Interview "Das Unsichtbare sichtbar machen“Seite 3/3
Sharma: Meine Homosexualität war kein Thema bei uns. Ich habe meinem Vater nie direkt gesagt, dass ich schwul bin. Ich weiß, dass er es weiß, und dass er weiß, dass ich diesen Film gemacht habe. Als wir „A Jihad for Love“ letzte Woche in Indien gezeigt haben, ist mein Bruder gekommen, der sehr stolz auf mich war. Ich dachte eigentlich, dass ich nach diesem Film mit meinem Vater sprechen könnte, aber ich habe es auch diesmal nicht geschafft. Vielleicht, weil ich das Gefühl habe, ich möchte ihm dieses Gespräch nicht antun, er gehört einer anderen Generation an. Ich käme mir egoistisch dabei vor.
ZEIT online: Beneiden Sie manchmal Schwule und Lesben im Westen, die sich über Probleme, wie sie in Ihrem Film vorkommen, nie Gedanken machen?
Sharma: Darüber denke ich sehr oft nach. Ich finde, es gibt nur wenig Verständnis für religiöse Gruppen und die Kämpfe, die Homosexuelle in anderen Ländern austragen müssen. Ich hoffe, dass ein Film wie der meine das Bewusstsein für diese Diskussion öffnet.
Das Gespräch führte Carolin Ströbele
- Datum 14.02.2008 - 02:53 Uhr
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Vielen Dank fuer Ihren Mut! Herr Sharma, ich wuensche Ihnen viel Erfolg mit Ihre Filmdokumentation. Hoffentlich kommt sie irgendwann auch in die australischen Kinos (oder Fernseher).Mit freundlichen Gruessen Nikola
Namaste Herr Sharma!
Da bin ich mir ganz sicher: Auch jeder schwule Muslim darf schwul sein und leben, jede lesbische Muslima darf lesbisch sein und leben. Nur fundamentalistische Kreise können dieses Recht absprechen. Diesen Fundamentalisten gehört die Stirn geboten; da ist dieser Film sicher ein Mittel. Gut so Herr Sharma.
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