US-Wahlkampf Giuliani gibt auf
New Yorks Ex-Bürgermeister hat sich aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner zurückgezogen. Er und Schwarzenegger unterstützen nun Senator McCain.
Eigentlich hatten es alle ohnehin erwartet. Nun hat es New Yorks ehemaliger Bürgermeister Rudy Giuliani bestätigt: Der Republikaner zieht sich aus dem Rennen um die Kandidatur zur US-Präsidentschaft zurück. In Simi Valley, im US-Bundesstaat Kalifornien sprach er sich am Mittwochabend (Ortszeit) zugleich für eine Nominierung von John McCain aus. Er sei der qualifizierteste Mann für das Präsidentenamt.
"Er ist ein Held und Amerika braucht einen Helden im Weißen Haus", sagte Giuliani. McCain kämpfte im Vietnamkrieg, in dem der jetzige Senator aus Arizona gefangen genommen und gefoltert wurde. McCain zeigte sich tief bewegt von der Unterstützung seines ehemaligen Konkurrenten in der Kandidatenkür. "Ich fühle mich geehrt durch seine Freundschaft", sagte der 71-Jährige. Mit Blick auf Giulianis besonnenes Handeln nach den Anschlägen vom 11. September 2001 nannte McCain den Ex-Bürgermeister seinerseits einen "Helden".
Bei den Vorwahlen in Florida war Giuliani unter den Republikanern weit abgeschlagen auf dem dritten Platz gelandet. Die vorangegangenen Vorwahlen hatte er dabei weitgehend ignoriert, um sich voll und ganz auf die Abstimmung im wichtigen Florida zu konzentrieren. Diese Rechnung ging aber offenkundig nicht auf. Damit läuft bei den Republikanern alles auf ein Duell zwischen McCain und Mitt Romney hinaus.
Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat derweil angekündigt, den McCain zu unterstützen. Schwarzenegger werde seine Entscheidung am Donnerstag bei einem gemeinsamen Auftritt mit McCain in Los Angeles bekanntgeben, erklärten Mitarbeiter des Senators aus Arizona. Die Empfehlung des moderaten Republikaners könnte McCain den entscheidenden Schub im bevölkerungsreichen Kalifornien geben, wo am kommenden Dienstag über die Kandidaten der beiden großen Parteien abgestimmt werden soll.
Bei den Demokraten hat sich ebenfalls das Feld der Bewerber gelichtet, nachdem der ehemalige Senator John Edwards das Handtuch geworfen hat. Hier machen nun Hillary Clinton und Barack Obama das Rennen unter sich aus. Edwards legte sich in seiner "Abschiedsrede" am Mittwoch in New Orleans nicht auf eine Unterstützung Obamas oder Clintons fest. Beide hätten ihm versichert, dass sie die Bekämpfung der Armut in den USA im Fall ihrer Nominierung und dann Wahl ins Weiße Haus zu einem zentralen Punkt ihrer Politik machen würden. Der Kampf gegen Armut sei das Anliegen seines Lebens, betonte John Edwards.
Eine Vorentscheidung dürfte am kommenden Dienstag fallen, wenn in 24 Bundesstaaten über die Kandidaten beider Parteien abgestimmt wird.
- Datum 31.01.2008 - 13:03 Uhr
- Quelle ZEIT online, Reuters, dpa
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