Hollywood Enttäuschter Jubel

Der Streik der Drehbuchautoren in Amerika ist beendet. Sie werden tatsächlich an den Internet-Erlösen der Studios beteiligt. Trotzdem bleiben kritische Stimmen.

Am Mittwoch dürfen die Late-Night-Comedystars Jon Stewart und Steven Colbert endlich wieder ihre Gagschreiber beschäftigen. In vier Wochen flimmern endlich wieder neue Folgen von The Office und Everybody Hates Chris über die Fernsehschirme. Und in acht Wochen erfahren wir endlich, ob Carlos blind bleibt, Gaby das Vermögen von Victor erbt, und was aus Lynettes Familie bei den Desperate Housewives wird. Denn der Streik der Hollywoodautoren ist vorbei. Innerhalb von zwölf Tagen sollen nun die in mühseligen Verhandlungen erarbeiteten Verträge unterzeichnet werden.

Die für heute und morgen geplanten Demonstrationen vor den Toren der Hollywood-Studios wurden bereits abgesagt. Am Dienstagnachmittag sollen nun die rund 10.500 in der Writers Guild of America (WGA) vertretenen Autoren abstimmen - entweder persönlich im Writers Guild Theater in Beverly Hills oder per Internet -, ob sie die Unterzeichnung abwarten oder lieber sofort wieder arbeiten wollen. Letzteres werden sie wohl tun. Denn nicht nur die Autoren haben 14 Wochen lang Däumchen gedreht, auch rund 40.000 bis 50.000 technische Angestellte, vom Kabelträger bis zur Produktionsassistentin, waren arbeitslos. Lediglich ein paar Promis bekamen schon am Montag die Erlaubnis der WGA, die Arbeit an ihren Shows wieder aufzunehmen.

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WGA-Präsident Patric Verrone sprach am Wochenende von dem erfolgreichsten Arbeitskampf der letzten 30 Jahre. Tatsächlich hat die WGA einen kleinen Durchbruch erzielt, insbesondere was die Beteiligung an den Internet-Erlösen angeht. Immer mehr Sender stellen ihre TV-Shows und zunehmend auch Comedy-Programme ins Netz. Auch Filme werden immer öfter über das Internet vertrieben. Die Studios hatten allerdings immer behauptet, das geschähe nur zu Werbezwecken, sie würden daran kein Geld verdienen.

Die Drehbuchautoren jedoch hielten dagegen - und setzten sich schließlich durch. Ihnen steht nun bereits im ersten Jahr eine Pauschale für all diejenigen TV-Shows zu, die per Videostream an die Nutzer gelangen. Diese Pauschale entspricht in etwa einer Honorarerhöhung von drei bis 3,5 Prozent. Im zweiten und dritten Jahr sollen sie dann einen prozentualen Anteil an den Bruttoerlösen erhalten. Vor allem mit dieser Kopplung ist den Autoren ein wichtiger Teilerfolg gelungen, denn wenn es eine Beteiligung an den Gewinnen gegeben hätte, hätten die Studios diese auf null gerechnet.

Die Honorare der Drehbuchautoren werden gar verdoppelt, wenn TV-Shows, -Serien oder Filme aus dem Internet von Nutzern heruntergeladen werden. Und: Die Gewerkschaft hat Mitspracherecht bei allen Produktionen, die mehr als 15.000 Dollar pro Minute kosten. Der neue Tarifvertrag orientiert sich daran, was bereits im Januar mit der Directors Guild, der Interessenvertretung der Regisseure abgeschlossen wurde. Er wird ab dem 1. Mai gelten und ist auf drei Jahre befristet.

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