Weltmeere
Ozeane in Gefahr?
Forscher erstellten erstmals eine globale Gefährdungskarte der Weltmeere. Das Ergebnis ist alarmierend. Aber ist es auch richtig? Ein kritischer Bericht
Benjamin Halpern ist sich nicht sicher, wie weit er gehen sollte. Der Meeresforscher von der US-amerikanischen University of California in Santa Barbara hat soeben im Wissenschaftsmagazin Science den ersten globalen Gefährdungsatlas der Weltmeere veröffentlicht. Nun sitzt er auf der international sehr beachteten Jahrestagung der American Association for the Advancement of Science (AAAS) in Boston vor einer Schar neugieriger Journalisten, die wissen wollen, was die bunte Weltkarte bedeutet ( klicken Sie hier, um die Karte in voller Auflösung anzusehen ). Das Publikum will eine Botschaft. Und Halpern gibt sie ihm: "Es existiert nicht ein Punkt in den Ozeanen der Welt, der noch vom Menschen unberührt ist."
Der Atlas des Forschers macht kaum einen weniger alarmierenden Eindruck als seine Worte: Große Flächen sind orange getüncht, hier hat der Mensch laut Legende bereits einen "mittelstarken" Einfluss auf die Ökosysteme des Meeres ausgeübt. An einigen Stellen färbt sich die Karte dunkelrot, hier ist der menschliche Eingriff bereits "sehr stark".
Besonders betroffen sind die Nordsee, die Ostkaribik und die japanischen Gewässer. Alles in allem ein sehr beunruhigendes Bild, findet Benjamin Halpern: "Es ist viel schlimmer, als die meisten Menschen wohl erwarten würden." Insgesamt seien bereits gut 40 Prozent der Weltmeere "stark" durch den Menschen beeinflusst.
Was aber heißt "stark" oder "sehr stark"? Für die Schädigung der Meere haben Halper und seine Forscherkollegen eine Skala entworfen. Sie reicht von null (unberührt, auf der Karte bläulich) bis über 15 (sehr starke Eingriffe, auf der Karte dunkelrot). Was die Zahlen bedeuten, lässt sich schwer sagen, denn sie sind Mischwerte. Sie fassen zusammen, wie sich 17 verschiedene Eingriffe auf die Natur auswirken. Das ist ein bunter Mix: Darunter der Fischfang, die Verschmutzung durch die Schifffahrt oder durch Flüsse, die zu viel Nährstoffe ins Meer leiten. Ebenfalls dazu zählt der Einfluss von Ölbohrungen, von eingeschleppten Meeresorganismen und nicht zuletzt der des Klimawandels durch steigende Wassertemperaturen oder durch erhöhte UV-Strahlung.
Die Wissenschaftler versuchten auch zu berücksichtigen, dass sich diese Faktoren nicht überall im Meer gleich auswirken. Darum unterschieden sie 14 verschiedene Typen von Ökosystemen: Von Korallenriffs über den Tiefseeboden oder unterseeische Gebirgshänge bis hin zu Flachwassergebieten in Küstenregionen. Nicht für all diese Ökosysteme ist bekannt, wie stark sie durch die verschiedenen Faktoren gefährdet sind – schon gar nicht für jeden Punkt auf dem Globus.
Die Forscher nahmen also nur die Daten, die sie kriegen konnten. Dem Endergebnis sieht man das freilich nicht an. Auf der Gefährdungskarte, die nun ihren Weg durch die Medien antreten wird, klaffen keine weißen Lücken, alles wurde flächendeckend gefärbt. Es ist auch nicht so, dass es nicht für jeden Quadratkilometer der Weltmeere am Ende irgendeine Risikoziffer gegeben hätte, die sich in eine Gefahrenfarbe übersetzen ließ. Nur steckt nicht hinter jedem kolorierten Pixel gleich viel Information.
