Banken Steuergelder für die IKB?

Die Bundesregierung prüft offenbar einen Notkredit für die Mittelstandsbank IKB. "Keine Option sei tabu", hieß es aus Verhandlungskreisen

Die angeschlagene Mittelstandsbank IKB  kann offenbar auf staatliche Hilfe hoffen. Handelsblatt und Süddeutsche Zeitung  berichteten übereinstimmend, die Bundesregierung erwäge eine Beteiligung an einer neuerlichen Rettungsaktion für das Institut. Dessen Lage sei so dramatisch, dass "keine Option tabu" sei, hieß es in der SZ unter Berufung auf Verhandlungskreise.

Angeblich denkt die Regierung über einen Kredit an die IKB-Großaktionärin und staatliche Förderbank KfW nach, die ihren für Bankkrisen vorgesehenen Fonds über 5,3 Milliarden Euro vor allem wegen der Probleme mit der IKB ausgeschöpft hat. Eine weitere Option sei ein Verkauf der profitablen Teile der IKB. Denkbar sei auch die Gründung einer sogenannten bad bank , die alle Risiken übernimmt, oder ein Verkauf an Finanzinvestoren.

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Das Bundesfinanzministerium lehnte bislang jede Stellungnahme dazu ab. "Zu solchen Spekulationen äußern wir uns nicht", sagte ein Ministeriumssprecher.

Das Handelsblatt berichtet, eine Beteiligung des Bundes sei notwendig geworden, weil die IKB eine kurzfristige Kapitalspritze von rund 500 Millionen Euro braucht. In welchem Umfang sich die Privatbanken und die KfW Bankengruppe an dem Rettungspaket beteiligen, sei dagegen noch nicht klar, hieß es ebenfalls unter Berufung auf Verhandlungskreise.

BaFin-Chef Jochen Sanio hatte offenbar schon eine Schließung der IKB ins Auge gefasst. Nur auf Drängen von Bundesbankpräsident Axel Weber, der in den Gesprächen vor massiven Auswirkungen auf den gesamten Finanzsektor in Deutschland gewarnt hatte, habe Sanio den Beteiligten zusätzliche Zeit eingeräumt, schreibt das Handelsblatt .

Finanzkreisen zufolge ist eine neue Kapitalspritze von bis zu zwei Milliarden Euro nötig, um das Überleben der Düsseldorfer Bank zu sichern. Bis zur Verwaltungsratssitzung der KfW am Mittwoch solle eine Lösung gefunden werden. Die IKB hatte sich in großem Stil mit amerikanischen Hypothekenkrediten verspekuliert und deshalb mit Risiken von insgesamt mehr als elf Milliarden Euro zu kämpfen.

Leser-Kommentare
  1. Es ist doch die ausgemachte Strategie derer, die seinerzeit diese merkwürdigen Finanzprodukte mit hohem Zinssatz herunter-manipuliertem Risiko (und erstklassigen Provisionen natürlich) ersonnen haben: "Wenn es dann später kracht (und wirklich alen war klar, dass es krachen würde), dann muss es so laucht und hart sein, dass sich die Gesellschaft damit erpressen lässt und Steuergelder zur Rettung der (z.T. öffentlichen) Banken für die faulen Kredite einsetzt".Das ist aber aus meiner Sicht nichts anderes, als die Erpressung im Nachhinein auch noch zu legitimieren. Wenn es aber etwas ist, was wir aus dem RAF-Terror der 70er-Jahre gelernt haben, dann ist es, dass wir Terror und Erpressung nicht nachgeben dürfen, weil es sonst natürlich eine Erfolgsstrategie für die Erpresser und Terroristen darstellt. Dabei ist es aus meiner Sicht völlig unerheblich, ob die Terroristen nun drohen Flugzeuge zum Explodieren oder Banken zum Implodieren zu bringen - der Tatbestand bleibt der gleiche.Und noch etwas ist mir wichtig: Eben diese faulen Kredite mit verlogenen Bonitäten waren es doch, die in den vergangenen Jahren den Kapitalmarkt so katastrophal attraktiv gehalten haben. Jemand, der in den vergangenen Jahren für ein risiko-behaftetes Vorhaben Geld haben wollte wurden doch genau diese angeblichen Kapitalmarkt-Zinsen vorgehalten, die ein Investement in tatsächlichen technologischen Vorsprung und Kundennutzen so unglaublich schwer machte. Alle Welt hat die (angeblich sicheren) Kapitalmarkt-Zinsen heran gezogen und als vermeitlich sichere Messlatte gegenüber Risiko-Investments zu fungieren. Und jetzt, da die se Sicherheit in sich zusammen fällt, wie ein Kartenhaus, da sollen nun die Steuerzahler dann doch diese Sicherheit wieder herstellen, damit diese marktverzerrungen aufrecht erhalten werden können?!?Meine Antwort darauf ist: No way! Wenn sich das Bankhaus verspekuliert hat, dann ist das eben so. Aber jetzt diesen niederträchtigen Strukturen auch noch die Absolution zu erteilen bedeutet doch, sie zu festigen und in ein paar Jahren das gleiche Spiel - mit anderen Protagonisten - wieder zu erleben. Das Signal muss kler sein: Wir Steuerzahler lassen uns von einer kleinen Finanzelite nicht erpressen und ausnehmen wie die Weihnachtsgänse - und wir erteilen auch keinem Minister dafür ein Mandat!F. Mayer

  2. Die Stabilität, die Sicherheit, die stolzen Gebäude die unsere Stadtzentren überragen, die dunklen Anzüge und glänzende Prospekte, die Banken errinnern uns an unsinkbare Luxusliner, und fürchten den Eisberg.
    Wie fragil die Systeme sind, und wie wertvoll und geduldig doch Papier ist. Beim auspacken ergeht es wie bei den den berühmten russischen Puppen. Zuletzt entdeckt man marode Immobilien, in faule Kredite versteckt, diese wieder in Fonds, und in Zertifikate umhüllt, oder in Anteile von Holdings gewickelt. Wie bei einer Zwiebel fehlt zuletzt der Kern, nur die Tränen des Letzten der sich daran schneidet sind sicher. 
    Das Vertrauen bröckelt. Der Untergang der Konkurrenten kann einen Sog erzeugen vor dem Sie selbst nicht sicher sind. In GB wurde die Northern Rock gerettet, in D werden Sie die IKB und X-LBs retten. Die Banken verkaufen Vertrauen. Die Schlagzeile "Bank ist Pleite" kann durch keinen Werbespot ausgeglichen werden. Die Banken müssen deshalb eingreifen. Die Gewinne die durch die Blasen entstanden sind, ist das Geld das benötigt wird um die Pleiten zurückzukaufen. Die die als letztes abgesprungen sind werden können nun von den vorletzten gekauft werden. Der Steuerzahler sorgt dafür dass es für die Verlierer und Gewinner nicht zum Nullsummenspiel wird.
    Der Bürger lässt sich doch 90 Millionen Nokia Subvention viel einfacher erklären, als ein paar Milliarden Banken Subvention.

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