Balkan Steine, Granaten, russische WarnungenSeite 4/4
«Wir erklären, dass Kosovo ein unabhängiger, souveräner und demokratischer Staat ist», lautet die zentrale Aussage der Deklaration. Ziel sei nach Vorschlägen des UN-Vermittlers Martti Ahtisaari die eingeschränkte staatliche Selbstständigkeit unter Aufsicht der Europäischen Union (EU), heißt es in dem Beschluss.
Sein Land werde alle Auflagen für einen weitgehenden Schutz der
serbischen Minderheit erfüllen und weiter mit den Vereinten Nationen
und der EU zusammenarbeiten. «Wir wollen die volle Mitgliedschaft in
der EU», sagte Regierungschef Hashim Thaci. Er appellierte an die NATO,
die 17 000 Soldaten umfassende internationale Schutztruppe KFOR im
Kosovo zu belassen.
«Auf diesen Tag haben wir so lange
gewartet», sagte Thaci den Abgeordneten, die stehend der Verlesung der
Erklärung zuhörten und mit rhythmischem Applaus begrüßten. «Wir
verneigen uns vor denen, die sich für die Unabhängigkeit geopfert
haben», erklärte er mit Blick auf die Toten des Bürgerkriegs zwischen
Albanern und Serben in den Jahren 1998 und 1999.
Bereits am frühen Sonntagmorgen hatte Präsident Fatmir Sejdiu die Unabhängigkeitserklärung erstmals offiziell angekündigt. «Wir werden heute den Willen des albanischen Volkes erfüllen und die Unabhängigkeit ausrufen», hatte Sejdiu beim Besuch des Grabes von Ibrahim Rugova in der Provinzhauptstadt Pristina erklärt. Rugova, der bis vor zwei Jahren Sejdius Vorgänger und wichtigster albanischer Politiker war, gilt als entscheidender Wegbereiter der Unabhängigkeit.
Seit dem Ende des Kosovo-Kriegs im Juni 1999 wird die Provinz von den Vereinten Nationen (UN) verwaltet. Rund 16.000 Nato-Soldaten der KFOR-Truppe sorgen für Sicherheit, darunter derzeit knapp 2500 deutsche Soldaten. Die Nato beendete den Kosovo-Krieg mit Luftangriffen auf Serbien, um die Verfolgung der Albaner durch serbische Soldaten unter dem damaligen Präsidenten Slobodan Milosevic zu stoppen.
Mit der Trennung des Kosovos von Serbien sind nun auch die Reste des alten Vielvölkerstaates Jugoslawien gelöscht. Bei seiner Gründung 1918 galt der «Staat der Südslawen» noch als Traum für die eng verwandten slawischen Brüder, nach jahrhundertelanger Zugehörigkeit zum Reich der Habsburger oder der Osmanen endlich selbstbestimmt leben zu können. Doch schon Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre sorgte die Unzufriedenheit wichtiger Völker für erste politische Erdbeben, die nach dem Tod des kommunistischen Staatsgründers Tito (1980) zu dem Zerfall führte.
- Datum 18.02.2008 - 11:01 Uhr
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- Quelle ZEIT online, dpa, Reuters
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Für alle, die sich fragen, warum Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien eigentlich ein unabhängiges Kosovo anerkennen wollen: siehe meine Analyse "Kosovo: Was ist die Strategie des Westens?" im Community-Bereich. Friedrich Poeschel,
University of Oxford,
www.friedrich.poeschel.info
@Poeschel: Bitte um etwas genauere Informationen wie ich zu Ihrem Artikel gelange.
Das sich der Kosovo unabhängig erklären würde, war zu erwarten. Die Frage ist nun - wie reagiert der Westen und welchen Konsequenzen ergeben sich daraus?Eines ist gewiss. Die Loslösung des Kosovo von Serbien ist ein Verstoss gegen die UN-Charta - also nach internationalem Recht illegal. Die Entsendung von EU-Kräften im Rahmen von EULEX ist unzweifelhaft eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Serbiens. Ein UN-Mandat, dass auch nur einen dieser Punkte legitimieren könnte, gibt es nicht. Die heutige Bevölkerungssituation im Kosovo ist das Ergebnis ethnischer Säuberungen durch die UCK, die für Massenmorde, Vertreibungen und andere Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich sind. Hinzu kommen auf das Konto der UCK Drogenhandel, Verschleppung, Folter und Bombenanschläge. Die UCK ist als eine klassiche Terrororganisation. Das der Westen diese Terrororganisation aktiv unterstützte, macht sie an deren Verbrechen mitschuldig.Was bedeutet es also, wenn die EU - und besonders für uns interessant: Frau Merkel - diesen illegalen Akt unterstützen. Die Konsequenzen sind klar. Von nun an darf sich JEDER unabhängig erklären und um dieses zu erreichen, darf er morden und foltern, wie es ihm gerrade passt.Warum also sollten sich die Kurden in der Türkei nicht unabhängig erklären? Mit welchem Recht sollte man es ihnen verweigern? Und warum sollten sich die Türken in Deutschland nicht auch für einen eigenen Staat entscheiden?Ob Frau Merkel all das bedenkt? Es ist zu bezweifeln - mit Bedenken und Intelligenz haben Merkels Entscheidungen noch nie zu tun gehabt. Aber vielleicht lädt sie sich ja ein paar Leute von der UCK zum grillen ein - Kriegsverbrecher scheinen ja ihr bevorzugter Umgang zu sein. Die Kosten übernehmen die Brandenburger bestimmt wieder gern.
