Fotografie Der mexikanische Fund

Tausende Negative des legendären Kriegsfotografen und Gründers der Fotoagentur "Magnum" Robert Capa in Mexiko entdeckt

Mehr als 3000 unveröffentlichte Negative des Kriegsreporters Robert Capa (1913-1954) sind in Mexiko aufgetaucht. Das bestätigte die Fotoagentur »Magnum« am Dienstag in Paris und bestätigte damit einen Bericht der New York Times vom Wochenende. Die Bilder aus dem Spanischen Bürgerkrieg galten viele Jahre als verschollen, darunter jenes berühmte, das einen loyalistischen Soldaten im Moment seines Todes zeigt. Capa hatte die Negative in einen Koffer gepackt und vor dem Einmarsch der Deutschen 1940 in Paris zurückgelassen. Der gebürtige Ungar und spätere Gründer von »Magnum« war bis zu seinem Tod in Vietnam selbst der Ansicht, die Negative seien zerstört worden.

Stattdessen war der Koffer auf abenteuerlichem Weg nach Marseille gelangt. Ein mexikanischer General und Diplomat nahm ihn von dort aus mit nach Mexiko-Stadt, wo der Koffer über ein halbes Jahrhundert lang versteckt blieb. Mitte der 90er Jahre gab es Gerüchte, dass die Bilder noch existierten. Das New Yorker Museum »International Center of Photography« (ICP), das Capas Bruder Cornell gegründet hatte, nahm daraufhin Kontakt mit den Erben des Generals auf. Nachdem die Rechte geklärt worden waren, konnte der Koffer vergangene Woche nach New York überstellt werden.

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»Das ist der heilige Gral von Capas Werk«, sagte Brian Wallis, Chefkurator des ICP. Experten erhoffen sich von der Durchsicht der Bilder vor allem Aufschluss über jenes berühmteste Foto Capas vom Tod des Soldaten im Spanischen Bürgerkrieg aus dem Jahr 1936. Die Echtheit der Schwarz-Weiß-Aufnahme mit dem Titel »Loyalistischer Soldat im Moment seines Todes« wird seit den 70er Jahren angezweifelt. Negativ-Sequenzen, also Aufnahmen von vor und nach dem Schuss, könnten diese Zweifel jetzt entkräften. Doch zuvor müssen die Bilder archiviert und gegebenenfalls restauriert werden. Dabei wird sich auch zeigen, ob alle Bilder von Capa stammen. Möglicherweise sind auch Bilder seines Kollegen und Magnum-Mitbegründers David Seymour darunter. Erste, bislang ungesehene Abzüge wird es also frühestens in zwei Wochen geben.

 
Leser-Kommentare
  1. Hey, da bin ich aber sehr begeistert. Auf die Fotos darf man gespannt sein.

  2. Einmal mehr wird auch in diesem Text über Robert Capa unterschlagen, dass er mit seiner (ebenfalls jüdischen)Freundin Gerta Taro in Spanien war und fast ständig mit ihr zusammen an der Bürgerkriegsfront fotografiert hat. So ist es durchaus möglich, dass unter den Negativen auch Aufnahmen der Fotografin Gerta Taro sind, die 1937 in Spanien an der Front tödlich verunglückt ist.
    richardson

    • hagego
    • 07.02.2008 um 15:39 Uhr

    So wird aus dem (pardon, "den")  N E G A T I V E N  doch noch etwas  P O S I T I V E S .

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