Pop Es ist dunkel, lächeln wir alsoSeite 3/3

Hier stehen Grüppchen ergrauter Herren in Jeans, dort Mittdreißiger mit toupiertem Haar. Eine beachtliche Zahl von Besucherinnen trägt bauch- oder rückenfreie Oberteile, dazu kurze Röcke, hohe Hacken und Netzstrumpfhosen. Gewagt, schließlich hat es draußen Minusgrade, und die Halle ist zugig. Robert Smiths Haare hängen ihm wie Pasta vom Kopf. Den Zuschauerinnen hingegen sieht man an, dass da ein unterforderter Friseur am Werk war. Nicht ganz stilecht, aber bemüht. Einig tanzt das Publikum: Mund auf, Augen zu – und wippen.

Nach einer Stunde sind es der ruhigen Töne genug. Der Basslauf von Lullaby dröhnt so tief, dass die Klänge auf Windstößen reisen. Das Konzert versinkt im Gerumpel. In luftigen Popliedern wie The Walk ersetzt eine zweite Gitarre das ursprüngliche Keyboard, dadurch verlieren sie an Pfiff.  Erst kurz vor Schluss dimmen The Cure die Lautstärke, so kommen immerhin One Hundred Years und Disintegration gut zur Geltung. Nach mehr als zwei Stunden huschen die Musiker von der Bühne.

Anzeige

Aber es stehen noch die Zugaben aus. Eine gute Stunde lang reiht die Band Hit an Hit: At Night , A Forest , Close To Me , Let's Go To Bed , Why Can't I Be You . Wenn alles Pulver verschossen zu sein scheint, spielt sie eine weitere bekannte Melodie. Das Publikum ist euphorisch. Sogar auf den Rängen stehen die Zuschauer, das haben hier nicht einmal Depeche Mode geschafft. Sie imitieren das OOOhhh-ooohhh-ooohhh-ooohhh des Keyboards in Play For Today dermaßen laut, dass man gar nicht mehr hört, ob da wirklich ein Keyboard ist.

Robert Smith singt die ersten Töne von Boys Don't Cry und bricht ab, als die ersten das Lied erkennen. "Ihr wisst ja gar nicht, ob wir das jetzt spielen", sagt er und grinst. Das wisse nur er, und eigentlich stünde etwas ganz Anderes auf dem Plan. Schließlich kommt es doch, ein bisschen behäbiger als auf der Platte. In den letzten vier Stücken finden The Cure ihr Tempo wieder, nichts ist verloren von der Kraft des Post-Punk, die sie einst beflügelte.

Ob sie den Flieger nach Berlin verpasst haben? Robert Smith dürfte es nicht stören, den Bus zu nehmen. Es heißt, er habe panische Flugangst.

The Cure spielen noch weitere Konzerte in Deutschland:
16.02.2008 Berlin
23.02.2008 Wien
25.02.2008 München
27.02.2008 Zürich
16.03.2008 Oberhausen


Plattenrezensionen, Künstlerportraits, Bildergalerien und unser Festivalblog gibt's auf zeit.de/musik »

Sie wollen auf dem Laufenden bleiben? Klicken Sie hier , und unser RSS-Newsletter bringt Ihnen die Musik direkt auf den Schirm.

 
Leser-Kommentare
  1. *lol* das ist kein Livebericht, sondern pseydo-intellektuelles Gefasel. So etwas dampfe ich dir auf eine Seite ein. Schreib einen Roman und höre auf irgendwie jugendlich zu sein. Denn das ist eine Band wie THE CURE ganz bestimmt nicht mehr; wie schon richtig bemerkt in den umständlichen Beschreibungen zu den Bandmitgliedern - THE CURE ist eine Tingeltangel-Show die abgenutzt ist und einfach niemand mehr braucht.Wie war der Sound, wie war die Lichtshow etc. ?

  2. aber sie berichten aus einer herabschauenden Perspective auf eine identitätsstiftendende Subkultur, auf eine Ikone der Musik/ Kulturgeschichte.Nun für Deutsche nichts besonderes nur normal eben, vermutlich gings ums emporkommen oder um die Bezahlung ?  Warum schreiben Sie nicht "unter" etwas was Ihnen gefällt, "über" können Sie ja nicht verstehen, abwerten um selbst aufgewertet zu erscheinen, die Welt lacht, über dieses hierzulande fehlende Selbstverständnis.peinlich 

  3. "i don`t need your Us or Them"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service