Es ist schon ein bisschen verlogen was "wir" dort machen. Wenn es um separatistische Bewegungen in pro-russischen Ländern geht, die auf eine Fragmentierung der russischen Einflußsphäre hinausläuft, scheinen "wir" das Recht wider jeder Moral zu unterstützen. Geht es aber um die Basquen, die Vlandern oder Nord-Zypern wollen wir uns natürlich nicht in die inneren Angelegenheiten einmischen. Der berechtigte Wunsch nach einem eigenständigen Staat ist also nicht das Motiv unserer Handlungen, wieso also sollte man dieser Frage weiter nachgehen?Hinzu kommt außerdem, daß der Kosovo doch unter EU- und UN-Protektorat einer mehr als zweifelhaften Zukunft entgegensieht und wahrscheinlich weniger Unabhängigkeit haben könnte, als es bisher der Fall war. Eine sehr dubiöse Aufführung.
Ihr schreibt alle Misst, politisch unkorekte Aussagen, ohne ausreichende politische Kenntnisse... Ich nehme mir die Freiheit, nicht zuletzt weil Kosova jetzt frei ist, darauf garnicht einzugehen.Oohhh, es ist soooo schööön, wahnsinnig schöööön, wunderbar, wunderschöön, einfach unbeschreiblich: KOSOVA IST UNABHÄNGIGMeine Glückwünsche an alle! Auch an Serben, das wird selbst für euch, vom Vorteil sein...Eeuer aller Hajru
damals die serbische aggression gegen die kosovo albaner zu beenden
war wahrscheinlich richtig.
nun aber wegen den kosovo albanern, die nicht minder stur wie die serben sind, einen weiteren konflikt mit russland zu riskieren ist unklug für europa.
die unabhängigkeit ist ein grosser gewinn für kosovo, aber ein schwerer verlust für serbien.
von serbischer sichtweise her, ist es zutiefst ungerecht, dass die kosovo albaner jetzt den ganzen kosovo bekommen. gerade auch deshalb, weil die kosovo albaner ihrerseits in den letzten jahren viele serben aus dem kosovo herausgemobbt haben. ethnische säuberung diesmal anders herum.
ich möchte hier aber weder auf der seite der einen, noch der anderen stehen. beide führen sich auf wie barbaren, sind unversöhnlich und nicht kompromissbereit, wie dumme schuljungs am pausenhof, die nur auf gewalt setzen.
man hätte eine lösung finden müssen, die von beiden tragbar ist.
george bush, der diese art von lösung gewollt hat, hat hier ein weiteres kuckucksei gelegt und die gefahr ist gross, dass daraus noch ein hässlicher vogel mit 2 köpfen herauswächst, der nichts gutes für europa bringt.
hoffentlich geht es gut, denn russland hat noch 10000 atomwaffen und europa sollte eher diplomatisch und vereinend, als rigoros und spaltend sein.
nur den albanern einen bonbon zu schenken und den serben gleichzeitig eine kopfnuss zu geben ist unklug für europa!
ein schwerer politischer fehler!
."Ich nehme mir die Freiheit, nicht zuletzt weil Kosova jetzt frei ist, darauf garnicht einzugehen.".Diese Freiheit haben Sie sich bereits regelmäßig genommen, sobaldhier im Forum etwas erschien, was Ihrer Vorstellung nicht entsprachund ihr Vorrat an äußerst argumentativen volksverhetzenden Beschimpfungen (in ihrer Sprache: pol. korrekte Äußerungen) zuneige ging...Im übrigen ist Kosovo bereits seit 1999 in Ihrem Sinne "frei", ergo fast neun (9) Jahre lang. (Zur Erinnerung: Milosevic´s Zeit dauerte 12 Jahre).Was in der Zeit - ohne wennauch nur einen einzigen serbischen Polizisten oder Soldaten - aus dem "freien Kosovo" geworden ist, dürfte hinlänglich bekannt sein und ist bereits Gegenstand einiger Dokumentarsendungen und Berichte, auch trauriger Zeugenaussagen gewesen...MfGZack34.
Beide Gebiete waren Teil des Osmanischen Reiches, aber die -vorher nicht existenten- Palästinenser sollen einen unabhängigen Staat haben dürfen, während die Kosovaren weiterhin von ihren "Wohltätern", den Serben, "besetzt" (eine gern benutzte Nahost-Formulierung, wenngleich im Kosovo zutreffend, im Nahen Osten dagegen nicht) bleiben müssen?
Erstaunlich auch, dass gerade die typischen Linken, die sonst so sehr für Unabhängigkeit einstehen (selbst [oder gerade] wenn's auf Kosten der Juden geht), plötzlich von "Separatismus" sprechen und "berechtigte" "russische Interessen" gefährdet sehen.
Die Argumente würden mich interessieren.
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