US-Vorwahlen Immer an New Hampshire denken
Entscheidungsschlacht bei den Demokraten am "Super Tuesday": Die Frau oder der Schwarze? Hillary Clintons Truppen sind besser aufgestellt – das heißt aber nichts.
Die jüngste Runde – die Demokraten-Vorwahl in South Carolina – ging an Barack Obama, und zwar überwältigend mit 55 zu 26 Prozent. Nur: Dieser Staat ist ein Sonderfall, weil über die Hälfte der Bevölkerung schwarz ist. Knapp 80 Prozent der African-Americans haben sich für Obama entschieden. Doch die echte Entscheidung fällt am 5. Februar, dem Super-Tuesday. Das ist praktisch eine nationale Primary, wählen doch an diesem Tag 22 Staaten, darunter so bevölkerungsreiche wie New York und Kalifornien. Bei den Demokraten stehen 2075 Delegierte für den Nominierungs-Parteitag auf dem Spiel, bei den Republikanern 1113. Für die Demokraten reichen allerdings 2025 Stimmen für die Nominierung.
Hier aber sieht die Lage für Barack Obama bei Weitem nicht so glänzend aus wie in South Carolina. In den nationalen Umfragen liegt die Senatorin aus New York ohnehin vorn. Schauen wir jetzt etwas genauer hin. Iowa und South Carolina, wo Obama gewonnen hat, sind sozusagen Kleinstaaten – von großer Ausdehnung zwar, aber mit relativ kleinen Bevölkerungen. Iowa schickt nur 57 Delegierte auf den Demokraten-Parteitag in Denver, South Carolina 54.
Doch am Super-Tuesday treten die
Heavies
an:
- Kalifornien mit 441 Stimmen
- New York mit 281
- New Jersey mit 127
- Massachusetts mit 121
In all diesen Staaten führt Hillary Clinton, jedenfalls bislang, mit einem Vorsprung von 15 Punkten (Kalifornien) bis zu 37 Punkten. Man kann es auch allgemeiner fassen: In acht von zehn der bevölkerungsreichsten Staaten hält Clinton einen strategischen Vorteil, in der Mehrheit mit doppelstelligem Abstand. Diese Big Ten werfen 1500 Delegierte in die Waagschale.
Und Obama? Er führt gewaltig in Illinois: 51 zu 22 Prozent, und sein Vorsprung in Georgia beträgt sechs Punkte. Diese beiden Staaten weisen indes, wie South Carolina, Besonderheiten auf. Illinois ist der Heimatstaat des Senators, und Georgia ist ein Staat mit einem großen schwarzen Bevölkerungsanteil. Folglich lassen diese Bundesstaaten keine Schlussfolgerungen für die anderen wichtigen Staaten zu, in denen die ethnische Struktur außerordentlich heterogen ist. Zum Beispiel Kalifornien, ein Staat mit einem großen Latino-Anteil, der sich Clinton zuneigt. Grundsätzlich: Die Demographie und Soziologie der Big Ten ähneln an jene von New Hampshire und Nevada, wo Clinton ihren Rivalen geschlagen hat.
- Datum 04.02.2008 - 12:18 Uhr
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- Quelle ZEIT online, 31.1.2008
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Wo seid Ihr? Ein selten klarer und ehrlicher Kommentar zu der Situation. Wie man Herrn Joffé jemals kritisieren konnte?
Aber ich locke Sie noch mit einer andern These vom Mittagstisch: Wenn Hillary die Super Tuesday-Wahl für sich entscheidet, tritt sie entweder mit Michael Bloomberg, Al Gore oder Bill Clinton als Vicepresident am Parteitag an. Wenn die wollen; und wer bestimmt wollte, ist Bill; denn wie schon in dessen Wahlkampf 1992 - wo man ihm dies noch glaubte - funktioniert die "Clinton-Maschinerie" nach dem Motto: Mit mir habt Ihr Beide von uns. Two in one. Silky.
Die Vorwahlen reduzierte die Zahl der Demokratischen Kandidaten von acht auf zwei. Was übrig blieb, sind entweder ein Afroamerikaner oder eine Frau. Beide sind zweifellos in der Lage, innerhalb ihrer eigenen Partei genug Stimmen zu sammeln, um im Sommer offiziell Kandidat/in der Demokraten zu werden.
Angesichts der unter vielen Durchschnittsamerikanern aus dem einen oder anderen Grunde gehegten Vorurteile verbleiben die Chancen beider Kandidaten im kommenden November jedoch relativ unsicher. Der tatsächliche Wahlausgang wird letzten Endes davon abhängen, ob die Unpopularität Bushs wirklich groß genug ist, um auch die Republikanischen Wähler zu überzeugen, gegen ihre eigene Partei für einen dieser beiden Demokratischen Kandidaten zu stimmen.
