Google / Microsoft Die Suchmaschine schlägt zurückSeite 3/3

Ob allerdings das Argument eines möglichen Quasi-Web-Mail-Monopols durch Microsoft und Yahoo die Wettbewerbshüter beeindrucken kann, ist unsicher. Das Besondere am Internet ist nämlich, dass eine solche dominierende Marktmacht den Wettbewerb im Netz eher verstärkt als bremst. Sie ist im Netz besonders vergänglich. Jederzeit kann eine neue, noch bessere Technologie auf den Markt kommen, die die existierende in kürzester Frist alt aussehen lässt. Konkurrenzprodukte sind so schwer nicht zu programmieren.

Microsoft erlebt diesen Effekt beispielsweise bei seinem Webbrowser. Nachdem der Konzern den ursprünglichen Marktführer Netscape Navigator mit Gewalt vom Markt gedrückt und den Internet Explorer etabliert hatte, ist ihm im von unabhängigen Entwicklern programmierten Firefox ein starker neuer Gegner erwachsen. Allerdings hat dieser Effekt Grenzen. Google selbst markiert eine von ihnen. Der Suchmaschinenbetreiber hat nämlich mit Hilfe eben jener freien Software einen riesigen vernetzten Rechnerpark aufgebaut und gründet - neben seinem Suchalgorithmus - darauf seine Macht. Insgesamt betreibt Google 450.000 miteinander verbundene Computer. Alle laufen mit dem Open-Source-Betriebssystem Linux.

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Dieser Grundkonflikt wird Microsoft weiterhin beschäftigen, auch wenn Yahoo in das Redmonder Imperium eingegliedert werden sollte: Viele gute Software, mit der der Konzern seinen größten Profit macht, wird inzwischen dezentral produziert und im Internet kostenfrei oder gegen kleine Abogebühren vertrieben, beispielsweise durch die Open-Source-Gemeinschaft. Erst wenn der Konzern für den Umgang mit diesem Phänomen eine Lösung gefunden hat, könnte er tatsächlich eine dominierende Macht im Netz werden. Zunächst aber muss er die Schlacht um Yahoo gewinnen.

 
Leser-Kommentare
  1. 1. yahoo?

    wen interessiert denn schon Yahoo?! ich hab das das letzte mal vor zehn Jahren genutzt...

    • dehne
    • 04.02.2008 um 16:47 Uhr

    von andrerae: Yahoo! ist tatsächlich in den USA Marktführer. Dazu auch noch in diversen anderen Ländern.

    • iDog
    • 04.02.2008 um 23:07 Uhr

    hier erleben wir die evolution der giganten. die opensource bzw  "gemeinsam und umsonst" idee hat aber eigentlich schon laengst gewonnen und spuelt in andere bereiche des (it) lebens immer schneller und weiter hinein ... urheberrechte lassen sich in digitalen versionen von produkten schlecht erheben - die hardwaereabgabe setzt sich gegenueber DRM durch usw.... MS kann nur noch auf den zug aufspringen , was sie genau jetzt versuchen - zu spaet ? ich hoffe es mal ... allerdings empfehle ich hier auch keinem seine gesamtes email leben zb google oder anderen betreibern anzuvertrauen nur weil die sich "netterweise" anbieten das alles irgendwo fuer uns (?) abzuspeichern. .... unrealistisches modell - meiner meinung nach allenfalls fuer handy besitzende teenager ohne eigenes labtop eine kuzzeitig aktzeptabeles angebot. 10 jahre havey mailverkehr ( soweit mein experiment) lassen sich auf jedem moderen rechner ohne probleme fuer immer aufbewahren wenn man regelmaessige backups nicht vergisst.wer gestern ein mammut war verliert heute das elefantenrennen ... google ist zwar jetzt moderner , aber googles letzten tage werden auch kommen .... konsum ohne werbung ist cool... info ohne werbung ist relaxter ... kann man hier zB. eigentlich die werbung ausschalten wenn man bezahlt ? und was kostet es dann? 

  2. “Nicht
    nur staatliche Sicherheitsbehörden entwickeln derzeit eine beachtliche
    Sammelwut. Auch für den Daten-Multi Google, dessen Börsenwert
    gegenwärtig über 200 Mrd. US-Dollar beträgt, sind die persönlichen
    Informationen der Nutzer sprichwörtlich Gold wert, will er seine
    marktbeherrschende Position im Suchund Anzeigengeschäft ausbauen.”Spannender Artikel auf http://www.blaetter.de/artikel.php?pr=2766

    • Chi
    • 23.09.2008 um 23:49 Uhr

    Dass die gesammelte Sammelwut mit Zugriff aufs "Disneyland des Geistes" letztlich nur der Kontrolle und Überwachung dient, auf Megafestplatten brav konserviert und im Zweifelsfall herausgeholt werden kann, werden die meisten wohl schon ahnen und fürchten...

    Kontrolliert werden soll dabei das Denken, das das Handeln bestimmt, damit man wunderbare psychologische Individualstudien von evtl. problematischen Bürgern prophylaktisch erstellen kann.

    Einzig frage ich mich, wie sie die Masse der störrischen und freien denn letzlich kasernieren wollen, wenns denn hart áuf hart käme..... also ich meine rein räumlich?

    Und eines darf man nicht vergessen, wenn man schon mal sehr besorgte Zukunftsblicke tut: Ein dumpfes Volk mit manipuliertem Denken ist nicht mehr sonderlich zu Sinnvollem zu gebrauchen... Ob das alles mitgedacht wird und ob dann eine Art elitäre Inzucht der unfreien Kreativen angestrebt würde.. und ob das denn ginge? also ich meine so geistig-evolutiv?

    Lesen heißt durch fremde Hand träumen. (F.Pessoa)

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