Weltall Apokalypse verschoben
Der Asteroid 2007 TU24 rast an der Erde vorbei - aber nur knapp: gerade mal ein Mondabstand liegt zwischen dem Geschoss und dem Blauen Planeten
Um 9:33 Uhr am Dienstagmorgen hatte die Erde Besuch: Der rund 250 Meter durchmessende Asteroid 2007 TU24 näherte sich der Planetenkugel bis auf rund 538.000 Kilometer - das ist etwa ein Drittel weiter als bis zum Mond. Nach jüngsten Radarmessungen der US-Raumfahrtbehörde Nasa ist dies die dichteste Begegnung mit einem bekannten Asteroiden dieser Größe bis mindestens zum Ende des nächsten Jahrhunderts.
Ein Einschlag auf der Erde ist jedoch ausgeschlossen – sowohl jetzt, als auch in Zukunft, wenn der vagabundierende Brocken wieder vorbeikommt. Er zieht auf einer stark elliptischen Bahn durch das Sonnensystem. Sie reicht hinaus bis jenseits der Umlaufbahn des Mars, wo sich zahlreiche Artgenossen von 2007 TU24 im sogenannten Asteroidengürtel tummeln. Es sind so viele, dass sie nach Familien sortiert werden. 2007 TU24 gehört zu den Apollo-Asteroiden, die alle eine ähnliche Reiseroute haben: Sie kreuzen die Bahn der Erde, verschwinden dann aber wieder weit nach außen in Richtung der Grenzen des Sonnensystems.
Beobachter hatten erst am 11. Oktober 2007 am Jet Propulsion Laboratory in Pasadena (Kalifornien) entdeckt, dass 2007 TU24 auf die Erde zusteuert. Zunächst war unklar, ob es nicht sogar zur Kollision kommen könnte. Doch schnell kam die Entwarnung: Die Forscher berechneten voraus, dass das Geschoss den Planeten links liegen lassen würde.
Noch als der Asteroid 16 Millionen Kilometer entfernt war, bestimmten die Astronomen mit dem 70 Meter großen Goldstone-Radioteleskop in Kalifornien den Durchmesser zu grob 250 Metern. Vom Vorbeiflug des Asteroiden versprechen sich die Forscher eine einmalige Beobachtungsmöglichkeit.
Dass der Körper erst kurz vor der Begegnung mit der Erde entdeckt wurde, ist nicht ungewöhnlich. In den Tiefen des Sonnensystems sind viele Asteroiden vorher nicht auszumachen. Jeder Flugkörper, den die Nasa einmal erfasst hat, wird im Programm für erdnahe Objekte katalogisiert. Auch die zukünftige Bahn wird berechnet, unter anderem, um möglichst frühzeitig auf einen drohenden Einschlag reagieren zu können.
Dass es zu einem Crash kommt, ist nicht ausgeschlossen, auch wenn in der neueren Geschichte kein größerer Brocken mehr die Erde gerammt hat. Ein Asteroid vom Ausmaß 2007 T24s würde bei einem Einschlag regional schon für einige Zerstörung sorgen. Ein großer Körper könnte sogar globale Probleme machen: Wenn sich der Staub, den er aufwirbelt, in der Atmosphäre verteilt, verdunkelt sich über Jahre der Planet, die Temperatur sinkt.
In internationaler Zusammenarbeit versuchen Wissenschaftler,
Notfallpläne für einen möglichen Zusammenstoß
mit einem Asteroiden auszuarbeiten. Was im Ernstfall hilft, ist aber noch nie ausprobiert worden. Manche der Brocken ließen sich möglicherweise durch Raketenbeschuss ablenken oder durch Bombardement zerstören. Doch funktioniert das auch bei großen Körpern? Sicher ist nur: Der
nächste Asteroid auf Kollisionskurs
wird kommen. (
bs.
)
- Datum 29.01.2008 - 03:29 Uhr
- Quelle ZEIT online, Tagesspiegel
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Zwar hätte ein großer Asteroideneinschlag mit dem von ihm hervorgerufenen Menscheheits-vernichtenden Chaos ein apokalyptisches Ausmaß. Unter Apokalypse muss man nach der Bibel aber doch etwas anderes verstehen. Da geht es um vernichtende Kämpfe zwischen Gott und den Menschen, die zwar von größeren Naturkatastrophen begleitet sind, wo aber vor allem direkte Aggressionen von Wesenheiten im Vordergrund stehen. Von einem Asteroideneinschlag oder dem kosmischen Ende der Erde z.B. ist hier nicht die Rede. Gott zürnt, weil er mit der Entwicklung der Menschheit nicht zufrieden ist, und er selbst bereitet dieser, seiner, Art dann (in ihrer irdischen Existenzform zumindest) ein bzw. das Ende.
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