Aufruf "grattlierenmamapapa"
Es geht um Musik, Bären und Super-Dickmanns: ZEIT-Leser haben uns die schönsten und witzigsten SMS ihrer Eltern zugeschickt
"Wir haben eine neue Nummer: XXXX XXXXXXX! Viele Grüße!"
(SMS der Eltern an die Tochter in Berlin)
"Liebe Nora ich versuche dir ein mail zu schreiben es scheint zu gelingen gute fahrt dein papa"
"Neu auf der Insel: Super-Dickmanns. Mir ist schlecht."
(SMS einer auf Mallorca lebenden Mutter an ihre Tochter)
"grattlierenmamapapa"
(Glückwunsch-SMS der 69 und 72 Jahre alten Eltern zur bestandenen Prüfung der Tochter - mit
Unterstützung der Tischnachbarn im Urlaub geschrieben)
"Bitte an benni wl! Evtl pers Kissen qu o rechteck?"
(Was seine Mutter ihm mit dieser kryptische SMS mitteilen wollte, weiß der Sohn bis heute nicht. Klarer hingegen folgende Anweisung seines Vaters)
"Lieber XXXXX, es wurde gerade über die Zukunft der Ausbildungen diskutiert.Dabei wurde mir klar: du musst ein Studium mit bachelor-master wählen!alles andere ist unsinn,nach dem bachelor kannst du dich weiter entscheiden.dies ist die zukunft!"
"HE BAER! WOLLTE DICH NICHT WECKEN! MAMI"
(Die mütterliche Entschuldigungs-SMS folgte einem frühmorgendlichen Anruf - und weckte den "Bären"-Sohn damit zum zweiten Mal)
Etwa 20 SMS meiner Mutter aus dem Jahre 2005 an mich tragen schlicht
den Inhalt "." Wenig später kam meist ein Anruf von ihr.
Erst Wochen später wurde mir klar, dass meine Mutter über die SMS-Funktion auf ihr Telefonbuch zugriff. Damit sie meine Nummer aufs Display bekam, musste sie mir also zuerst eine Nachricht schicken und danach auf den grünen Hörer zum Anrufen zu drücken. Zeitweise bekam ich auch zwei "."-SMS nacheinander, weil meine Mutter den grünen und den roten Hörer miteinander verwechselte.
Trotz mehrmaliger Erklärungsversuche weiß ich bis heute nicht, ob meine
Mutter das Problem verstanden hat. Sie hörte schließlich auf, mit dem Handy zu telefonieren. Heute schreibt sie nur noch SMS, das kann sie ja.
"Wir sind immerhin unterwegs bringen als Friedensangebot Staubsauger für WG mit uns sind besonders fleißig MAPA"
(Entschuldigung der Eltern bei ihrer Tochter für die verspätete Anreise)
"Hi mein schatz,danke für die suPer geile Mucke,bin sooo...happy<hdl mama"
(SMS einer Chatkürzel-kundigen Mutter an ihren Sohn - "hdl" bedeutet "hab dich lieb")
"papi wollte waertenschranker werden"
(Die Tochter: Diese Nachricht bekam ich von meiner Mutter (59), die zu Weihnachten ein neues Handy bekommen hatte, und nun endlich lernen wollte, SMS zu schicken. Kein Gruß, keine Erklärung. Auf meine Nachfrage, was diese merkwürdige Geschichte sollte, brach sie in leicht wahnsinniges Gelächter aus... Alles sehr merkwürdig, aber gut: sie kann SMS verschicken!)
"Hi Dad, wo bist du? Klaus und ich gucken gerade Fußball. Gerade Halbzeit! Deutschland gegen Österreich. Bis jetzt 0 zu 0.HDL S"
(Diese Fußball-Kurzmitteilung seiner Tochter freute ihren Vater so sehr, dass er sie ebenfalls unter der Rubrik "schönste Eltern-SMS" einschickte)
Warum wir die SMS unserer Eltern so rührend finden. Eine Erklärung von Matthias Stolz.
- Datum 18.02.2008 - 12:10 Uhr
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- Quelle ZEIT online
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weigere ich (40) mich bis heute standhaft auf dieser Miniaturtastatur des Handys herumzuhacken, um eventuell irgendwann mal eine Botschaft hinzubekommen. Nach einigen mühseligen Versuchen (in denen ich ständig mit dieser Funktion kämpfte, die meine Worte immer schon von selbst deuten wollte und hinschrieb und die ich nicht ausgestellt bekam) habe ich festgestellt, dass ich (am Computer hingegen durchaus versiert) schneller mal eben anrufe, als diese Messages ins Handy zu tippen. Möglicherweise ist diese Unfähig- oder -willigkeit ein Zeichen, dass ich älter werde. Der SMS-Boom ist jedenfalls vollständig an mir vorbeigegangen. Ja, ich denke, wenn mein Sohn in wenigen Jahren über ein eigenes Handy verfügt, werde auch ich notgedrungen zu jenen rührseligen SMS-Verfassern zählen, die in dem Artikel so anschaulich zitiert wurden.
seltsamer Weise auch Verständnis. isaac ben laurence weismann
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