Meinung Merkels vierter WegSeite 3/3
Die Kanzlerin hat dafür natürlich, wie sollte es anders sein, eine fröhliche Erklärung. In Palma, wo die heutige Vorzeigefigur der europäischen Christdemokraten und der prominenteste der wenigen noch regierenden Sozialisten sich mit wechselseitigen Komplimenten rhetorisch in den Armen lagen, wurde Merkel auf der Pressekonferenz natürlich nach ihren Freundlichkeiten für Zapateros Herausforderer Rajoy befragt: Was das denn zu bedeuten habe. Da ließ die Kanzlerin ihren gut eingeübten Großmädchencharme spielen, strahlte sonnig und erzählte, ach ja, dass sei doch nun mal so üblich in Europa, hüben und drüben, nicht wahr, lieber José?, ihrer beider Freundschaft und Zusammenarbeit werde das jedoch keinerlei Abbruch tun.
Und alle freuten sich, der gastgebende José Luis (wie er korrekt heißt) stimmte zu und Schwamm drüber. Vermutlich wird er eines Tages auch Kurt Beck Erfolg wünschen. Was würde das schon ändern?
Angela Merkel aber wird das auf der Suche nach ihrem vierten Weg wenig helfen. Sie mag sich in der Großen Koalition, in Deutschland und in Europa, wohler fühlen als im Kreis ihrer rechten Kritiker im eigenen Laden. Aber die Reformarbeit dort kann ihr kein europäischer Sozi abnehmen. Mit Koch & Co. muss sie selbst fertig werden.
- Datum 04.02.2008 - 06:02 Uhr
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wo sind die Konservativen alter Prägung, die für Werte eintraten die dem Menschen halfen.Das ist mir alles zu beliebig, zu wenig Substanz. Insofern kann ich Frau Merkel nicht als konservative Politikerin akzeptieren, ich würde sie aber auch nicht den Progressiven zuordnen.Sie ist wie ein Kaugummi mit dem man einen Nageln in die Wand schlagen will.Ein konkretes Beispiel:Anfang des vorigen Jahrhunderts haben vor allen die Europäer, allen voran die Konservativen, die Kinderarbeit geächtet und ein gesetzliches Verbot durchgesetzt.Heute lassen wir, auch die Konseravtiven, es zu, die Kinderarbeit in die Länder der "dritten Welt" zu exportieren.Ich frage mich, warum die Konservativen alles dem Primat der Wirtschaft unterordnen. Wobei, wohlgemerkt, ich einen Schröder für einen ausgewiesenen Konservativen halte. Es geht nicht um Parteien, es geht um politische Strömungen.Es gibt noch viele Beispiele aus der Politik, die einen großen Schritt zurück in das 19.Jahrhundert darstellen.
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