Berlinale Rocky KabulSeite 2/2
„Nacht vor Augen“ beschreibt sehr realistisch und nüchtern ein Phänomen, das es nach allen Kriegen gibt: Die Sprachlosigkeit der Heimkehrer. Und das Desinteresse der Gesellschaft an dem, was sie erlebt haben. Bei der Feier zu seiner Rückkehr fordern Davids Freunde ihn auf, auch mal Fotos vom „echten Leben“ in Afghanistan zu zeigen. Als er daraufhin Bilder von verstümmelten afghanischen Zivilisten vorführt, sprengt er fast die Party.
So genau will man es dann doch nicht wissen. Passt schon alles, irgendwie. Solange einer es nicht herauslässt, das Hässliche. „Du willst das doch gar nicht wissen!“, schreit David seine Freundin an, als sie erfahren will, was in Afghanistan passiert ist. Wahrscheinlich hat er damit Recht. Denn die Wahrheit führt in diesem Fall in einen Abgrund, dass es jeden schwindelt, der es wagt, dort hineinzuschauen.
„Nacht vor Augen“
, Sektion Forum, Deutschland 2008, 91 Min.
Vorführungen: Sa, 09.02., 19:00 Uhr, Delphi Filmpalast
So, 10.02., 10:00 Uhr, CineStar 8
Mo, 11.02., 20:00 Uhr, Colosseum 1
So, 17.02., 22:15 Uhr, Cubix 9
- Datum 14.02.2008 - 02:54 Uhr
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