Wahlergebnis Wer mit wem?Seite 2/2

Ein schwarz-gelbes Bündnis kann nicht allein regieren. Zwar erreichten die Liberalen mit 9,4 Prozent ein gutes Ergebnis, aber durch der Einzug der Linkspartei ins Parlament würde das Bündnis mit der CDU keine Mehrheit erreichen. Möglich sind nun eine große Koalition, eine Ampel aus SPD, Grünen und FDP sowie - rein rechnerisch - eine «Jamaika»-Regierung aus CDU, FDP und Grünen. Die Grünen rutschten von mehr als zehn auf 7,5 Prozentpunkte ab. Die SPD schloss ein ebenfalls mögliches rot-rot-grünes Bündnis und jede Zusammenarbeit mit den Linken aus. Ypsilanti will demnach auch nicht mit einer von der Linkspartei tolerierten Minderheit regieren.

Die Linke erklärte trotzdem ihre Bereitschaft, SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti zur Ministerpräsidentin zu wählen. Der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, sieht seine Partei als entscheidenden Faktor für einen Politikwechsel in Hessen. Linke-Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch sagte, die Linke könne es "jetzt von Schleswig-Holstein bis Bayern in jedem Bundesland schaffen, in die Landesparlamente einzuziehen".

Ypsilanti warb noch am Sonntagabend für ein rot-gelb-grünes Bündnis, obwohl die Freidemokraten eine Ampel bisher abgelehnt hatten. Eine große Koalition lehnte Ypsilanti ab.

Deutlich entspannter als die Hessen kann sich derweil Christian Wulff an die Regierungsbildung machen. Seine CDU konnte in Niedersachsen 42,5 Prozent der Wählerstimmen einfahren. Zwar verlor der amtierende Ministerpräsident sechs Prozentpunkte, absolut gezählt waren das mehr Stimmen, als Roland Koch in Hessen eingebüßt hat. Im norddeutschen Bundesland leben allerdings auch mehr Menschen, und Wulff hatte einen schwachen Gegner. SPD-Spitzenkandidat Wolfgang Jüttner erreichte mit 30,3 Prozent das schlechteste Landtagswahlergebnis in der Geschichte der niedersächsischen Sozialdemokratie. Trotz des zarten Dämpfers kann Wulff also mit der FDP weiterregieren. Die Liberalen erreichten 8,1 Prozent der Wählerstimmen. Wulff sagte, CDU und FDP hätten bewiesen, dass man mit einem sachlichen Wahlkampf und Reformen gewinnen könne.

Überraschend war die große Zustimmung der niedersächsischen Wähler für die Linkspartei: Mit 7,1 Prozent zog die Linke gleich im ersten Anlauf ins Landesparlament ein. Wulff schrieb dies dem schwachen Wahlkampf des SPD-Kandidaten zu.

 
Leser-Kommentare
  1. Schaut man sich die Fluktuation der Wählerstimmen und die endgültigen Mehrheitsverhältnisse an, so liegt der Wille des Wahlvolks auf der Hand: Eine rot-rot-grüne Koalition. Doch werden sich die Politiker darum scheren? 

    • hjweit
    • 28.01.2008 um 7:47 Uhr
    2. Wieso

    Das bedarf einer näheren Begründung!!!

    • on
    • 28.01.2008 um 8:16 Uhr
    3. KARMI

    KARMI carries ON
    ----------------
    Einen \"Waehlerauftrag\" kann es nur geben, wenn eine Partei eine ueberwaeltigende Mehrheit einfaehrt. Bei der derzeitigen Konstellation kann \"der Waehler\" niemandem einen \"Auftrag\" gegeben haben.

  2. Ich hoffe nur, dass irgendeine der Parteien über ihren Schatten springen wird und sich auf ein Bündnis einlässt, das sie anfangs nicht wollte - Neuwahlen, weil die Parteien mit dem Votum des Souveräns nicht zurecht kommen, könnten mit einer schallenden Ohrfeige für die etablierten Parteien und einer weiteren Stärkung der Ränder des Parteienspektrums enden. Und das kann nicht im Interesse der Allgemeinheit liegen.

  3. Sicher ist nur, daß es in Hessen zukünftig einen andern Chefkoch geben wird. Der letzte ist in die eigene Suppe gefallen und guckt jetzt dumm aus dem Topf. Immerhin etwas.

    • Anonym
    • 28.01.2008 um 8:49 Uhr

    sowohl in hessen als auch in niedersachsen fiel bei den cdu-kandidaten nach der wahl das wort 'bürgerlich'. positiv gemeint selbstverständlich und auf regierungsmacht bezogen. es wird schön sein, zu beobachten, welch zerstörerisches potentizial sich in diesem wort in hessen entwickeln wird.
    potentzial, das man bei ausländischen jugendlichen ortete.
    wobei man natürlich dieser hochgefährlichen gruppe die verantwortung für die gefährdung der gesellschaft zuschob, sich selbst a priori bürgerlich aber nur das schöne wort 'mitverantwortlich'.
    man lernt, der bürgerliche politiker will es nicht gewesen sein.
     

  4. Koch wird wohl erstmal für lange Zeit geschäftsführend im Amt bleiben. Es sei denn, Ypsilanti akzeptiert eine Tolerierung durch die Linke. Nur, ob dies dann eine fruchtbare Legislaturperiode ermöglicht, scheint eher zweifelhaft angesichts der Utopien, die sich die Linken in der Vergangenheit auf die Fahnen schrieben.Die FDP kann zwar dann von sich behaupten, daß sie glaubwürdig ist und bleibt. Genauso gut muss sie sich aber auch ins Stammbuch schreiben lassen, daß sie nicht bereit ist, Regierungsverantwortung zu übernehmen.

  5. die Hessen vielleicht Sozialismus.
     
    Zur Gewöhnung schlage ich den Hessen vor, den Frühjahrsurlaub nach Kuba und den Sommerurlaub nach Nord-Korea zu buchen.
     
    Ich jedenfalls denke, Bayern und Baden-Würrtemberg sollten den Bund verlassen.
     

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