Vergessene Autoren (4) Der Camus aus PiemontSeite 2/2
Eine feine Methode ist ein Buch über die Unmöglichkeit, die inneren Schrecken zu vergessen. Ein Buch über die Rebellion der Jugend gegen die Monotonie der bürgerlichen Existenz - ein Roman von mürber, erschütternder Schönheit, in dem Fenoglio zweifellos mehr von sich preisgibt als in sämtlichen anderen Büchern. Romane, die vor allem durch die dunkle Dominanz ihrer zumeist still leidenden Hauptfiguren geprägt bleiben. Sie sind Nachzügler der verlorenen Generation, als welche der Schweizer Paul Nizon die Protagonisten Fenoglios einmal beschrieb.
Die Sprache bleibt bis in seine dramatischen Momente hinein kunstvoll. Auch darin erinnert Fenoglios Werk an Camus. Fenoglio selbst muss ein solcher Nachzügler gewesen sein. Ein junger Mensch, der, so Nizon, "gerade soweit kam, um am offenen Gelände jenseits von Schulmauern, Herkunft und Provinz zu schnuppern, als sich die Ausnahmebedingungen von Faschismus und Krieg überstülpen und ihn vor die Entscheidungen stellen, die sich keiner wünscht".
Er war zweifellos einer der begabtesten Autoren seiner Generation. Mit dreißig veröffentlichte er seinen ersten Erzählungsband. Er enthielt Geschichten von bewundernswerter Schönheit und Dichte, die ausgewählt 1997 auf Deutsch unter dem Titel Das Geschäft mit der Seele erschienen sind.
Als Fenoglio 1963 starb, fand man unter seinen Papieren drei Romanmanuskripte: Eine Privatsache , Eine feine Methode und IL Partigiano Jonny . In ihnen steckt mehr Seele als in sämtlichen Büchern über die Seele. Hierzulande sind sie lange verweht. Man würde sie allzu gerne in neuer deutscher Übertragung lesen.
- Datum 29.01.2008 - 06:22 Uhr
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1. War Albert Camus Franzose (auch wenn er im heutigen Algerien geboren wurde).
2. Waren seine Haupthemen Absurdität von Leben und Tod, der man nur mit der endlosen Revolte bgegegnet. Die aber nur einen Sinn haben kann, wenn man nicht nur gegen, sondern auch für etwas revoltiert.
3. Zwar mag man "Der Fremde" als stärksten Ausdruck seines lakonischen Stils sehen, aber er war durchaus zu einem starken Lyrizismus fähig, wie z.B. in dem Bühnenwerk "Der Belagerungszustand."
Ohne etwas von Fenoglio gelesen zu haben, habe ich trotz allem meine Zweifel an der Berechtigung des gewählten Vergleichs.
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