Terrorismus Todesstrafe für 9/11-Drahtzieher

Die US-Regierung hat am Montag sechs mutmaßliche Top-Terroristen im Gefangenenlager Guantánamo Bay wegen Kriegsverbrechen angeklagt und die Todesstrafe für sie beantragt

Wie das Pentagon mitteilte, werden alle sechs beschuldigt, maßgeblich an den Anschlägen vom 11. September 2001 beteiligt gewesen zu sein. Insgesamt werden ihn 169 einzelne Straftaten zur Last gelegt. Eine Militärrichterin wird nun prüfen, ob die Beweise für die Eröffnung eines Prozesses ausreichen und ob die Anschuldigungen den Antrag auf die Todesstrafe rechtfertigen.

Zur Gruppe der Angeklagten gehört der Anklage zufolge der Ex- Chefplaner des Terrornetzes El Kaida, Chalid Scheich Mohammed. Er soll der Drahtzieher der Flugzeuganschläge in den USA gewesen sein, bei denen fast 3000 Menschen getötet wurden. Der US- Regierung zufolge hat er in einer Anhörung in Guantánamo Bay auch zugegeben, den Anschlag auf das World Trade Center 1993 in New York vorbereitet zu haben. Außerdem steckte er nach den US-Angaben laut eigenen Aussagen hinter den Plänen von «Schuhbomber» Richard Reid, eine Passagiermaschine während eines Transatlantikfluges zu sprengen. Diese Pläne waren vereitelt worden.

Anzeige

Mitangeklagt wurden dem Pentagon zufolge die Guantánamo-Häftlinge Mohammed al-Kahtani, Ramzi Binalshibh, Ali Abdel Asis Ali, Mustafa Ahmed al-Hausaui und Walid bin Attasch. Allen Angeklagten wird unter anderem Verschwörung, Mord in Verbindung mit Verletzung von Kriegsgesetzen, Angriffe auf Zivilisten, vorsätzliche schwere Körperverletzung und Terrorismus vorgeworfen. Vier der Häftlinge – Mohammed, Attasch, Binalshibh und Ali – sollen sich außerdem wegen Flugzeugentführung verantworten. Das Pentagon will ihnen gemeinsam den Prozess vor einem Sondergericht machen, wie der Rechtsberater des Ministeriums, Thomas Hartmann, vor Journalisten mitteilte. Diese Gerichte, die sogenannten Militärkommissionen, wurden eigens für Verfahren gegen Guantánamo-Häftlinge geschaffen. Angeklagte haben in diesen Prozessen weniger Rechte als in normalen Militär- oder Zivilverfahren. Die Kommissionen werden daher auch von vielen westlichen US-Verbündeten als fragwürdig kritisiert.

Wie CIA-Chef Michael Hayden zudem vor kurzem bestätigte, gehört Mohammed zu drei Terrorverdächtigen, bei denen während geheimdienstlicher Verhöre die Methode des simulierten Ertränkens angewendet wurde. Dieses «Waterboarding» wird im westlichen Ausland als Folter angesehen. Vor diesem Hintergrund äußerten Experten am Montag die Erwartung, dass die Todesstrafen-Prozesse weltweit neue Kontroversen über die amerikanische Behandlung von Terrorverdächtigen auslösen werden.

Hartmann versicherte unterdessen, dass die Angeklagten einen fairen Prozess gemäß allen rechtsstaatlichen Standards erhielten. Ihnen stehe beispielsweise ein Anwalt zur Seite, die Verteidigung könne sämtliches Beweismaterial einsehen, Zeugen aufrufen oder auch ins Kreuzverhör nehmen. Außerdem hätten die Angeklagten das Recht, ihre Urteile anzufechten.

Das Verfahren werde so transparent wie möglich sein, sagte der Brigadegeneral. Er räumte allerdings ein, dass der Öffentlichkeit wahrscheinlich ein Teil des Beweismaterials aus Gründen der nationalen Sicherheit vorenthalten werde. Auf Fragen, ob unter Folter oder «harschen Verhörmethoden» erfolgte Aussagen im Prozess zulässig seien, antwortete Hartmann, das werde vom Gericht entschieden.

 
Leser-Kommentare
  1. "Die US-Regierung hat am Montag...""Hartmann versicherte unterdessen, dass die Angeklagten einen
    fairen Prozess gemäß allen rechtsstaatlichen Standards erhielten."War es nicht so, dass in einem Rechtsstaat die Rechtsprechung unabhängig von der Regierung arbeitete? Herr Hartmanns Versicherungen wäre also hinzuzufügen: "..., ausser der Unabhängigkeit der Justiz."Hier wird einmal mehr deutlich, wie die selbsternannten Beförderer der Demokratie diese selbst zu Grabe tragen und deren Grundprinzipien vermeintlichen Erfolgsmeldungen opfern. Wenn es nicht so traurig wäre könnte man fast lachen. Wann ist der Spuk denn endlich vorbei?

  2. Nur Mutmasliche Täter ? haben die immer noch keine besseren Beweise als reine Mutmasungen ? und dafür verurteilen die Leute zum Tode ?Man sollte doch wohl meine das die USa wenigstens in den Gerichtsverfahren Beweise offen legt oder zumindest hinweise darauf das sie mit Terroroisten zusammengearbeited haben und nicht mur reine Mutmasungen in der Hand haben. ............. ach .......... das Gereiche ist im Gefängnis ....... also auserhlbder amerikanischen Einflusfäre und nicht den amerikanischen Regeln unterbunden .......... aber sie sagen sie würden sie freiwillig einhalten ............ an dann ........warum machen sie dann den Gerichtstermin nicht in den USA um die Zweifel auszuräumen .......... ach  das warum sagen sie nicht und fragen darf man nicht  ................ tja dann bleibt wohl nur die Klappe zu halten......... alles ander ignorieren sie ja eh schon seit Jahren und glauben tut ihene eh keiner mehr ..... Ich frag mich nur warum sie immer noch versuchen den protzess legal und fair aussehen zu lassen, meinen die das ihnen das noch einer glaubt, mach den vielen Lügn di sie aufgetischt haben ? [Bitte bemühen Sie sich Ihre Beiträge lesefreundlicher zu gestalten/ Redaktion; svb]

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service