Balkan Ein neuer Staat

Sonntag will sich die abtrünnige serbische Provinz Kosovo für unabhängig erklären.

Europa erwartet am Wochenende die Ausrufung eines neuen Staates. Die abtrünnige serbische Provinz Kosovo will sich nach Informationen aus Pristina und Belgrad am Sonntag für unabhängig erklären. Das Kosovo-Parlament nahm am Freitag in der Hauptstadt Pristina Gesetze an, die es ermöglichen, nach der Unabhängigkeitserklärung innerhalb von 24 Stunden auch eine «internationale Aufsicht» über das Kosovo zu beschließen.

Damit sollen die Empfehlungen des früheren UN-Sonderbeauftragten Martti Ahtisaari nach der Unabhängigkeitserklärung rasch umgesetzt werden können. Diese Empfehlungen, die im UN-Sicherheitsrat von Russland per Vetodrohung abgelehnt worden waren, sehen vor allem eine «internationale Aufsicht» über das Kosovo und eine weitgehende Autonomie der kleinen serbischen Minderheit vor.

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Die Europäische Union will noch am Wochenende die Entsendung von rund 1800 Polizisten und Juristen in das Kosovo endgültig beschließen. Serbien hatte in der Nacht zum Freitag bei einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates Sanktionen gegen das Kosovo für den Fall der Unabhängigkeitserklärung angekündigt. Außenminister Vuk Jeremic betonte allerdings auch, sein Land werde keine Gewalt anwenden. Russland warnte, die Unabhängigkeitserklärung untergrabe die Charta der Vereinten Nationen.

Die Außenminister der 27 EU-Staaten befassen sich am Montag mit der neuen politischen Lage auf dem Balkan. EU-Diplomaten sagten, bisher sei wegen der großen Meinungsunterschiede innerhalb der EU noch nicht sicher, dass es die angestrebte gemeinsame Erklärung zum Kosovo wirklich geben werde. Am Freitag bekräftigte abermals die spanische Regierung ihre Kritik: «Wir sind absolut gegen eine einseitige Erklärung der Unabhängigkeit», sagte Vizeregierungschefin María Teresa Fernández de la Vega. Madrid befürchtet, dass die Separatisten im Baskenland, in Katalonien oder Galicien mit der Unabhängigkeit des Kosovos Auftrieb erhalten. Nichtdestotrotz ist es nicht auszuschließen, dass einige EU- Staaten bereits am Montag die Anerkennung mitteilen.

Kosovo-Regierungschef Hashim Thaci äußerte sich am Freitag in Pristina nicht zum Datum der Ausrufung der Unabhängigkeit. Zuvor hatte jedoch sein Sprecher laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa mitgeteilt, das fast nur noch von Albanern bewohnte Kosovo wolle sich am Sonntag um 1700 Uhr für unabhängig erklären.

Leser-Kommentare
  1. Ein glatter Rechtsbruch mit unabsehbaren Folgen für ganz Europa, Beispiel für die Doppelzüngigkeit und die außenpolitisch dauerhaft schon gefährliche Unfähigkeit der USA. Aufgebaut und begründet auf Lügen wird die Lex Kosova noch einigen in der Zukunft auf die Füße fallen. Das Ganze nur, um den kurzfristigen und unüberlegten Verirrungen einiger grenzdebiler, an menschlischen Schicksalen völlig uninteressierten Wirrköpfen in den Zentralen der Washingtoner Politik Rechnung zu tragen. Armes Europa.

