Internetwahlkampf "Danke für den Spam!"Seite 2/2
Der Wahlwerbespot stieß zwar auf kein Interesse, auf den Spam-Skandal sind die Webblogger jedoch ganz wild. Seit Tagen ist die erfolgreiche Abmahnung der Partei Gesprächsthema in der Blogosphäre. Jetzt erfährt die Hamburger FDP, wie virales Marketing wirklich funktioniert. Die Kunde von der juristischen Niederlage wird von Weblog zu Weblog weitergetragen und hat auch die Massenmedien erreicht.
Auf der Video-Seite YouTube ist jetzt eine Satire auf den FDP-Spot aufgetaucht, für die ein Hamburger den Werbespot mit einer neuen Tonspur unterlegt hat. So erklärt der seriöse Sky du Mont in der Parodie, wie gerne er doch Pornofilme synchronisiert und wie gut das zum Spitzenkandidaten der FDP passe. Der bedankt sich denn auch am Schluss artig mit "Danke für den Spam" – bei den Webloggern kommt sowas an.
Dank der Blogger-Mundpropaganda kann die FDP jetzt auch ihre Botschaft weiter verbreiten. Hatte der Original-Werbespot am Wochenende noch magere 3000 Besucher verzeichnet, sind es heute schon über 16.000 Zuschauer. Werbe-Experte Oetting sieht darin jedoch keinen Gewinn für die Partei: "Gerade in der Politik ist man darauf angewiesen, glaubwürdig und verlässlich wahrgenommen zu werden."
Über die mäßig witzige Verballhornung möchte die FDP ihren Bekanntheitsgrad allerdings nicht steigern. "Ich finde den Spot eigentlich sehr witzig", erklärt FDP-Anwalt Graef. "Dennoch ist hier eine Grenze überschritten." Die Satire verstoße gegen Urheberrecht und Persönlichkeitsrechte, man werde YouTube bitten, das Video zu entfernen. Ob die FDP nun Blogger abmahnt, die das Fake-Video übernehmen, ist noch nicht entschieden. "Wir appellieren an die Weblogger, diesen Spot nicht zu verbreiten. Schließlich haben wir uns auch zu unserer rechtlichen Verantwortung bekannt - da erwarten wir von anderen das Gleiche."
- Datum 21.02.2008 - 03:55 Uhr
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- Quelle ZEIT online
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Zum einen ist im politischen Wahlkampf das Youtube-Video als Satire moderne Kunst und durch die Verfremdung ein neues gehaltvolles Kunstwerk,Sollte die FDP dennoch anderer Auffassung sein, ist Sie jetzt in einer strategischen Falle. Egal, was sie macht, es ist falsch, Allein die Diskussion um rechtliche Schritte killt das Image der Partei.Entweder Sie unterläßt die rechtlichen Schritte und ist blamiert oder aber sie legt Rechtsmittel, dann es ist um ihren liberalen Ruf geschehen. Das anti-liberale Denken in der Partei bricht dem CDU-Anhängsel hoffentlich wenigstens in Hamburg bald das politische Genick. In den Landtag der Hansestadt Hamburg gehört diese Partei auf jeden Fall schon mal nicht. Das ist sicher!GrußBernhard
Der Film "trumpfte mit dem Schauspieler Sky du Mont auf." Kann man mit dem auftrumpfen? Das ist doch der, der Tom Cruise für einen Weltstar hält, der es richtig findet, dass dieser "Schauspieler" Stauffenberg spielte. Na ja, auch der Herausgeber der FAZ glaubte, Cruise unbedingt einen Bambi geben zu müssen ...
... wenn niemand mehr in die Quere kommt.isaac ben laurence weismann
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