Dresden

Widerstand an der Elbe

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Während die Bauarbeiten für die Waldschlösschenbrücke vorangehen, protestieren die Bürgerinitiativen weiter. Eindrücke zwischen Ohnmacht und Wut Für einen kurzen historischen Moment, ungefähr von Mauerfall bis Frauenkirch-Weihe, durften die Dresdenliebhaber glauben, es seien nun alle Trauergedichte über den Untergang der Stadt geschrieben, alle Klagegesänge gesungen und künftig nur noch Jubelrufe zu vernehmen. Doch leider: die berühmte Nachkriegs-Mottete des Kreuzkantors Rudolf Mauersberger ist wieder aktuell. Während die Bauarbeiten für die Waldschlösschenbrücke vorangehen und Bürgerinitiativen vergeblich protestieren, werden Augenzeugen von widerstreitenden Gefühlen bewegt: Ohnmacht angesichts der Zerstörung, aber auch Wut auf die Exekutoren. Unsere Bildergalerie zeigt einige der Szenen, die der Schriftsteller Thomas Rosenlöcher (hier winterlich vermummt, hinter den Welterbeschützern stehend) während der vergangenen Wochen erlebt hat.
Leser-Kommentare
  1. "Stadtidyll mit Großbaustelle: Die naturgeschützte Aue zwischen Innenstadt und Blauem Wunder wird gründlich verwüstet."Geht es noch? Leute, es handelt sich um eine Baustelle in der guten Breite der künftigen Brücke!  Es handelt sich nicht um den 5 km breiten Streifen zwischen Innenstadt und Blauem Wunder! Was soll diese irreführende Dramatisierung? Und wenn schon von Widerstand die Rede ist: wo sind Bilder von Salzsäure in die Fundamente gießenden Brückengegnern! Hört endlich auf, die Welt mit billiger Polemik zu täuschen!

    • FrankN
    • 22.02.2008 um 10:19 Uhr

    Ich bin kein Befürworter der Waldschlößchenbrücke, aber dieser Artikel ist wirklich eine journalistische Kostbarkeit:  Bild 1: „… durften die Dresdenliebhaber glauben, es seien nun alle Trauergedichte über den Untergang der Stadt geschrieben…“ Welcher „Untergang der Stadt“ bitteschön? Es geht um lediglich den Bau einer Brücke.  Bild 3: „Der Dichter im Griff der Staatsmacht: Thomas Rosenlöcher wird vom Sondereinsatzkommando weggetragen“ Das ist wirklich sehr medienwirksam gestaltet. Dazu muss man aber wissen, dass es sich um eine mehrfach angekündigte Baumaßnahme handelte. Wer eine solche behindert, weiß, dass er abgeführt wird. Darum ging es Herrn Rosenlöcher wohl auch nur.  Bild 5: Da steht „Der älteste Baum Dresdens, eine fast 300-jährige Buche …“ Hieran ist alles falsch:1. „Der älteste Baum Dresdens“: Es gibt in Dresden einige viel ältere Bäume. 2. „eine fast 300-jährige Buche“: Diese Buche kann maximal 200 Jahre alt gewesen sein. Das geht aus der Geschichte des Grundstücks hervor, auf dem sie gepflanzt wurde. Das wurde auch in der Presse bereits so veröffentlicht. Im Übrigen hat nach der Fällung anscheinend niemand die Jahresringe gezählt, zumindest wurde nirgends das tatsächliche Alter veröffentlicht. 3. Rotbuchen werden maximal 300 Jahre alt. Wenn dieser Baum tatsächlich so alt gewesen wäre, hätte man ihn aus Verkehrssicherheits-Gründen ohnehin demnächst gefällt. Um diesen speziellen Baum wäre es also gerade unter dem Gesichtspunkt des Alters am wenigsten schade gewesen.  Bild 6: „Eine Mauer aus Einsatzfahrzeugen sichert den Tatort“ Den „Tatort“? Jetzt übertreiben Sie mal bitte nicht! Es ist auch logisch, dass man die Fällarbeiten abschirmte, einfach um die geplante und angekündigte Arbeit ohne weitere Behinderung und Personenschaden durchführen zu können. Bild 7: „… das Baummassaker“: Also bitte!  Bild8: „Vom markerschütternden Knirschen und Kreischen der fallenden Stämme, so berichten Dabeigewesene, bekomme man Albträume“ Schrecklich! Sie erwarten jetzt aber bitte nicht, dass man das ernst nimmt? Was sollen da Holzfäller in Kanada sagen? Gehen die jeden Tag zum Psychologen?  Bild 10: „Wenn kein Fotograf in der Nähe ist, fassen die gummiknüppelbewehrten Polizisten die friedlichen Demonstranten schon mal etwas härter an.“ Eine bis heute nicht bewiesene Unterstellung. Diese Behauptung wurde kurz nach der Fällung verbreitet, allerdings hat man selbst seitens der Demonstraten dann nie wieder etwas darüber gehört. Es gibt - soweit ich weiß - keine entsprechenden Klagen. Bild13 und andere mit Rosenlöcher: Ich habe selbst Bücher von ihm gelesen und hatte bisher eine gute Meinung von ihm. Aber ich weiß, dass er einigen Dresdnern allmählich etwas peinlich wird.  Bild14: „Die naturgeschützte Aue … wird gründlich verwüstet“ Nein, wird sie nicht. Ich fahre wöchentlich mit dem Fahrrad dort entlang, dort wurde lediglich ein Streifen Gras entfernt. Für die Tunnelalternative (für die es keinerlei Planungsunterlagen gibt) würden übrigens viel stärkere Verwüstungen entstehen (es müsste z.B. ein weiträumiger Umgehungskanal für den Schifffahrtsverkehr ausgehoben werden). Das sollte man dann schon der Ehrlichkeit halber dazu sagen.

  2. "Der Dichter im Griff der Staatsmacht: Thomas Rosenlöcher wird vom Sondereinsatzkommando weggetragen."
    Und wie hätte die Unterschrift unter diesem Bild gelautet, wenn man den Baum gefällt hätte, ohne zuvor den Heimatdichter wegzutragen?

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