  2. Nach Erdogans Tiraden in Deutschland sollten dem Letzten die Augen aufgehen. Wo Muslime ihre Stiefel hinsetzen, gehen sie nicht mehr weg. Ueber kurz oder lang wird die Urbevölkerung assimiliert. Wer das nicht will, wird pogromiert. Dass die Brüsseler "Eliten" diesen Mist mitmachen ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Den Kosovaren soll es nicht mehr zu zumuten sein, in Serbien zu leben?
    Den Serben hingegen schon, als ehemalige serbische Staatsbürger in eigenem Land jetzt neu in einem islamischen
    Kosovo vegetieren zu müssen. Bewegen können sich die Serben im Kosovo ja bereits jetzt nur unter Todesgefahr. Die USA bombardierten Serbien völkerrechtswidrig. Die Anerkennung Kosovos dient einerseits dazu, diese Nato-Bombardierung im Nachhinein zu rechtfertigen. Letzlich hat es die USA geschafft, andererseits Europa eine ewige Wunde einzupflanzen, indem sie den Kosovo ebenfalls völkerrechtswidrig zur Unabhängigkeit gecoacht hat.Serbien 2008 ist nix anderes als Deutschland 1918. Beiden wird die Alleinschuld am Krieg gegeben, beide müssen territorial bluten. Auch in Serbien werden revanchistische Parteien an die Spitze kommen. Dann geht der Krieg von vorne los.  Es sei hier für die Nachwelt festgehalten. Unsere Politiker versagen völlig im Frieden schaffen ohne Waffen. Diese mickrigen "Eliten" haben keinerlei historisches Wissen. Diese Unabhängigkeit wird viel unschuldiges Blut kosten. Anstatt den Annektierungen von Albanern eine Grenze zu setzen, macht man sie zum Staat. Glaubt irgend jemand, dass in 10 Jahren noch ein Serbe im Kosovo leben wird? Glaubt das irgendjemand?Wenn ich Majoritätstürke in Kreuzberg wäre, würde ich ganz genau hinschauen, wie man innerhalb von 50 Jahren ein Gebiet übervölkern und annektierten kann. Waren es nach dem 2. Weltkrieg ja noch 10% Albaner im Kosovo sind es heute 95%. Dann Unruhen und Attentate machen (machten Albaner schon lange vor dem Jugoslawienkrieg). Notfalls Pogrome (das letzte Pogram in Serbien machten die Kosovare. Das nächste kommt sicher auch). Und zack hat man seinen eigenen ethnisch gesäuberten Staat.Heil Grossalbanien! Gute Nacht EU!

  3. haben gute erfahrungen  in massenmord und ethnische säuberungen.
    wieder eine gute aufgabe für die tschenik schlächter.
    was sie in kroarien und bosnien mit erfolg praktiziert haben können sie diesmal wieder mit der unterstützung des grossen (ortohdoxen) russischen bruders wiederholen.
     
    leider ist der serben schlächter milosevic schon unter der erde sonst hätte er seine serbischen brüder gut beraten.
     
     

  4. Mit der gleichen Begründung würde man Teile Deutschlands, die türkische Bevölkerungsmehrheiten haben, zu neuen Staaten erklären können.Spanien fürchtet diese Unabhängigkeit. Frankreich und England täten gut dran, es den Spaniern gleich zu tun ...PS: Gibt es nicht eine deutsche Minderheit in Belgien?

  5. was hat ein erdogan mit kosovo zu tun?
    und wie kommen sie darauf das die urbevölkerung von muslimen assimiliert oder gar pogromiert wird?
    haben sie ein beispiel dafür?
    oder sollte ich mal einige beispiele geben wo der fall ganz anders aussieht.
    und wenn wir über krebsgeschwüre reden sollten würe ich sagen die krebsgeschwüre von europa sind solche intolleranten ideologien wie sie in ihren kommentaren aufzeigen.
    das haben wir schon mehrmals in europa gehabt , damals waren die krebsgeschwüre die juden aber der onkel dr. aus ostmark hat die geschwüre stark eingedemmt.
    ja so nach 60 jahren kann mann die krebsgeschwüre mal einen anderen namen geben hauptsache die angst weiterschüren.

  6. ja alemanne richtig bald berlinistan.
    mann sind sie ein intellektueller denker darf ich sie einstein nennen.

  7. Und nicht nur auf dem Balkan. Totaler Irrsinn. Ist mir absolut nicht verständlich, wie die EU da mitmachen kann. In Afrika oder Asien können sich die Hülle und die Fülle Völker dafür interessieren und niemand könnte es ihnen verwehren. Und wenn man sich heute schon die Konflikte in Europa ansieht, es werden spannende Zeiten kommen und blutige. Der Lack der Zivilisation ist sehr dünn und es bedarf nicht viel, um Nachbarn aufeinander zu hetzen.

    • zorano
    • 16.02.2008 um 4:46 Uhr

    Das Münchner Schande-Abkommen vom 1938, wurde sehr schnell rückgängig;
    die schändliche Intervention der UdSSR und Willigen von 1968
    brauchte etwas mehr Zeit um rückgängig gemacht zu werden. Die neueste
    europäische Schande von 2008  wird zweifellos rückgängig, auch wenn das von
    heute gesehen, etwas länger dauern sollte.  

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