SPD Showdown in ErfurtSeite 3/3

Bei lediglich 146.000 Zweitstimmen bei der vergangenen Wahl wäre es allerdings ein denkbar schlechter Spitzenkandidat, der da noch Abwanderungspotenzial zur Linke sähe. Tatsächlich droht die SPD im Osten, insbesondere in Thüringen und Sachsen, langfristig zwischen der CDU und der Linkspartei zerrieben zu werden.

Doch wie auch immer sich die Sozialdemokraten in Thüringen entscheiden, es wird schwierig werden, die Linkspartei auf den dritten Platz zu verweisen. Gegen deren äußerst populären, erfolgreichen Bundes-Wahlkampfmanager Ramelow wirken beide SPD-Kandidaten blass. Und schließlich sind bereits beide gescheitert, mithin auch ihre beiden Strategien. Unter Dewes stürzte die SPD 1999 wegen dessen uneindeutigen Avancen an die PDS auf 18,5 Prozent ab. Unter Matschie verlor sie fünf Jahre später mit seiner Absage an die PDS nochmals vier Prozentpunkte.

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So oder so ist es eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera: Entscheiden sich die SPD-Mitglieder für Matschie, hieße das, im Zweifel bliebe 2009 nur die erneute Rolle als Juniorpartner in einer Große Koalition. Zieht die SPD hingegen mit Dewes in die Wahl, birgt dessen Angebot, auch als Juniorpartner der Linkspartei zu fungieren, die Gefahr der endgültigen Marginalisierung. Eine entkräftete Partei ohne Selbstvertrauen in die Wahlen zu führen, davor schrecken selbst die Genossen an der Basis zurück.

Denn eigentlich sollte die Sozialdemokratie in Thüringen vor Selbstvertrauen strotzen. Schließlich gilt das Land neben Sachsen als Wiege der Sozialdemokratie. August Bebel und Karl Liebknecht gründeten 1869 im thüringischen Eisenach die Sozialdemokratische Arbeiterpartei, die sich sechs Jahre später in Gotha mit dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein von Ferdinand Lassalle vereinte. Doch der Blick nach Sachsen zeigt, dass die Wähler sich von der Historie nicht beeindrucken lassen. Dort übersprang die einst stolze SPD 2004 nicht mal mehr die Zehnprozentmarke.



 
Leser-Kommentare
  1. Bei alledem sollte hier nicht unter den Teppich gekehrt werden, dass der Absturz der SPD zur Landtagswahl 2004 a u c h und deutlich daher rührte, das eben jener Dewes, der jetzt schon wieder stänkert,  Matschies damalige Koalitionsaussage, n i c h t mit der PDS zu koalieren, eine Woche vor der Wahl (!) deutlich angriff und damit sicher viele Wähler der SPD verunsicherte. Auch 2004 hatte also der Lafontaine-Jünger, dessen politisches Programm nicht "links", sondern "Dewes" heißt,  schuld am Einbruch der SPD, ganz so wie bereits 1999. Hoffentlich endlich nicht mehr 2009...!

  2. [Entfernt. Das Zitieren ganzer Artikeln ist hier nicht zulässig./ Die Redaktion; ew]

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