Raumstation Überirdische Kosten
Auf der Internationalen Raumstation herrscht Bauboom. Künftig werden dort sechs statt bisher drei Astronauten leben. Was kostet das eigentlich? Tagebuch einer Recherche
Im Orbit sind die Tage anders. 16-mal innerhalb von 24 Stunden geht auf der Internationalen Raumstation (ISS) die Sonne auf und unter, fortlaufend ziehen Kontinente und Ozeane unter ihr vorbei. In engen Räumen voller Technik ist die Körperpflege schwierig, aber die Aussicht unvergleichlich. Was kostet eigentlich so ein Tag auf der ISS? Das sollte doch nicht schwer zu beantworten sein, dachte sich unsere Autorin und täuscht sich gewaltig.
Alles beginnt mit einem simplen Anruf. Ich wähle die Nummer des Europäischen Astronautenzentrum (EAC) in Köln, wo auch die deutschen Raumfahrer Thomas Reiter und Hans Schlegel für ihren Aufenthalt im All trainierten. Am anderen Ende geht Jean Coisne ans Telefon, der Pressesprecher des EAC. Was ein Tag auf der ISS koste? So einfach könne man das nicht sagen, meint Coisne. Immerhin laufe das Projekt bereits seit Jahren, viele Partner seien daran beteiligt. Man werde aber doch wissen, was der Bau schon gekostet hat? Oder wie teuer es ist, einen Astronauten dorthin zu schicken? Coisne bittet, die Frage per Mail noch einmal zu stellen.
Nach einigen Tagen Bedenkzeit kommt zwar keine konkrete Zahl zurück, aber eine Idee für eine Überschlagsrechnung: Man könne doch einfach die 18 Millionen Euro, die reiche ISS-Touristen wie Dennis Tito oder Gregory Olsen für ihre Weltraum-Abenteuer gezahlt haben, durch die acht Tage ihres Aufenthalts auf der ISS dividieren. Ich rechne nach: Für 24 Stunden macht das 2,25 Millionen Euro. Ganz zufrieden ist der Pressesprecher mit dieser Antwort selber nicht: Wenn Sie es so rechnen, wäre der Transport zur ISS kostenlos. Ist er aber nicht.
Tatsächlich schlägt allein der Hin- und Rückflug per Spaceshuttle mit rund 500 Millionen US-Dollar zu Buche. Um mehr Details zu erfahren, will ich direkt bei der amerikanischen Weltraumagentur Nasa nachforschen. Immerhin tragen die Amerikaner mit rund 80 Prozent den größten Batzen der Projektkosten. Russland ist mit zehn Prozent beteiligt, Japan und die Europäische Weltraumagentur Esa mit je drei, das restliche Prozent teilen sich Kanada und Brasilien.
Zuerst ein Blick ins Internet. Hier stellt die Nasa Unmengen an Informationen bereit: Fotos und Videos aus dem All, Technikdaten, denen zu entnehmen ist, dass sich die ISS seit 1998 im Bau befindet, derzeit 213 Tonnen wiegt, 2010 fertig gestellt sein soll, bis dahin eine Spannweite von 109 Metern, eine Länge von 80 Metern und ein Gewicht von 450 Tonnen erreicht haben soll. Nur über Kosten verrät die Behörde im Internet nichts.
- Datum 23.02.2008 - 11:43 Uhr
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- Quelle ZEIT online, 15.2.2008 - 17:13 Uhr
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Da ist sie wieder, die deutscheste aller Fragen: Was kostet das eigentlich? Herr Landgraf entlarvt ihren Kleingeist und die anderen Europäer schütteln verwundert den Kopf über deutsche Journalisten mit ihrer deutschen Frage.
... das Geld. Hey! Das ist die zur Zeit einzige bemannte Raumstation der gesamten Menschheit! Weltweit gesehen, wird nur ein winziger Teil allen Geldes für sie ausgegeben. Zudem ist Geld ja keine knappe Ressource - wenn man es ausgibt, wird es ja nicht verbraucht, es gehört nur jemand anderem.Die "Faszination (an der ) Raumfahrt" wird durch solche Artikel jedenfalls genausowenig gefördert wie Herrn Bublaths (der ist's doch im ZDF?) gelegentliche Sendungen zum Thema, die auch nur betonen, wie teuer und gefährlich und sinnlos bemannte Raumfahrt doch sei ...
... interessieren, müssen Sie sich nicht bei der Bundeskanzlerin einklinken.
Der Link: http://www.dlr.de macht es natürlich auch.
isaac ben laurence weismann
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