Montagskolumne Vorteil Iran und SyrienSeite 3/3
Hisbollah ist zudem auch ein wichtiges Instrument der syrischen Politik gegen Israel, ebenso wie die palästinensische Hamas. Mit dem Ausbruch der Hamas aus Gaza hat diese gezeigt, dass sie unter den Bedingungen der Isolation nicht schwächer, sondern stärker geworden ist. Und auch dies ist ein Vorteil für Damaskus und Teheran, die beide die Hamas wie auch Hisbollah massiv unterstützen.
Und gemeinsam mit Iran hat Syrien in jüngster Zeit auch seinen großen Einfluss im Irak demonstriert. Denn nur aufgrund der amerikanischen Truppenverstärkung - und ohne Mitwirkung Teherans und Damaskus’ - wäre es schwerlich zu jenem Rückgang der Gewalt gekommen, der in den letzten Monaten im Irak zu verzeichnen war.
Wenn man daher gegenwärtig in Iran und in Syrien auf die Entwicklung im Nahen und Mittleren Osten blickt, dann sieht man sich eher auf der Gewinnerseite - und genau dies könnte sich als das große Problem in Zukunft erweisen.
Denn angesichts der geopolitischen Bedeutung dieser Region, der Interessen der USA und des investierten Prestiges der Weltmacht, das dort auf dem Spiel steht, wird kein amerikanischer Präsident einfach die Truppen abziehen können. Ein Abzug ohne politische Lösung wäre ein beispielloses Desaster für die Interessen und das Prestige der Weltmacht USA.
Die kommende amerikanische Regierung, egal ob demokratisch oder republikanisch geführt, wird aus Eigeninteresse eine Politik der Einbindung und direkten Verhandlungen mit Iran und Syrien betreiben, um einen neuen Regionalkonsens zu erzielen und damit zugleich ihr militärisches Engagement im Irak erheblich reduzieren oder gar beenden zu können. Die USA werden sich militärisch und politisch in der Zeit nach Bush im Nahen und Mittleren Osten umgruppieren, aber nicht klein beigeben und abziehen.
Das strategische Kräfteparallelogramm in der Region wird sich durch den amerikanischen Regierungswechsel also mitnichten ändern. Ein neuer Interessenausgleich wird mit der kommenden amerikanischen Regierung möglich sein, eine Schwächung oder gar Beendigung der amerikanischen Rolle im Nahen und Mittleren Osten und der Übergang zu einer iranischen Hegemonie allerdings nicht.
Sollte man diese Hoffnungen in Teheran und Damaskus hegen, so wird unter einem neuen amerikanischen Präsidenten die Gefahr einer heißen Konfrontation leider zu- und nicht abnehmen.
Mit Joschka Fischers Kolumne beginnt jeden Montag um 9:00 Uhr die politische Woche auf ZEIT online.
- Datum 18.02.2008 - 12:22 Uhr
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- Quelle ZEIT online, 18.2.2008
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Inhalt? Neues? Entschuldigung, aber diese Kolumne "stinkt".Es gibt keinen "radikalen Islam". Das alles ist Islam. Wenn nicht dieser Islam für den Islam steht welcher Islam auf der Welt denn dann? Die paar Türken in Deutschland? Also Herr Fischer...--
seufz
watt?fünf seiten allgemeinplätze zum thema naher osten? viel interessanter wäre es für mich, zu lesen, was herr f. von der neuen bananen-, ähm tschuldigung, gurkenrepublik auf dem balkan hält.eine art kritischer ausblick unter berücksichtigung der frage, wie dort gerade so der stand beim thema zivilgesellschaft, rechtsstaat usw. ist, und welche rolle die doktrin der "humanitären intervention" dabei so spielt.
Ich habe ein grundsätzliches Problem mit den Online-Ausgaben aller Zeitungen. Es scheint sich mehr und mehr durchzusetzen, dass, nur weil das Internet ein schnelleres Medium ist, auf jegliche Korrekturen verzichtet wird. Was für ein Niveau ist es, wenn man in einem solchen Artikel unzählige Rechtschreibfehler und Satzverdrehungen finden kann? Das wirft doch ein hässliches und trauriges Licht auf die Zeit, dessen sollte man sich doch klar sein. Oder ist das zielgruppenorientiertes Denken, Internetnutzer nur Vollidioten? Digitalität sollte nicht Qualitätsbewusstsein abtöten.
Mich würde viel mehr interessieren, was der Außenpolitiker zum Thema Finanzterrorismus in Liechtenstein zu sagen hat._________________Ehrlich lügt am besten.
Das Problem habe ich auch. Aber es betrifft nicht nur die Online-Ausgaben. Seit es Rechtschreibprogramme gibt, glaubt man zunehmend, man könne sich das Korrekturlesen sparen. Früher gab es mal Korrektoren. ________________Ehrlich lügt am besten.
Joscha Fischer doziert wie ein sehr mittelmäßiger Politik-Professor.
Davon, was man von einem ehemaligen Außenminister erwarten würde, nämlich konkrete
Anregungen für die deutsche Nahostpolitik, erfährt man nichts. Wahrscheinlich
lassen sich auch aus den geboten Allgemeinplätzen beim besten Willen keine
ableiten.
Das Fazit aus Fischers Beitrag scheint zu sein:Der "War on Terror", der bislang über 700 Milliarden Dollar verschlungen hat, hat - Zynismus der Geschichte - zur Stärkung von G.W. Bushs "Achse des Bösen" geführt, mit guten Aussichten auf einen großen Einfluss auf die Kontrolle des Öls am Persischen Golf ?Lehren/Folgerungen:1. Wie bei allen komplexen Systemen, so ist auch der Geschichtsverlauf - selbst mit 700 Milliarden Dollar - nicht berechenbar zu gestalten.2. Weg von der Abhängigkeit vom Öl und hin zum Ausbau Alternativer Energien und Einspartechnologien (Effizienzrevolution): Wenn in den nächsten 30 Jahren diese Technologien genauso mit 1 000 Milliarden Dollar gefördert werden wie die Kernenergie in den letzten 30 Jahren, dann können wir sehr zuversichtlich sein!3. Es wird allerhöchste Zeit, dass die Atommächte den Prozess zur Abschaffung aller Kernwaffen einleiten, wie im Atomwaffensperrverträg schon längst zugesagt.4. Ein Ausstieg aus der Kernenergie ließe sich leicht kontrollieren und damit auch derEinstieg in die Kernwaffen und deren Weiterpflege verhindern.Solch einen gigantischen Paradigmenwechsel könnte eigentlich nur eine zunehmende Angst vor dem Klimawandel bewirken.
sie haben das ja alles total durchschaut.
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