Tiefensee will sich in der Bundesregierung für eine spürbare Erhöhung des Wohngeldes einsetzen. "Wir müssen Erwerbstätigen, die zu wenig verdienen, und Rentnern, die mit Armut im Alter kämpfen, mehr zukommen lassen", sagte Tiefensee in der Donnerstagausgabe der Süddeutschen Zeitung . Bisher war der Minister auf Forderungen nach einer allgemeinen Erhöhung der Sozialleistung nicht eingegangen. Vielmehr plante er vor allem vereinfachende Regelungen des Wohngeldrechtes.

Tiefensee wird bei seinen Plänen nach eigenem Bekunden von der SPD-Bundestagsfraktion unterstützt. Der wohnungspolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Gero Storjohann ( CDU ), hatte im Dezember nach einer Verbändeanhörung zu Wohngeldrechts-Änderungen im Bauausschuss des Bundestages ebenfalls Zustimmung angedeutet. Tiefensee hofft nun
"auf ein positives Herangehen der Länder". Diese teilen sich die Aufwendungen für das Wohngeld mit dem Bund. Er wollte sich nicht zu den Gesamtkosten seines Vorschlags äußern, Experten zufolge dürften sie laut Zeitung aber bei mehreren hundert Millionen Euro liegen.

Das Wohngeld wird bislang in Form eines Zuschusses zur Miete oder zu den Kosten fürs Eigenheim gezahlt. Anders als bei den Unterkunftshilfen für Hartz-IV-Empfänger werden hierbei keine Heizkosten erstattet, sondern nur Zuschüsse nach der Höhe der Kaltmiete und den Einkommensgrenzen berechnet. Insgesamt profitieren der Zeitung zufolge etwa 690.000 Haushalte mit geringen Gesamteinkommen davon.

Pro Haushalt geht der Deutsche Mieterbund von durchschnittlich 110 Euro Wohngeld als Wohnkostenzuschuss im Monat aus. Zuletzt wurde die Sozialleistung im Jahre 2001 erhöht. Der Mieterbund hatte mindestens plus 15 Prozent mehr, der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) plus zehn Prozent gefordert.