmen, die das kostengünstiger erledigen, und zwar im asiatischen und indischen Raum wie flextronics, hotop technologies und viele andere, einige davon produzieren unter Bedingungen, die wir uns in unserer Arbeitswelt schon nicht mehr vorstellen können. Wenn es danach geht, dürften wir aus Gewissensgründen gar nicht mehr mobil telefonieren. Die Zeiten der zweistelligen Zuwachsraten bei Mobiltelephonen sind in Europa und USA vorbei. Das Ende vom Lied ist die Marktkonsolidierung, die schon heftig im Gange ist. Übrig werden die bleiben, die ihre Kostenstrukturen am besten im Griff haben.Dass wir selbst - immer auf der Suche nach dem Schnäppchen - die Haupttreiber dieser Kostenminimierung sind, scheint nicht zwischen die Hirnschalen zu passen. Das Elend ist ja weit genug weg. Wenn es dann in Deutschland ein Unternehmen trifft und zufällig in die Wahlkampfzeit passt, wird öffentlichkeitswirksames Trara gemacht und wieder einmal unnötig Hoffnung genährt.Und danach, wenn sich die ganze politische Empörung gelegt hat?Vorhang. Achselzucken und betretenes Schweigen.Nächstes Thema.
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