Montagskolumne Vorteil Iran und Syrien

Die kommende US-Regierung wird es mit einem neuen Selbstbewusstsein in Teheran und Damaskus zu tun bekommen. Und mit hohen Risiken

Im Nahen und Mittleren Osten werden die kommenden amerikanischen Präsidentschaftswahlen mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt, denn in dieser Weltgegend sind die USA der regionale Hegemon. Von Washingtons Entscheidungen wird auch in Zukunft das Schicksal dieser Region ganz wesentlich beeinflusst werden - mit Auswirkungen weit über ihre Grenzen hinaus.

Der Nahe Osten ist, geopolitisch gesehen, eine Brückenregion zwischen Ost- und Südasien einerseits und Afrika und Europa andererseits. Zudem befinden sich rund um den Persischen Golf die größten bekannten Öl- und Gasvorräte und Förderkapazitäten der Weltwirtschaft. Für eine globale Macht wäre schon dies allein Grund genug, in die Sicherung dieser Region ihr ganzes Gewicht und Prestige als Weltmacht zu investieren. Doch darüber hinaus findet sich in dieser weiten Region zwischen Mittelmeer und Industal eine hochgefährliche Ansammlung von Konflikten und Risiken: Regionalkonflikte, radikaler Islam, Terrorismus, Nuklearwaffen, die schiitisch-sunnitische Konfrontation sowie regionale Rivalitäten (Indien/Pakistan, Iran/Saudi-Arabien).

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Unter der Regierung Bush jedoch haben sich die USA im Wüstensand des Zweistromlands festgefahren. Ganz offensichtlich wurden durch eine verfehlte Strategie Washingtons die radikalen Kräfte der Region gestärkt, angeführt von Iran und Syrien.

Was aber wird für den Nahen und Mittleren Osten von einem Regierungswechsel in Washington zu erwarten sein?

Aus Sicht Irans und Syriens haben die vergangenen Jahre die eigene Position gestärkt und nicht geschwächt. Fühlten sich beide Staaten nach dem 11. September 2001 durch die Kriege der USA in Afghanistan und im Irak , die hohe Präsenz amerikanischer Truppen in der gesamten Region und die Enthüllung des iranischen Nuklearprogramms in die Ecke getrieben, ja sogar akut bedroht, so hat sich diese Lage mittlerweile verändert.

Iran ist heute im Irak die einflussreichste Macht und wird dieses Land wohl mittels der dortigen schiitischen Mehrheit machtpolitisch dauerhaft kontrollieren. Gleiches lässt sich auch für die zunehmende Präsenz Irans am Persischen Golf prognostizieren.

Wem aber die Kontrolle über den Irak und den Persischen Golf zufällt, dessen Dominanz, ja Vorherrschaft in der gesamten Region wird über kurz oder lang kaum zu verhindern sein. Vor allem dann nicht, wenn der Führungsanspruch auch noch mit Atomwaffen unterlegt werden würde.

Dies ist der Kern des aktuellen Konflikts zwischen der - auch in diesem Raum führenden - Weltmacht USA und der aufsteigenden Regionalmacht Iran, dessen Gefährlichkeit nicht unterschätzt werden darf. Entweder finden beide Seiten eine Verhandlungslösung mit Interessenausgleich, oder die Gefahr eines bewaffneten Konflikts wird erneut zunehmen.

Leser-Kommentare
  1. Inhalt? Neues? Entschuldigung, aber diese Kolumne "stinkt".Es gibt keinen "radikalen Islam". Das alles ist Islam. Wenn nicht dieser Islam für den Islam steht welcher Islam auf der Welt denn dann? Die paar Türken in Deutschland? Also Herr Fischer...--

    seufz

  2. 2. kosovo

    watt?fünf seiten allgemeinplätze zum thema naher osten? viel interessanter wäre es für mich, zu lesen, was herr f. von der neuen bananen-, ähm tschuldigung, gurkenrepublik auf dem balkan hält.eine art kritischer ausblick unter berücksichtigung der frage, wie dort gerade so der stand beim thema zivilgesellschaft, rechtsstaat usw. ist, und welche rolle die doktrin der "humanitären intervention" dabei so spielt.

  3. Ich habe ein grundsätzliches Problem mit den Online-Ausgaben aller Zeitungen. Es scheint sich mehr und mehr durchzusetzen, dass, nur weil das Internet ein schnelleres Medium ist, auf jegliche Korrekturen verzichtet wird. Was für ein Niveau ist es, wenn man in einem solchen Artikel unzählige Rechtschreibfehler und Satzverdrehungen finden kann? Das wirft doch ein hässliches und trauriges Licht auf die Zeit, dessen sollte man sich doch klar sein. Oder ist das zielgruppenorientiertes Denken, Internetnutzer nur Vollidioten? Digitalität sollte nicht Qualitätsbewusstsein abtöten.

  4. Mich würde viel mehr interessieren, was der Außenpolitiker zum Thema Finanzterrorismus in Liechtenstein zu sagen hat._________________Ehrlich lügt am besten.

  5. Das Problem habe ich auch. Aber es betrifft nicht nur die Online-Ausgaben. Seit es Rechtschreibprogramme gibt, glaubt man zunehmend, man könne sich das Korrekturlesen sparen. Früher gab es mal Korrektoren.  ________________Ehrlich lügt am besten.

    • Anonym
    • 18.02.2008 um 10:35 Uhr

    Joscha Fischer doziert wie ein sehr mittelmäßiger Politik-Professor.
    Davon, was man von einem ehemaligen Außenminister erwarten würde, nämlich konkrete
    Anregungen für die deutsche Nahostpolitik, erfährt man nichts. Wahrscheinlich
    lassen sich auch aus den geboten Allgemeinplätzen beim besten Willen keine
    ableiten.

  6. Das Fazit aus Fischers Beitrag scheint zu sein:Der "War on Terror", der bislang  über 700 Milliarden Dollar verschlungen hat, hat - Zynismus der Geschichte - zur Stärkung von G.W. Bushs "Achse des Bösen" geführt, mit guten Aussichten auf einen  großen Einfluss auf die Kontrolle des Öls am Persischen Golf ?Lehren/Folgerungen:1. Wie bei allen komplexen Systemen,     so ist auch der Geschichtsverlauf - selbst mit 700 Milliarden Dollar -     nicht berechenbar zu gestalten.2. Weg von der Abhängigkeit vom Öl und hin zum Ausbau Alternativer Energien und Einspartechnologien (Effizienzrevolution): Wenn in den nächsten 30 Jahren diese Technologien genauso  mit 1 000 Milliarden Dollar gefördert werden wie die Kernenergie in den letzten 30 Jahren, dann können wir sehr zuversichtlich sein!3. Es wird allerhöchste Zeit, dass die Atommächte den Prozess zur Abschaffung aller Kernwaffen einleiten, wie im Atomwaffensperrverträg schon längst zugesagt.4. Ein Ausstieg aus der Kernenergie ließe sich leicht kontrollieren und damit auch derEinstieg in die Kernwaffen und deren Weiterpflege verhindern.Solch einen gigantischen Paradigmenwechsel könnte eigentlich nur eine zunehmende Angst vor dem Klimawandel bewirken. 

  7. sie haben das ja alles total durchschaut.

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