Fussball in England Das Beckham-Dilemma
David Beckham steht vor seinem 100. Länderspiel und wird trotz Fanprotesten nicht nominiert. Endlich erkennt ein Trainer die Schwächen der Stilikone! Ein Kommentar
Fabio Capello, der italienische Chef der englischen Fußballnationalmannschaft, hat eine elementare Regel für Führungsjobs, egal ob in Politik, Wirtschaft oder Sport, beherzigt: Notwendige Grausamkeiten gilt es am Anfang zu begehen. Wer davor zurückschreckt, wird das später bitter bereuen. Deshalb war es keine Überraschung, dass Capello David Beckham ausmusterte und den einstigen Flankengott nicht ins Aufgebot der Nationalmannschaft für das Freundschaftsspiel gegen die Schweiz berief.
Die Entscheidung löste in England unterschiedliche Reaktionen aus. Manche stimmen dem Urteil Capellos zu: Beckham, der seit drei Monaten kein ordentliches Fußballspiel mehr bestritten hat, könne einfach nicht fit genug sein. Andere, oftmals weibliche Fans, finden es hart, ja grausam, Beckham die Chance zu verweigern, die magische Zahl von hundert Länderspielen zu erreichen. Man hätte, so maulen sie, dem 32-jährigen Star am Mittwoch zumindest die letzten 20 Minuten einwechseln und so das ersehnte „century“ ermöglichen können.
Doch Capello tat gut daran, einen Schlussstrich unter die Beckham-Mania zu ziehen. So überraschend es klingen mag - der Spieler, den man als Flankengott feiert, ist in Wahrheit geraume Zeit schon ein Negativfaktor für Englands Nationalmannschaft. Sein Status als globale Ikone verdeckt seit Jahren, dass Beckham den Triumph von Image über Substanz verkörpert. Rein fußballerisch betrachtet hatten Beckhams Leistungen nie seinem Rang als globaler Superstar entsprochen.
Gewiss, Beckham war ein überdurchschnittlich guter Fußballer mit einem brillanten rechten Fuß, fähig, präzise Flanken und Freistöße zu schießen. Doch seine Defizite waren nie zu übersehen und wurden mit zunehmendem Alter immer offenkundiger: Beckham vermochte es nie, ein, zwei Gegenspieler auszutricksen; in den vergangenen Jahren war er nicht einmal mehr in der Lage, Flankenläufe bis zur Grundlinie zu bieten - es mangelte an der nötigen Schnelligkeit.
Während der WM 2006 in Deutschland waren seine fußballerischen Grenzen schonungsloser denn je zu Tage getreten. Schlimmer noch: Sie waren maßgeblich für den oft einfallslosen Stil des englischen Teams verantwortlich. Das Langball-Spiel, auf das sich die Mannschaft allzu oft verlegte, war zu einem Großteil direkt auf Beckhams Präsenz zurückzuführen: Zu langsam für eine Rolle auf dem Flügel, zu leicht auszurechnen von den gegnerischen Verteidigern, zog er sich tiefer und tiefer ins Mittelfeld zurück und schlug von dort aus lange Diagonalpässe, die allzu oft beim Gegner landeten.
Es ist kein Zufall, dass Englands Fußballer in der Ära von Sven Göran Eriksons und David Beckham nie lernten, ein präzises Kurzpassspiel hinzulegen und damit Ballbesitz zu sichern. Nur: Im modernen Fußball kann ohne diese Fähigkeit kein Team mehr erfolgreich sein.
Auch zuvor schon, während der WM 2002 und der Europameisterschaft 2004, hatte Beckham enttäuschende Leistungen geboten. Da spielte er miserabel, weil er nach langer Verletzungspause nicht fit, aber dennoch ins Aufgebot geholt worden war. Dies verweist auf einen anderen Aspekt des "Beckham-Problems", den Fabio Capello offenkundig erkannt hat. Keinem Spieler darf es erlaubt sein, in der internen Hackordnung des Teams eine solch dominierende Position einzunehmen, dass Leistungskriterien nicht mehr zählen.
- Datum 07.02.2008 - 11:35 Uhr
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- Quelle ZEIT online, 5.02.2008
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Der Autor dieses Artikels hat offensichtlich wenig Ahnung von Fußball. Beckhams Wechsel nach LA hin oder her, er wurde nicht umsonst zweimal Zweiter bei der Wahl zum Weltfußballer des Jahres. Desweiteren könnte man ja mal die Leistungen der englischen Nationalmannschaft mit und ohne ihm vergleichen: Im Spiel gegen Kroatien konnte Beckham dem englischen Spiel in der zweiten Halbzeit entscheidene Impulse geben und so aus einem 2-0 Rückstand noch ein zwischenzeitliches 2-2 zaubern. Außerdem konnte England während der EM-Qualifikation unter McLaren (als Beckham noch auf der königlichen Bank in Spanien saß) nichtmal gegen Fußballzwerge gewinnen. Das gleiche in Madrid: Mit Beckham spielte Real deutlich besser als ohne.Ich denke einfach, dass Herr Jürgen Krönig hier nur einen Spieler defamiert, weil dieser schon zu einer Art Popfigur des Fußballs wurde, doch das ändert weder etwas an seiner genialen Schusstechnik noch an seiner Kreativität.
.. anders kann man es nicht sagen. Es ist reine Blasphemie, was der Autor dieses "Sachtextes" von sich gibt und zeugt von mangelndem Sachverstand, wie mein Vorredner bereits richtig bemerkt hat. Wann haben sie Herr Krönig eigentlich jeglichen Sinn für die Realität verloren? Beckham ist nach wie vor wohl das beste, was der englische Fußball zu bieten hat, nebenbeibemerkt wohl der beste midfielder auf rechts weltweit, Capello ist nach wie vor der selbe Clown, der er zu seiner Juve-Zeit, als er den Superstar und Kopf der Mannschaft Alex Del Piero ausbotete, und zu der Zeit bei Real Madrid, während der er Ronaldo und eben Becks aus dem Team kickte und schlussendlich vergraulte - bei beiden ein Riesenfehler. Real stünde mit becks und Ronnie noch besser da, als sie es in dieser Saison ohnehin schon tun. England braucht die Ideen eines Beckham, die Flanken, die Freistöße, die Präsenz auf dem Platz, seine Bereitschaft, sich den Arsch aufzureißen, alles Eigenschaften, die Spielertypen wie Lampard oder Joe Cole - ohne Zweifel wichtige Bestandteile der Three Lions - zuweilen abgehen. Beckham muss spielen, und zwar als Spielgestalter, als Leader, als Captain. Es ist am besten für Squad und Nation, wenn er die Lions als Capitano, wie stronzo Fabio sagen würde, auf Feld führt und dabei als Lichtgestalt des englischen Fußballs erstrahlt. In diesem Sinne Rock´n`RollBecks you´ll never walk alone!
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