Spenden Vertrau mir! sagt dein FreundSeite 2/2
Dann gibt es da noch das eigentliche Geschäftsmodell der Betterplace-Stiftung: Die Internetseite soll sich zukünftig dadurch rechnen, dass sie Unternehmen eine Plattform bietet, auf der diese ihr soziales Engagement sichtbar machen können. Sie können ein Unternehmensprofil über sich anlegen und dem Rest der Welt zeigen, für welche sozialen Projekte sie sich engagieren. Dafür müssen sie eine Gebühr von 50 Cent je Mitarbeiter und Monat an betterplace.org zahlen. „Unternehmen lassen wir überhaupt nur bei uns mitmachen, damit 100 Prozent der Privatspenden direkt weitergegeben werden können“, sagt Till Behnke. Er glaubt daran, mit der Plattform einem Bedürfnis der Unternehmen nachzukommen.
Sein ehemaliger Arbeitgeber Daimler Financial Services glaubt das auch. Das Unternehmen ist mit den sozialen Projekten, die es bereits unterstützt, auf Betterplace umgezogen und schreibt jetzt gelegentlich Spendenaufruf-Mails an seine Mitarbeiter, doch auch für die vom Unternehmen geförderten Projekte über die Internet-Plattform zu spenden. „Wir wollen unsere Mitarbeiter ermutigen, sich über das Engagement der Firma hinaus zu engagieren“, sagt Unternehmenssprecher Christian Müller. Das gehe über Betterplace einfach und schnell. Auch die Beratungsfirma Changematters nutzt die Plattform als Referenz, um in Weihnachtsmails an die Kunden einen Link zu Betterplace mitzuschicken, mit dem Hinweis: „Wir spenden hier, wollt ihr nicht auch?“ Firmeninhaber Stefan Shaw hat auf seine 600-Euro-Spende für Waisenkinder in Guinea hin prompt Antwort, Dank und eine umfangreiche Dokumentation bekommen, die „den Weg jedes einzelnen Euros nachzeichnet“. Die direkte Spende über Betterplace sei für ihn fast „als würde ich für jemanden direkt aus meinem Lebensumfeld spenden“.
André Habisch, Experte für Corporate Social Responsibility an der Uni Eichstätt-Ingolstadt, ist dagegen noch skeptisch, ob es sich für Unternehmen tatsächlich lohnt, auf Betterplace präsent zu sein. Dafür müsste Betterplace tatsächlich der „place to be“ werden, wenn es um die Darstellung des eigenen Engagements im Internet geht. Aber mit entsprechend hohen Klickzahlen „kann das eine interessante Sache werden“.
Dieses Jahr wollen sich die Organisatoren geben, um Betterplace zu einer erfolgreichen Plattform zu machen. Das wäre gut auch für Mary Nyuyinwi in Kamerun. Denn für das kommende Jahr braucht sie wieder Schulgeld für ihre drei Schützlinge.
- Datum 15.02.2008 - 06:18 Uhr
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