- Datum 3.6.2009 - 17:50 Uhr
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- Serie Umwelt
- Quelle ZEIT online, 15.2.2008
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Wie kann man ernsthaft eine Meinungsumfrage als naturwissenschaftliche Arbeit ausgeben? Diese Herangehensweise lässt tief blicken in eine Industrie, der es darum geht Geld für Forschungsprojekte zu sammeln. Ernsthafte wissenschaftliche Arbeit sieht anders aus.Für den Gesinnungsterror der Gutmenschen wird es trotzdem Wasser auf die Propagendamühlen sein und wir werden mit den "Ergebnissen" dieser lachhaften Arbeit als neuen Beweis der Schlechtigkeit der Industrie und der USA konfrontiert werden, bis dies zum common knowledge wird, wieviel anderes Falsches auch.
Kommt mir so vor als bräuchten die Meeresforscher mehr Forschungsgelder und basteln sich ihren eigenen Klimawandel zusammen. Dafür hätten sie mal besser nur die Einflüsse des Klimawandels auf die Weltmeere bearbeitet. Dann hätten sie ihre Kohlen schon. Dazu kommt noch, dass mir ja jetzt keiner erzählen kann er wäre über diese Farbenverteilung der Karte überrascht. Wo solls denn sonst höchst gefährdet sein wenn nicht vor den Küsten der Industrieländer? Methodologisch ist die ganze Arbeit ja auch sehr kritisch zu betrachten. Sehr viel halte ich davon jedenfalls nicht, auch wird nicht klar was jetzt dagegen unternommen werden soll außer die Gelder besser zu (ihren) Gunsten zu verteilen.
kurz und bündig, eine bedrohung besteht und weitet sich aus. unschärfen lassen sich bei solch einer globalen betrachtung sicher nur schwer vermeiden. wir fühlen uns allerdings stets genötigt maßnahmen gegen andere wesentlich windiger begründete gefahren, wie zum beispiel den TERRORISMUS, zu unternehmen. da wird alles geglaubt und unter allgemeinen beifallsstürmen ein "schutzwall" der überwachung um, bzw. gegen uns errichtet. vielleicht ist es an der zeit auch solche naturwissenschaftlichen untersuchungen ernst zu nehmen und abwehrmaßnahmen in angriff zu nehmen.
Sie können diese "windigen" Gefahren ja mal mit den Angehörigen der Opfer von Madrid oder London diskutieren.
...oder mit den zivilen opfern im irak, der uns bekanntermaßen mit massenvernichtungswaffen bedrohte. ja, danke für den hinweis. was mir besonders am herzen liegt ist endlich herauszufinden welchen vorsprung wir durch videodauerüberwachung, iris- finger- und sonstige scans, vorratsdatenspeicherung, telefonüberwachung gegenüber möglichen attentätern haben. was haben die angehörigen der vielen opfer davon zu sehen in welcher art von rucksack die bombe transportiert wurde die zum verlust ihrer angehörigen führte. was genau halten im übrigen wohl die angehörigen herrn de menezes von hirn- und planloser terrorismusbekämpfung?
http://www.independent.co.uk/news/uk/crime/officers-involved-in-de-menezes-killing-escape-disciplinary-action-766665.html
ursachen erkennen und bekämpfen oder verhindern ist meine devise, nicht ursachen schaffen und dann von den resultaten überrascht sein.
Die Bekämpfung des radikalen Islamismus, der sich der Taktik des Terrors bedient, ist sicherlich weit davon entfernt ideal zu sein. Dennoch ist die Bedrohung durch diese Leute real - was Sie durch das adjektiv windig in Zweifel zogen.Bei einer Klimaveränderung besteht zur Zeit KONSENS unter Wissenschaftlern, dass der Mensch Schuld sei. Das ist aber nicht einmal eine Hypothese! Wenn man sich mal mit den Ergebnissen, Daten und Methoden auseinandersetzt wird man feststellen, dass bei weitem nicht soviel gewusst wird, wie nötig wäre.Im Bereich der Klimahysterie wird deutlich mehr gepfuscht und getrickst als es der Heiligendammprostestler wahr haben will. Zur Zeit entspricht der Kenntnissstand doch wohl eher einem theologischen Glaubensbekenntnis den gesicherter Wissenschaft.
Am interessantesten an der Landkarte ist, dass ausgerechnet die Küsten der europäischen "Klimaweltmeister" am meisten verpestet sind.
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