Schlussendlich haben die Demokraten ein Ticket, die Republikaner aber bloss einen Apparat. Darum geht es doch wohl. Die Republikaner haben volsltändig abgewirtschaftet, sowohl was die internationale politische Stellung der USA betrifft als auch, was die sogenannte ökonomische Kompetenz der Bushies angeht. Letztere ist derart katastrophal, dass man darüber nicht mal analytische Anstrengungen machen muss. Die von Bush hausgemachte Krise ist doch offenkundig.Es ist wohl ziemlich klar, dass die Demokraten die Wahlen im November gewinnen werden. Ausser Bush beginnt noch einen Krieg gegen den Iran. Das weiss man ja bei diesen Hasardeuren nie.Lieber Herr Joffe, Sie müssen "uns" hier die "Lage in den USA" gar nicht erklären, wir sind durchaus belesen und im Bild. Viel wichtiger erscheint mir, zu tun, was Helmut Schmidt mit seinen 12 Fragen auf der Titelseite der neuesten ZEIT unternimmt: Den einigermassen ansprechbaren US-Bürgerinnen und Bürgern klar machen, dass es so aus unserer Sicht nicht mehr weitergehen kann. Mit "so" ist all das gemeint, was seit nunmehr sieben Jahren von einer Administration, die weder vor massiven Menschenrechts- noch vor fortgesetzten Völkerrechtsverletzungen in grossem Stil zurückschreckt, die eine katastrophale Finanz- und Wirtschaftspolitik betreibt und der weltweit berechtigterweise total misstraut wird. Nicht einmal nach dem Nixon-Tiefpunkt war die Weltmacht derart quasi selbstdesaströs daneben aufgestellt wie heute. Ob Frau Clinton oder Herr Obahma das Präsidentenamt übernehmen werden: Zuerst wird der neue Präsident aufräumen müssen, zuerst muss ein wirklichen Paradigmawechsel vollzogen werden, zunächst muss die USA wieder in die Völkerrechtsgemeinschaft zurückgeführt werden. Das ist eine enorm schwierige, nicht zuletzt eine enorm schwieirge innenpolitische Aufgabe. Ein Scheitern daran würde nicht unbedingt überraschen.
Bei New Hampshire denke ich vor allem an Diebold Wahlcomputer. Ist es nicht mehrwürdig, Herr Joffe, daß überall dort, wo Handstimmzettel persönlich ausgezählt wurden, die Meinungsforschung die Ergebnisse richtig voraussagte?In New Hampshire wurden 81% der Stimmen von Wahlmaschinen von Diebold Election Systems ausgezählt.Die restlichen 19% der Stimmen wurden stattdessen von Hand ausgezählt.Das Ergebnis bei den Wahlmaschinen waren 39,6% für Clinton und 36,3% für Obama - ziemlich genau das Endergebnis. Aber die Stimmen auf den von Hand ausgezählten Wahlzetteln waren deutlich anders gewichtet: Clinton 34,9%, Obama 38,6%.Das US-Wahlsystem ist, wie der Großteil des politischen Systems überhaupt, nicht wirklich in den Händen der Bürger, sondern der Wirtschaft.http://infokrieg.tv/wahlb...LHS Associates ist ein Privatunternehmen welches über 4 Fünftel der Stimmen in New Hampshire zählte ohne jegliche unabhängige Überprüfung; außerdem hat das Unternehmen Diebold-Verträge für Conneticut, Massachusetts und Vermont."Als Hajjar 2006 für deren Praxis argumentierte, Karten während Wahlen auszutauschen, fragte ich ihn über die Gesetze welche die Dinge bezüglich der Aufsichtskette regeln. Seine Antwort: 'Ich meine, ich beachte nicht jedes kleine Gesetz. Es ist nur...es liegt bei den Registratoren. Alles was wir sind ist eine unterstützende Organisation am Wahltag.'Er sagte er habe 3 Speicherkarten in seinem Kofferraum und in dem Fall dass sie benutzt werden müssen, würden die Dinge bezüglich der Aufsichtskette keine Bedeutung haben 'denn sobald man das Testdeck durchlaufen lässt, ist man golden.'"http://infokrieg.tv/diebo...______________________________________
Meine Nr.1 Politdokumentation 2007:
John Pilger's "War on Democracy"
http://youtube.com/result...
Bill Clinton kann nach der amerikanischen Verfassung nicht Veep werden, weil er nicht mehr Präsident werden darf.http://www.usconstitution...But no person constitutionally ineligible to the office of President shall be eligible to that of Vice-President of the
United States.
KARMI denkt
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dass ein Team Clinton/Obama die Wahlen im November klar gewinnen wuerde.
@ Huerlimann (Nr.3): Die offene Frage bleibt, ob Bushs Unpopularität tatsächlich ausreicht, um Republikanische Wähler dazu zu bringen, im November für einen Demokraten zu stimmen. Bushs Popularitätsrate liegt mit 30% etwa wie Clintons im letzten Jahr seiner Amtszeit. Die Popularitätsrate der bereits seit der Wahl von 2006 amtierenden Demokratischen Mehrheitsregierung unter Frau Pelosi liegt dagegen bei nur 15%.
@ Karmi (Nr.6): Clinton täte freilich alles, bloß um zu gewinnen, aber Obama besitzt Integrität. Sein VP wird wohl eher sein alter Freund, der deutschstämmige Senator Daschle, dessen "Truth Squad" jetzt die Clintonschen Verleumdungen am laufenden Band entlarvt.
@ Berliner (Nr.4): Toll, wieder eine neue Verschwörungstheorie! Nach der nächsten verlorenen Wahl unbedingt dem Verlierer anbieten!
In der amerikanischen Politik, müssen wir immer denken, der schmutziges Geheimnis:<br><br>dlsxpatriate.blogspot.com
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